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Gott hat keine Lieblingsblume

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So bunt wie die an Muttertag verschenkten Blumensträuße, so vielfältig sind die Mutterbilder der Bibel. Keine Mutter ähnelt der anderen und jede hat ihren eigenen Weg mit Gott.

Obwohl die Geschichten der Mütter im Alten und Neuen Testament Tausende Jahre alt sind und in unterschiedlichen Kulturen aufgeschrieben wurden, haben Mütter heute mit ihnen eine Gemeinsamkeit: die Menschlichkeit. Da ist Freude, da ist Schmerz, da ist Frieden, da sind Konflikte, da ist Zufriedenheit, da ist Wut. Wir lesen von Krankheit, Heilung, Enttäuschung und Hoffnung und finden uns in der Gemeinschaft und der Einsamkeit wieder. Daraus lernen wir, dass unsere Biografien sich nicht gleichen müssen, sie müssen auch nicht fehlerlos und vorzeigbar sein. Ganz im Gegenteil fügt Gott jede Geschichte in seine große Geschichte der Liebe und Vergebung ein, wenn wir uns nach ihm ausstrecken.

Bunt und verschieden

So erzählt uns die Bibel von der Mama Maria, die recht jung ein Baby erwartet und mit ihrer außergewöhnlichen Schwangerschaft nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht. Ebenso die Mama Sarah, die als Spätgebärende in ihrem Umfeld für Verwunderung und Unverständnis sorgt. Wir lesen von der Mama Hagar, die unverheiratet und alleinerziehend ist. Die Mama Rebekka hat wiederum einen Ehemann, der sie umsorgt und liebevoll behandelt. Jahrzehntelang warten sie auf Nachwuchs, und als die Zwillinge sich ankündigen, erlebt Rebekka eine komplizierte Schwangerschaft. Die Bibel stellt uns die Mama Eva als Mutter aller Lebenden vor und die Mama Elisabeth als Mutter eines Sohnes. Die Mama Batseba trauert nicht nur um ihren Mann, sondern auch um ihr Baby, und die Mama Naomi muss ihre erwachsenen Söhne zu Grabe tragen. Sie will die „Bittere“ genannt werden, weil das Leid ihr das Lebensglück genommen hat.

Mama Maria muss mit dem Säugling im Arm flüchten, ihre Heimat verlassen und als Ausländerin in einer fremden Gesellschaft Fuß fassen. Die Tochter des Pharaos wird Adoptivmama eines Babys, das nun Schutz und Geborgenheit erfährt. Familie und Haushalt sind die Herzensthemen der Mama aus Titus 2 und die wirtschaftlich erfolgreiche Mama aus Sprüche 31 kann mit Unterstützung einer Haushaltshilfe für das Einkommen der Familie sorgen. Eine frühe Fremdbetreuung des Kindes kennt die Mama Hannah. Die Mama Rahel erlebt nicht mehr, wie ihre Kinder aufwachsen. Als Großmama findet Lois ihre Berufung und lebt ihren unerschütterlichen Glauben nicht nur ihrer Tochter vor, sondern auch ihrem Enkel. In der Kinderbetreuung investiert sich die Schwiegermutter Naomi, und die Schwiegermutter des Simon Petrus unterstützt die Familie nach ihrer Heilung tatkräftig zu Hause. Wir lesen von einer Frau, die Paulus liebevoll als seine Mutter bezeichnet (Römer 16,13), und können davon ausgehen, dass es sich hierbei um eine geistliche Mutter handelt, die ihn stark prägte. So eine Frau ist auch Lydia, die erste Christin Europas, die für die Gemeinde in ihrem eigenen Haus eine geistliche Mutter ist.

Eine große Berufung

Wie es nicht die biblische Frau gibt, so gibt es auch nicht die biblische Mutter. Die Bibel liefert uns vielmehr einen bunten Blumenstrauß, in dem zahlreiche Mamas wie einzelne Rosen, Tulpen, Veilchen, Lilien und andere wunderschöne Blumenarten in die große Geschichte Gottes eingebunden werden. Gott kennt keine Lieblingsblume, und er gibt uns auch keine Checkliste, wie eine Mutter nach dem Herzen Gottes auszusehen hat. Er macht es andersherum. Anstatt einen bestimmten Muttermythos zu definieren, bringt er als himmlischer Vater seine bedingungslose Mutterliebe mit diesen Worten zum Ausdruck: „Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind“ (Jesaja 66,13). Und wir können seinen Frieden erleben und ihm antworten: „Ich bin zur Ruhe gekommen. Mein Herz ist zufrieden und still. Wie ein Kind in den Armen seiner Mutter, so ruhig und geborgen bin ich bei dir!“ (Psalm 131,2).

Gott heißt uns mit unseren unterschiedlichen Biografien und Begabungen willkommen. Als Hausfrau oder Businessfrau, als Single oder Ehefrau, mit einem eigenen Kind oder einem geistlichen – wir alle sind eingeladen, seine Gegenwart im Alltag zu erleben „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch“, heißt es in Jakobus 4,8. Dieses Versprechen ist keine Illusion, sondern Realität.
Die Bibel zeigt uns, wie vielschichtig und individuell Mutterbilder aussehen können. Genießen und feiern wir diesen bunten Blumenstrauß und geben wir jeder einzelnen Mama-Blume darin ihren Platz.

Dieser Artikel erschien in Lydia 2/2021.

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