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Montag, 11.09.2023

Sonnenbad

Es ist Herbst. Bunte Blätter leuchten rot und gelb um die Wette. In Nachbars Hecke zwitschert ein Spatzenvölkchen munter vor sich hin, während am Himmel bereits große Vogelschwärme gen Süden ziehen. Ich liebe den Wechsel der Jahreszeiten. Und ich liebe zu jeder Jahreszeit die Sonne. So auch jetzt. Im Liegestuhl auf der Terrasse sitzend, genieße ich es, mit geschlossenen Augen die Wärme auf meiner Haut zu spüren. Ich stelle mir vor, wie Gottes Angesicht gerade jetzt in diesem Moment über mir leuchtet. In Psalm 84 wird er als unsere Sonne bezeichnet. Ich halte mein Gesicht der irdischen und der himmlischen Sonne entgegen und bitte in der Stille meines Herzens mit den Worten der Bibel: „Herr und Vater im Himmel, segne du mich und behüte mich. Lass dein Angesicht leuchten über mir und sei mir gnädig. Erhebe dein Angesicht auf mich und gib mir deinen Frieden“ (nach 4. Mose 6,24).

Frieden! Ein stiller Moment im Wirbel meiner Gedanken. Eine zuversichtliche Gelassenheit inmitten der Herausforderungen des Alltags. Wie sehr wünsche ich mir das! Am Morgen. Im Laufe des Tages. Vor einem unangenehmen Gespräch. Wenn ich nicht weiß, wo mir der Kopf steht und was als Erstes zu tun ist. Wenn ich allein bin und mich einsam fühle. Am Ende eines erfüllten oder auch weniger erfüllten Tages.

Das Gesicht der Sonne hinhalten und Gottes Lichtwirkung aussetzen. Auch die Blumen zeigen uns, wie das geht. Gerhard Teerstegen schrieb in seinem Anbetungslied „Gott ist gegenwärtig“:

„Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten,

lass mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen.“

Entfalten – stille halten – fassen – wirken lassen.

Entfalten: „Hier bin ich, Herr. Ich breite mich vor dir aus. Ganz ungeschminkt, mit allem, was ich bin und habe: Sorgen, Sünden, Belastungen, Herzenskümmernisse, Freude, Schmerzen, Versagen, Hoffnungen, Wünsche, Ärgernisse, Erfüllendes und Beglückendes.

Stille halten: Herr Jesus, ich bin ganz bei dir. Ich muss weder reden noch in der Bibel lesen oder irgendwie sonst geistlich aktiv sein. Die einzige Aktivität in diesem Augenblick ist das Stillsein vor dir. Dich anschauen. Schweigen. Hören. Loslassen. Warten. Da sein. Erwartungsvoll.

Gottes Liebe fassen und wirken lassen: Sein Herzensreden in mich aufnehmen und Jesus seine Arbeit in mir tun lassen: Selbsterkenntnis, Veränderung meiner Herzenshaltung, Vergebung, bedingungsloses Geliebt-Sein und Annahme erleben, mit mir selbst versöhnt werden, mir selbst vergeben, Barmherzigkeit empfangen für meinen Nächsten, Geduld und Ausdauer, um Belastungen zu ertragen, Dankbarkeit, Freude und Staunen über Gottes Wesen und Wirken, Zuversicht und Hoffnung für den Tag, meine Situation, Aufgaben und Begegnungen. Ruhe und Frieden für die Nacht.

Ja, Sonnenlicht ist Lebenselixier. Für Blumen, Tiere und Menschen. Es hat eine heilende Wirkung auf Körper und Seele. Wie gut, dass Gott auch unsere Sonne ist, die zu jeder Zeit scheint. Selbst in der Nacht.

„Wenn ich auch in der Finsternis sitze, so ist doch der Herr mein Licht“ (Micha 7,8).

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12 Antworten

  1. Ich genieße die Sonnenstrahlen in Kroatien. Noch einmal vor dem langen Winter Sonne tanken.
    Diese Kostbare Zeit genieße ich mit meinem Ehemann ,den ich vor 43 Jahren hier kennen gelernt habe.
    Ich bin dankbar für Gottes Gnade die uns in dieser Zeit geschenkt wurde. Für unsere Kinder und Enkel und unsere Liebe zueinander .Heute ist unser 42 Hochzeitstag.
    Ich bin dankbar für Gottes Gnade

  2. "Wende dein Gesicht immer der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich".
    Dieser Spruch lässt mich immer wieder den Blick, weg von allem Belastendem, auf Jesus und Gott richten! Mit dieser Hilfe können wir den Tag bewältigen, selbst dann, wenn wir von IHM getragen werden müssen!

  3. Wir, mein Mann und ich genießen diesen Spätsommer im September. Wir waren von 1.-11.9. im Schömberg auf dem Höhencamping Langenbrand und bei ca. 27 Grad. Danke, für seine super wahre Geschichte.

  4. Wir haben in unseren Pfarreien die Möglichkeit zur stillen Anbetung und da darf ich immer wieder die beschriebenen Erfahrungen machen. Ich muss nichts leisten, darf da sein und mich der göttlichen Liebe aussetzen. Dort glättet sich manche Woge, dort schöpfe ich Kraft, vergewissere mich Seiner für immer zugesagten Gegenwart. Danke, liebe Frau Kerner für ihren aufbauenden Beitrag.

  5. Danke für die wohltuenden, ermutigenden Gedanken. Wenn ich die Sonnenstrahlen geniesse, nehme ich niemandem etwas weg. Genau so ist es mit der Liebe Gottes. Ich darf sie für mich geniessen und niemand muss deswegen darauf verzichten♥️

  6. Voller Freude und Dankbarkeit habe ich diesen wunderschönen Beitrag gelesen !Ich möchte Ihnen von ganzem Herzen dafür danken !
    Bleiben sie behütet Ihre Eva Rothenberger

  7. Vielen Dank für die sonnigen, wärmenden, wohligen Gedanken.
    Ich darf Gottes Wärme und Liebe genießen, still halte und mich von IHM beschenken lassen. Der Beitrag hat mir so gut getan.

  8. Ein wunderschöner und so wahrer Text. Er hat meine Sorgen beim Lesen von 100 auf 0 heruntergefahren und all die schweren Lasten, welche sich heute wieder wie Türme vor mir aufbauten, zerschlagen. Ich will diesen Tag in Gottes Hände legen und mich führen lassen.
    Vielen Dank liebe Dorothea!

  9. Liebe Dorothea
    Was für ein wunderbarer Beitrag! Er hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich werde ihn kopieren und meinen Freunden senden.
    Ganz herzlichen Dank und Gottes Segen wünsche ich Ihnen.

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