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Vertrauen säen. Früchte ernten.Interview mit Kerstin Knaack

Heute kann Kerstin Knaack wieder lachen. Doch das war nicht immer so: Nach einer schweren Ehekrise hatte sie innerhalb von vier Jahren mehrere Fehlgeburten; ihre erste Tochter Loah kam sieben Wochen vor dem Geburtstermin tot zur Welt.

Kerstin, du und dein Mann Rainer, ihr wirkt wie das fröhliche, unbekümmerte Paar von nebenan. Dabei habt ihr schwierige Zeiten hinter euch.
Wir hatten nie vorgelebt bekommen, wie eine gute Ehe funktioniert. Die ersten Ehejahre waren für mich fürchterlich. Es wurde für uns immer schlimmer. Wir haben so viel gestritten. 

Nach vielen Gesprächen mit Seelsorgern habt ihr schließlich wieder zueinanderfinden. Doch die schweren Zeiten waren damit noch nicht vorbei, oder?
Unsere Ehe wurde viel stabiler. Ich konnte Rainer wieder wertschätzen und habe ihn nicht mehr als Feind gesehen. Als wir uns auch körperlich wieder näherkamen, wurde ich schwanger. Aber ich hatte eine Fehlgeburt. Ein Jahr später wurde ich erneut schwanger. Und dann in der 33. Schwangerschaftswoche sagte der Arzt beim Ultraschall: „Ich muss Ihnen leider sagen: Ihr Kind ist verstorben. Es ist kein Herzschlag mehr zu finden.“ Ich konnte das gar nicht richtig realisieren.

Hat der Tod von Loah deinen Glauben verändert?

Nein, ich hatte Frieden. Wut auf Gott bekam ich erst bei den Fehlgeburten, die danach folgten. Nach Loahs Tod hat sich unser Leben verändert: Ich wollte nicht zurück an meinen Arbeitsplatz, und Rainers berufliche Position erfüllte ihn nicht mehr. Also haben wir beide unabhängig voneinander ein Bild von der Zukunft gemalt. Beide Bilder zeigten das Gleiche: Wir leben mit Kindern und Tieren in einem Bauernhaus mit viel Platz, um Paare zu uns einzuladen. Bei Rainer war sogar die ganze Welt mit drauf. Uns wurde klar, dass wir uns vollzeitig für Ehen und Familien einsetzen wollten – weltweit!

Aber danach hattest du zwei Fehlgeburten kurz nacheinander. Wie hast du das verkraftet?

Danach ging es mir richtig schlecht, auch körperlich. Mein Glaube hing am seidenen Faden. Ich fühlte mich ausgetrocknet, verlassen und nicht geliebt von Gott. Ich habe viel Zeit in der Natur verbracht, viel gebetet und zu Gott gesagt: „Ich bin so verletzt, dass du das alles zugelassen hast. Gott, würdest du mir irgendetwas zeigen? Etwas schenken?“ Ich habe viel in der Bibel gelesen und mir ist klar geworden, dass ich mich neu entscheiden musste: für Gott. Auch wenn meine Gefühle anders sind, liebt er mich, und ich kann nicht tiefer fallen als in seine Hand. Trotzdem habe ich drei Tage gebraucht, um mich neu für ihn zu entscheiden. Dann habe ich einen Deal mit ihm gemacht: „Ich entscheide mich jetzt für dich, aber bitte zeige mir, dass du mich liebst! Ich spüre es nicht mehr. Ich will es auch fühlen!“

Heute seid ihr stolze Eltern von Noah und Anna. Wie hast du diese beiden Schwangerschaften erlebt?

Natürlich hatte ich ängstliche Momente. Aber Gott hatte mir davor Zeichen seiner Liebe gegeben – durch andere Menschen und auf sehr unterschiedliche Weise. Ich habe gemerkt, dass meine Beziehung mit Gott anfing zu heilen. Einige Bibelstellen haben mich in der Zeit begleitet, zum Beispiel: „Werft nun euer Vertrauen nicht weg! Es wird sich erfüllen, worauf ihr hofft. Aber ihr müsst standhaft bleiben und tun, was Gott von euch erwartet. Er wird euch alles geben, was er zugesagt hat“ (Hebräer 10,35+36).

Das ausführliche Interview mit Kerstin Knaack erschien in LYDIA 2/2015.
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1 Kommentar

Guten Tag, ich lebe seit 10 Jahren allein mit meinem Sohn. Oft habe ich versucht, die Beziehung zu seinem Vater aufrecht zu erhalten. Er ist Moslem. Wir haben sehr viel gestritten aufgrund der unterschiedlichen Vorstellungen von Erziehung, Ehe, Familie und Lebenswerte. Im Jahr 2012 hatte ich die Fehlgeburt meines 2. Kindes. Mein erster Sohn ist nun 10 Jahre alt. Ich bin immer noch unverheiratet. In diesem Artikel hier konnte ich mich ein Stück weit wieder finden. Gerade heute morgen rief ich mir den Bibelvers in Erinnerung: Josua 1,9 "Sei mutig und stark, habe keine Angst und verzweifele nicht! Denn ich, der Herr, Dein Gott, bin bei Dir, wohin Du auch gehst." und: "Zur Freiheit hat Christus uns befreit. Steht nun fest und lasst Euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen!" Ich segne alle meine Brüder und Schwestern in Jesus Christus, die schwierige Zeiten erleben und preise Gott, dass Er durch alles hindurchführen kann und will: Psalm 50,15: "Rufe mich an in der Not, SO WILL ICH DICH ERRETTEN und Du sollst mich preisen."

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