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Montag, 26.09.2022

Der kleine

Seehund

Vollkommen entzückt entdecken wir am dänischen Nordseestrand einen halbwüchsigen Seehund. Er liegt mitten auf dem breiten Strand, wo es von Touristen nur so wimmelt. Ein äußerst ungünstiger Platz für einen einzelnen Heuler, der noch dazu so niedlich aus der Wäsche schaut, dass man ihn am liebsten sofort knuddeln würde.

Doch wir widerstehen diesem Drang. Wie wir nachher erfahren, zum großen Glück für das kleine Tier. Uns überrascht, wie zutraulich und zugewandt der Seehund ist, geradezu neugierig. Weil wir nicht wissen, ob der Kleine Hilfe braucht, ruft mein Mann beim Ozeanarium an. Dort erhalten wir einige Informationen und Anweisungen. Der kleine Seehund hat sich nicht verirrt und ist auch nicht gestrandet. Heuler werden in diesem Alter von ihren Müttern an den Strand gebracht, damit sie ausgiebig auf Jagd gehen können. Nach mehreren Stunden holt die Mutter ihr Junges wieder ab, das geduldig und vertrauensvoll dort wartet, wo die Mutter es abgesetzt hat. Wir werden aufgefordert, ausreichend Abstand zu halten, damit wir das Tier nicht stressen. Und wir sollen den Seehund auf keinen Fall anfassen; ansonsten würde die Mutter ihr Kind ablehnen.

Ich bin erstaunt über die Geduld des Kleinen. Er wirkt völlig entspannt, ruhig und überhaupt nicht verunsichert. Vollkommen sicher, dass seine Mutter wiederkommen und für ihn sorgen wird, wartet er ab. Auch wenn um ihn herum lauter fremde Kreaturen herumspazieren und keine Artgenossen in Sicht sind, hält er die Stellung und erwartet seelenruhig die guten Dinge, die kommen werden.

Mich bewegt diese tierische Begegnung. Sie ist für mich ein starkes Bild dafür, Gott mein volles Vertrauen zu schenken. Auch dann, wenn ich mich gerade in einer Wartestellung befinde, ausharren muss, mich vielleicht „an einem fremden Strand abgesetzt“ und verlassen fühle. Gott wird für mich sorgen. Er ist nicht einfach fort, er bereitet Gutes für mich vor. Die Bibel ermutigt mich in dieser Erwartung. So steht in Klagelieder 3,25: „Der Herr ist gut zu denen, die auf ihn warten.“ Und in Micha 7,7: „Ich aber will mich auf den Herrn verlassen. Erwartungsvoll will ich nach dem Herrn Ausschau halten.“

Wir werden dazu aufgefordert, es dem kleinen Seehund gleichzutun: „Vertraue auf den Herrn! Sei mutig und tapfer und hoffe geduldig auf den Herrn!“ (Psalm 27,14).

Mit diesem bewegenden Bild aus der Natur verknüpft hallen die Verse in mir nach und die Botschaft trifft mich tief. Ich präge mir den Blick des kleinen Tieres ein, voller Vertrauen und Zuversicht – trotz Warteschleife.

"Danke" an die Autorin

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10 Antworten

  1. Wunderbar...vielen Dank. Das passt zu meiner schwierigen Situation in meiner Firma und damit verbunden mein weiteres Leben. Ich warte und warte und hoffe..

  2. Berührt mich heute sehr das schöne Seehundbild und die Worte dazu in Verbindung mit der Warteschleife in welcher ich mich oft befinde ..
    Mich zuversichtlich und mit ruhiger Gelassenheit einlassen auf die seltsamen Situationen unseres Lebens, die wir noch nicht überblicken können, das will ich üben..
    Danke !

  3. Ich staune über Gott! Diese Gedanken sprechen in meine Situation und passen auch zu Psalm 130, der mich dieser Tage beschäftigt hat. Danke für die Ermutigung und Danke an meinen Herrn, der diese Dinge so passend zusammentreffen lässt!

  4. Versetzt man sich in die Lage des kleinen Heulers so befindet er sich wahrlich in einer für ihn riskanten Lage. Würde nur ein Mensch nicht der Versuchung widerstehen können dieses Tier nicht anzufassen so würde die Mutter es schon riechen und ihn daraufhin nicht mehr annehmen. Damit wäre dieser kleine Seehund höchstwahrscheinlich verloren. Ausser er hat das Glück in einer Seehunde Aufzucht Station zu landen. Wie imposant ist dann dieses Urvertrauen was er besitzt! Dieses Vertrauen was auch Kinder noch haben. Und welches wir leider verlieren im Heranwachsen umso mehr Erfahrungen wir machen, Wissen ansammeln und uns Gedanken machen. Wir wertvoll ist da dieser Impuls zu wieder mehr (Ur) Vertrauen zu unserem Schöpfer der es gut mit uns meint unabhängig unserer Umstände. Dankeschön!

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