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Montag, 25.09.2023

Ein Schenker durch und durch

Manchmal habe ich ein verdrehtes Bild von meiner Beziehung zu Gott. Ich denke oft darüber nach, was ich Gott geben könnte. Dabei ist er derjenige, der das Geben erfunden hat. Also traf ich neulich einen Entschluss: Ich gehe heute in den Gottesdienst, um mich von ihm beschenken zu lassen. Meine Gedanken kamen direkt in Wallung: Ist das nicht eine Nummer zu groß? Sich einfach mal beschenken zu lassen? Doch ich entschied mich, an diesem Gedanken festzuhalten. Vor dem Gottesdienst machte ich einen kleinen Spaziergang. Ich machte mir Gottes Gegenwart bewusst und erinnerte mich daran, wie oft er mich schon üppig und unverhofft beschenkt hatte.

Auf einmal hatte ich eine Klassenkameradin aus der neunten Klasse vor Augen. Wir standen im Flur auf dem Weg zum Pausenhof. Voller Stolz trug ich meine neuen Ohrringe. Ich weiß noch ganz genau, dass kleine weiße Schleifchen an den funkelnden Ohrringen hingen. Ich hatte sie mir in den Ferien auf einem Markt aussuchen dürfen. Für Geschenke zwischendurch fehlte bei uns oft das Geld. Umso mehr wusste ich die Ohrringe zu schätzen. Meine Klassenkameradin sprach mich direkt darauf an, dass sie die Ohrringe hübsch fand. Ich schaute sie an und dachte, sie sollte Gottes vorbehaltlose Liebe kennenlernen und einfach so beschenkt werden. Ich nahm die Ohrringe ab und schenkte sie ihr. Sie war völlig verblüfft vor Freude. Hinterher dachte ich natürlich, wie durchgeknallt ich war … Und trotzdem war da so ein Frieden in mir.

Was einige Wochen später passierte, war für mich ein Inbegriff von Gottes Großzügigkeit. Ja, ein kleines Wunder! Ich war bei meiner Familie in Albanien. Eines Nachmittags holte mich meine ältere Cousine bei meiner Oma ab. Ich wusste nicht, dass sie ein Modegeschäft besaß. Sie meinte, dass sie einige der Schmuckstücke nicht mehr verkaufen würde. Ich solle mir davon alles aussuchen, was ich wollte. Ich kehrte nicht nur mit ein paar neuen Ohrringe zurück nach Hause. Da stand ich nun reicher beschenkt da, als ich es zuvor gewesen war, und konnte es nicht fassen, wie maßlos großzügig Gott zu mir war.

Zum Ende meines Spaziergangs war mir klar: Genau mit dieser Haltung kann ich heute in den Gottesdienst gehen und mich von Gott – auf welche Weise auch immer – beschenken lassen. Denn Beschenken, das ist Gottes Wesen.

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5 Antworten

  1. Dankeschön für diese schöne Geschichte. Ja, so ist unser Gott!

    Auch ich kann Geschenke nicht immer so einfach annehmen, wie sie daher kommen. Ich meine, ich hätte sie nicht verdient oder müsste erst etwas dafür leisten. Und diese Gedanken werden von dem Gefühl begleitet, dass ich etwas zurückschenken muss. Das ist mein menschliches Denken und Fühlen. Unser Vater ist da ganz und gar anders. Er schenkt und gibt aus seiner übernatürlichen Liebe zu uns.

  2. So eine Schenkung habe ich bei einem Frühstückstreffen für Frauen 2mal erlebt wo wir tolle, gut erhaltene Bücher kostenlos in Mengen mitnehmen konnten. Gerade wünsche ich mir sehr so eine überschwängliche Hilfe von Gott, wobei ich mit Schenkung nicht wage zu rechnen. Ich suche ein Auto bezahlbar und in der Nähe, da weitere Strecken ein Problem für mich sind. Ich wohne auf einem kleinen Dorf und benötige ein Auto und hoffe und bete um Gottes Hilfe. Danke für Ihr Erlebnis, grade heute. Liebe Grüße!

  3. Danke,
    so berührend und schön! Ja, nur Gott kann so reich beschenken und er tut es so gern. Lassen wir uns von ihm beschenken und auch diese Montagsgedanken sind ein Segen! Liebe Grüße

  4. Danke für ihre Geschichte.Sie zeigt, dass wir alle oft beschenkt werden und uns das nur immer wieder bewusst machen sollten und so auch Geschenke weitergeben können, es aber nicht als Verpflichtung sehen müssen, denn Gottes Liebe ist immer gratis.

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