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Montag, 10.06.2019

In der Stille angekommen

Als ich kürzlich zwei Tage allein in der Steiermark verbrachte, war ich von Stille, Ruhe und Natur umgeben. Auf mich wirkte das fast unwirklich, da ich mich aufgrund der Anforderungen von Beruf und Familie eher in einem Zustand der Unruhe befinde. Nun empfand ich ein komplett neues Lebensgefühl. Doch da beschlich mich ein leises Gefühl der Unsicherheit. Ängstlich fragte ich mich: „Kann ich es denn so lange ganz allein mit mir selbst aushalten?“
Zunächst entschied ich mich, einen Spaziergang durch das Urlaubsörtchen zu machen. Im Schaufenster eines kleinen Ladens entdeckte ich ein Schild mit der Aufschrift: „Nimm dir Zeit und gebe ihr einen Sinn!“ Nun, ich hatte Zeit und wollte sie auch sinnvoll nutzen. Viele Gedanken schwirrten durch meinen Kopf, und ich empfand fast schon ein wenig Stress, etwas Sinnvolles zu tun. Bei aller Freiheit kam ich mir allein vor. Ich kannte niemanden, und meine Familie war Hunderte von Kilometern entfernt. Ein seltsames Gefühl der Verlassenheit machte sich in mir breit. Fürchtete ich mich etwa vor der Stille?
Da hatte ich ohne Gott geplant, denn er ist stets bei mir und schenkte mir an diesem Tag ein deutliches Zeichen seiner Gegenwart. Vom Fenster des Hotelzimmers aus konnte ich am frühen Abend einen wunderschönen Regenbogen bestaunen. Diese schönen Himmelsbögen haben mich schon als Kind fasziniert. Sie sind nicht nur ein gewaltiges Farbenspiel am Himmel, sondern erinnern mich an Gottes Zusage an seine geliebten Menschen, die noch heute gilt. In 1. Mose 8,22 steht Gottes Versprechen: „Von jetzt an gilt, solange die Erde besteht: Nie werden aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Und später heißt es: „Das ist der Bund, den ich für alle Zeiten mit euch und mit allen lebenden Wesen bei euch schließe. Als Zeichen dafür setze ich meinen Bogen in die Wolken. Er ist der sichtbare Garant für die Zusage, die ich der Erde mache“ (1. Mose 9,12–13).
Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, dass Gott auch in unserer heutigen lauten und hektischen Welt so sichtbar und unverändert zu seinem Wort steht. Oft nehmen wir einen Regenbogen in unserem Alltag gar nicht mehr wahr, obwohl er unübersehbar ist. In der Abgeschiedenheit habe ich mich ganz besonders daran erfreut. Ich bin niemals allein, sondern stets umgeben von Gottes Gegenwart.
Ruhephasen sind intensive Zeiten. Ich empfand die Stille zunächst als nicht ganz so erholsam, wie zunächst angenommen, und versuchte die Zeit mit Aktivität zu füllen. Aber mir tat die Auszeit gut. Ich horchte in mich hinein und war mir der Gegenwart Gottes stärker bewusst als sonst.

Birgit Ortmüller

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4 Antworten

  1. So schön, das habe ich letzthin auch erlebt. Es war Wellness für Körper und Seele. Nun möchte ich das gerne in meinen Alltag einbauen. Ich hoffe, das gelingt mir.

  2. "Kontrastprogramme" empfinde ich auch manchmal als beunruhigend. Wenn dann plötzlich wieder Stille und Ruhe da ist, macht sich in der Seele Unruhe breit. Mir hilft dann Bewegung in der Natur und Reden mit Gott.

  3. Ich bin seit 29.9. in MEDIAN Klinik am Burggraben um mit beidseitigen CI’s neu hören zu lernen. An manchen Tagen war ich im Kurgarten alleine spazieren gegangen und ich hatte mich öfter stille Oase zur Ruhe und Stille genossen. Es ist sehr ungewöhnlich, aber es stärkt mich und meine Seele. Danke!

  4. Seit zwei Jahren bin ich im Ruhestand. Raus aus der jahrzehntelangen Hektik, die mich krank gemacht hat. Endlich das machen, wozu ich bisher keine oder nur sehr wenig Zeit hatte. Und vor allem mehr Zeit mit Jesus verbringen, draußen in der Natur. Oder ganz einfach die Stille genießen. Es war eine große Umstellung. Immer wieder fühlte ich mich "faul". Irgendetwas "muss" ich doch tun, den Tag ausfüllen. Und so hat mit immer wieder das schlechte Gewissen geplagt. Ganz zart und einfühlsam hat Jesus mich geleert, einfach bei IHM zu Füßen zu sitzen, so, wie Maria es tat. Seine Gegenwart genießen und einfach nichts tun. Das muss ich immer wieder neu üben - und - es tut so gut. Ich habe gelernt: Ich bin nicht, was ich tue!! Ich bin ein geliebtes Kind Gottes!! Das ist es, was ich bin! Und - ich bin nicht faul! Danke, JESUS! Du bist einfach wunderbar!

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