Montagsgedanken

Mitfühlen,

aber nicht mitleiden!

Vor ein paar Wochen war ich in einer Phase, in der alles sehr still schien. Ich war krankgeschrieben, und äußerlich war es ruhig, innerlich aber tobte ein Sturm. Zwei meiner Herzensfreundinnen mussten schwere Verluste ertragen, und unsere Nichte, die noch so jung ist, kämpft gegen eine schwere Krankheit. Auch unser Neffe hat ein schweres Päckchen zu tragen – seine starke Beeinträchtigung ist für ihn und seine Familie manchmal voller Leid und Sorgen. Und dann sind da noch zwei weitere liebe Freundinnen, die sehr erschöpft sind.

Ich spüre, dass ich an meine menschlichen Grenzen stoße, wenn es darum geht, ihnen zu helfen, wieder Kraft und Freude zu finden. Ich kann nur da sein – zuhören, mitfühlen und ermutigen. All diese Ereignisse und Umstände lassen mein Herz so schwer werden, weil es Menschen meines Herzens sind, die ich sehr mag und denen ich so gerne mehr geben würde. Diese Erlebnisse und Umstände ließen mein Herz vor ein paar Wochen fast zerspringen. Die Sorgen wurden größer, und ich fand mich immer öfter im Gebet für sie wieder. Ich bat um Trost und Heilung für alle, die im Moment so viel Schweres ertragen mussten. Während ich betete, merkte ich, wie ich immer erschöpfter wurde. Die Sorgen drückten mich, und die Gedanken an all das Leid waren schwer. Dann sprach mir meine Therapeutin einen Satz zu, der wie eine sanfte Befreiung wirkte: „Du darfst mitfühlen, das ist eine wunderbare Eigenschaft, aber es bringt nichts, mitzuleiden. Du musst nicht in den Schmerzen anderer ertrinken.“

Diese Worte öffneten mir die Augen. Es ist gut, Mitgefühl zu haben, aber Mit-Leid, das Gefühl, selbst zu „ertrinken“ in den Sorgen und Ängsten anderer, hindert uns daran, inneren Frieden zu finden. Und dann kam ein anderer Gedanke in mein Herz: „Vertraue mir, ich habe alles in der Hand.“

Ich erkannte, dass es beim Gebet nicht darum geht, die Last anderer zu tragen, sondern darum, Gott unser Vertrauen zu schenken.

Gießt euren Kummer vor ihm aus, denn er sorgt für euch.“1. Petrus 5,7

Dieser Vers erinnerte mich daran, dass Gott uns nicht nur in den großen Sorgen begleitet, sondern auch in den kleinen. Er möchte, dass wir ihm alles anvertrauen – unsere Ängste, unsere Sorgen, unsere Erschöpfung. Wir müssen nicht alles allein tragen.

Es gibt keinen Grund, sich in den Sorgen der Welt zu verlieren, wenn wir wissen, dass Gott uns auffängt. Er lädt uns ein, unsere Lasten bei ihm abzuladen und in seinem Frieden zu ruhen. Und so nehme ich heute, an diesem Montag, diese Erkenntnis mit: Ich darf mitfühlen, aber ich muss nicht mitleiden.

Gott erinnert uns daran, dass er die Kontrolle hat und uns zu einem ruhigen und vertrauensvollen Leben einlädt – auch im Sturm.                          

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