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Montag, 03.01.2022

Mehr zuhören, weniger reden

Ein neues Jahr zu beginnen ist so ähnlich, wie ein neues Buch aufzuschlagen. 365 neue Tage liegen vor uns. Ich weiß nicht, was sie der Welt, den Christen und mir persönlich bringen werden. Mit welchen Erwartungen, Hoffnungen und Vorsätzen gehen Sie in das Jahr?

Bei mir mischen sich mit den persönlichen guten Vorsätzen eine Hoffnung und ein dringender Wunsch: Ich wünsche mir sehr, dass sich die Christen wieder auf das besinnen, was sie verbindet: Der Glaube an Jesus und das Wissen, dass wir zur Familie Gottes gehören. 

Warum schreibe ich das? Die Pandemie hat geschafft, was manche unterschiedlichen Auffassungen zur Taufe, Abendmahl und anderen theologischen Themen nicht in dem Maße geschafft haben: Sie hat einen Keil zwischen die Christen getrieben. Wer in den sozialen Medien manche Diskussionen und Kommentare verfolgt, zuckt bei der Wortwahl und der lieblosen Art des Umgangs zusammen. 

Dass man unterschiedliche Meinungen hat, ist vollkommen normal und das darf auch so sein. Das war übrigens schon immer so. Die Themen waren andere. Die Frage dabei ist aber, wie wir miteinander und mit unseren unterschiedlichen Ansichten umgehen. Wie wertschätzend und liebevoll wir einander begegnen. Selbst, wenn ich sicher bin, dass ich im Recht bin (was noch zu beweisen wäre), ist es nicht in Ordnung, wenn ich anderen respektlos und abwertend begegne. 

„Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts“, heißt es in 1. Korinther 13,2. Wir alle gehören zur gleichen Familie, wir sind Gottes Kinder und Geschwister von Jesus. Ja, in einer Familie kann man sich heftig streiten. Vielleicht emotionaler und heftiger als mit anderen. Es gibt immer Dinge, die wir anders machen möchten als der Partner, die Kinder oder die Eltern. Ob es die Gestaltung des Urlaubs ist, wofür wir Geld ausgeben, wie wir die Kinder erziehen und vieles mehr. 

„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn“, heißt es in Jakobus 1,19. Erst zuhören, dann reden! Nein, es ist nicht so, dass ich das immer gut kann. Ich bin eher schnell dabei, meine Meinung zu sagen. Mein Mann und meine Kinder könnten dazu einiges erzählen. Aber ich habe mir fest vorgenommen, mir mehr Zeit zu nehmen, um dem anderen zuzuhören.  Zu verstehen, was ihn bewegt, welches Bedürfnis hinter seinen Argumenten steht. Es geht um eine Haltung. Die Haltung, den anderen als geliebtes Kind Gottes anzusehen und wertzuschätzen. 

Ich möchte das besser lernen. Zu Hause und in der Familie Gottes. Allein werde ich das vermutlich kaum schaffen. Aber mit Gottes Hilfe kann es gelingen. Und das wünsche ich mir auch von anderen – in unserer Gesellschaft und in den Gemeinden. 

Ich wünsche Ihnen ein friedvolles, wertschätzendes und gesegnetes Jahr. 

Ihre Ellen Nieswiodek-Martin

"Danke" an die Autorin

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12 Antworten

  1. Vielen Dank, liebe Frau Nieswiodek-Martin, für Ihre mutigen Worte. Ich bin sehr erleichtert, dass ich damit nicht alleine bin. Es ist beschämend, zu erkennen, dass ich so sein kann, jedoch wohltuend, liebevoll darauf hingewiesen zu werden und Barmherzigkeit zu erfahren und diese auch anderen zu erweisen.

  2. Liebe Ellen,
    Du sprichst mir aus dem Herzen mit Deinen Gedanken zum "Neuen Jahr". Gottes Segen für Dich , Deine Familie und dein ganzes Team.
    Liebe Grüße Heidi

  3. Danke ☺️ für den heutigen Montagsgedanken, liebe Ellen . Ich bin und möchte dasselbe in Gottes Geleit und Führung auch in diesem neuen Jahr 2022 ausführen. Meine Dankbarkeit sind immer öfter meine schönsten Momente in meinem Lebenswandel. Im 1. Petrus 5, 7 möchte ich alles dem Herrn abwerfen. Denn ER möchte mich versorgen etc.

  4. Liebe Ellen
    Ganz herzlichen Dank für deine wunderbaren Worte. Ja, leider spürt man diesen Keil ganz deutlich.
    Ich nehme deine Worte mit ins neue Jahr und versuche sie im täglichen Leben zu folgen.

  5. Vor einigen Tagen habe ich den Satz gelesen;

    Es war von Gott sehr weise, dem Menschen zwei Ohren und nur eine Zunge zu geben, damit er doppelt so viel hören wie reden kann.

    Das hat mich sehr angesprochen, denn auch ich brauche da immer mal einen Schubs um meine beiden Ohren mehr zu gebrauchen als die Zunge....
    Möge doch der 3. Vers aus Psalm 141 uns die 353 Tage die vor uns liegen begleiten.
    Liebe Grüße

  6. Ich finde es erschreckend wie viele Christen gerade in Bezug auf das Leben und die Gesundheit anderer so egoistisch und lieblos sind. Da bringt auch „liebevolles“ Reden nichts. Viele denken nicht an diejenigen, die dringend ein Krankenhausbett brauchen, weil sie wirklich krank sind - ohne dies selbst verschuldet zu haben, oder an die völlig erschöpften Ärzte und Pfleger.
    Warum so viele Christen dabei nur an sich denken ist mir unverständlich.
    Carola

  7. Ich wünsche zunächst allen ein frohes, gesundes und gesegnetes neues Jahr mit Lebensfreude gefüllt und mit Gott im Herzen auf allen Wegen!!!

    Liebe Ellen,

    Herzlichen Dank für Ihre heutigen Montagsgedanken, die mir ebenfalls sehr aus dem Herzen sprechen und die Spaltung der Christen und der Gesellschaft sehr weh tun. Es darf natürlich jeder seine Meinung vertreten, insbesondere soll dies in einer Form des gegenseitigen Respektes erfolgen, dabei ist es absolut notwendig ersteinmal dem anderen zuzuhören. Jeder sollte nicht nur für sich sondern auch im Namen der Gesellschaft/Gemeinschaft Verantwortung tragen und dazu beitragen, dass wir alle wieder Menschlichkeit erfahren.

    Das Zuhören werde ich mir definitiv dieses Jahr hinter die Ohren schreiben!

    Dankeschön für die wunderbaren Worte!

    Liebe Grüße Birgit

  8. Sehr geehrte Frau Ellen.
    Ich bedanke mich ❤️lich bei Ihnen für die Montagsgedanken zum ‚Neuen Jahr‘.
    Ich habe ihren Beitrag mit großem Interesse gelesen. Ich befinde mich im ‚Studium‘ mein Fach ist ‚WERTSCHÄTZUNG‘ der Numerus Clausus ist ‚LIEBE‘.
    Ohne ‚LIEBE‘ gelingt die ‚WERTSCHÄTZUNG‘nicht!
    Ich will dranbleiben und weiter lernen.
    Nochmals vielen lieben Dank!

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