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Montag, 04.05.2020

Im Rückspiegel

Ich sitze als Sozius auf dem Motorrad meines Mannes. Diese gemeinsame Fahrt hatte ich nicht geplant, hatte mich aber bereit erklärt, nach der Arbeit noch ein Stück mit ihm zu fahren. Und während ich in Gedanken versunken hinten auf dem Motorrad sitze, spiegelt sich völlig unerwartet im dunklen Helm meines Mannes ein wunderbarer Himmel. Im Glanz des Helmes leuchten die schönen Farben der untergehenden Sonne. Der Blick in die beiden Rückspiegel lässt das Bild noch klarer werden. Aus meiner Position ist es aber nur ein kleiner Ausschnitt, der mir da präsentiert wird.
Ein kleiner Ausschnitt meines Lebens! Ein kleiner Rückblick mit einer erneuten Erkenntnis, mit dem zunehmenden Bewusstsein:
Manchmal schätzen wir das, was hinter uns liegt, erst, wenn wir in den Rückspiegel schauen, unser Leben rückblickend betrachten. Auch wenn es nur kleine Ausschnitte sein mögen, so können wir doch – wenn wir die Augen nicht davor verschließen – sehen, dass Gott unser Leben wunderbar farbenfroh gestaltet hat. Das will er auch weiterhin tun.
Wie mein Blick auf dem Rückweg immer wieder von der untergehenden Sonne angezogen wird, so möchte auch ich immer wieder von Gott angezogen werden.
Viel zu schnell schwindet der prächtige Himmel. Viel zu schnell schwindet die leuchtende Sonne. Aber ich darf wissen, dass die Sonne da ist, dass es etwas Großartiges gibt, das mir verborgen ist. Meine Augen, mein Verstand können es nicht fassen, aber es ist da!
Du, mein Gott, zeigst es mir immer wieder mit der auf- und untergehenden Sonne und in vielen kostbaren Momenten meines Lebens.

Jenni Lüchies

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4 Antworten

  1. Schön, was geschrieben worden ist. Zum einen erinnert es mich daran, dass die erkenntnisgebenden Momente nicht unbedingt immer die geplanten sein müssen. Auch ungeplant etwas mitmachen, was mein Freund vorschlägt, der eher ungeplant Sachen macht. Zum anderen habe ich beim Frühstück heute meine Balkonblumen angesehen, wie sie ihre Köpfe der Sonne entgegen gestreckt haben. Das hat mich daran erinnert, dass ich das auch so wie sie machen sollte, mich dahin wenden, wo ich Sonne/Licht bekomme, um aufzublühen. Das ist zum einen Gott, dem ich mich zuwende und zum anderen auch Menschen, denen ich mich zuwende, und von ihnen Hilfe und Unterstützung bekommen kann. Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Dafür ist er nicht gemacht.

  2. Wie schön, wenn wir grad im richtigen Augenblick in die richtige Richtung schauen! So wie vor einigen Tagen, als draußen ein herrlicher Regenbogen strahlte. Es war, als hätte Jesus mich angestupst. Ich liebe diese unerwarteten Alltagswunder.

  3. Ich finde es schön und bin dankbar, dass uns auch solche Momente geschenkt werden. Wenn sie dann noch unerwartet kommen, ist es noch schöner, dies zu erleben. Deshalb finde ich es auf jeden Fall wichtig, dass wir uns bewußt Zeit nehmen das Leben zu genießen und nicht nur ohne Besinnung durch die Tage hetzen. Für mich sind diese Montagsgedanken eine weitere Ermutigung darin, solche Momente bewußt wahrzunehmen, denn sie stärken uns.

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