Vor einigen Wochen ist meine zweite Tochter ein Jahr alt geworden. Voller Dankbarkeit schaue ich zurück, doch da ist auch Wehmut, weil so viele „erste Male“ schon vorbei sind. Ich habe neulich gelesen, dass diese Momente im Laufe unseres Lebens immer seltener werden – zumindest die aufregenden.
Stattdessen kommen andere Premieren: Das erste Mal Rente beantragen. Das erste Mal Abschied nehmen von einem lieben Menschen. Das erste Mal den körperlichen Verfall deutlich spüren. Das erste Mal mit dem Tod konfrontiert werden.
Das kann frustrieren. Wie also lässt sich das Wunder der ersten Male ein Leben lang wachhalten?
Neulich beim Einkaufen hatte ich den Impuls, spontan für alle Menschen zu beten, denen ich begegnete. Einfach den Namen Jesus über ihr Leben auszusprechen. Dabei traf mich ein Gedanke: Was, wenn ich die erste Person bin, die jemals für dieses kostbare Geschöpf gebetet hat? Was, wenn durch mein Gebet eine Segenskette in ihrem Leben angestoßen wird, auf die andere Geschwister aufbauen können? Was, wenn ich dadurch in der geistlichen Welt einen Spalt öffne, durch den die Herrlichkeit und Liebe Gottes auf diesen Menschen scheinen kann?
Was, wenn ich diese Person irgendwann im Himmel, in der jubelnden Menge vor Gottes Thron, wiedererkenne? Wenn sie mir zuwinkt und sagt: „Du warst die Erste, die für mich gebetet hat. Danke!“
Es gibt keine Garantie, dass du die erste Person bist. Aber je öfter du es tust, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du täglich einem Menschen begegnest, für den zum allerersten Mal gebetet wurde. Was für ein himmlisches erstes Mal!