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Montag, 06.03.2023

Aus der Ferne

helfen

Es ist gegen Mittag, als eine Nachricht auf meinem Handy eingeht: „Mir geht es schlecht.“ Nur vier Worte. Sie treffen mich unvorbereitet. Sie werfen Fragen auf, denn der Satz kann alles Mögliche bedeuten: Handelt es sich um einen akuten Hilferuf oder um ein simples Update? Ich frage nach. „Habe Fieber, fühle mich schwach, mir ist schwindelig.“ Die Dame, die das schreibt, ist über achtzig, lebt allein und wohnt mehr als 700 Kilometer entfernt. Ich kann nicht schnell ins Auto springen und nach ihr schauen. Sie war erst kürzlich krank. Ich mache mir Sorgen. Aus der Ferne versuche ich, die Situation einzuschätzen. Meine Gedanken überschlagen sich.

Wenig später erhalte ich von einer anderen Person folgende Nachricht: „Die Schmerzen sind fast unerträglich, dabei habe ich schon Schmerzmittel intus.“ Auch diese Zeilen lassen mich mit einem Gefühl der Hilflosigkeit zurück. Der Mann wurde am Tag zuvor operiert. Dass ihm ein längerer Genesungsprozess bevorsteht, war klar, nicht jedoch, dass er im Anschluss so starke Schmerzen haben würde. Auch bei ihm kann ich nicht mal eben vorbeischauen, denn er wohnt sogar noch weiter weg.

Unruhig tigere ich im Haus auf und ab und denke darüber nach, was ich aus der Ferne für die beiden tun kann. Sie ermutigen – klar! Überlegen, was ihnen helfen könnte – selbstverständlich! Trotzdem fühle ich mich hilflos.

Da kommt mir Psalm 50,15 in den Sinn: „Bist du in Not, so rufe mich um Hilfe! Ich werde dir helfen und du wirst mich preisen.“ Mit einem Mal werde ich ruhig. Wie konnte ich vergessen, dass ich zwar weit weg bin, Gott den beiden aber ganz nah ist? Dass er ganz genau weiß, was sie brauchen?

So fange ich an zu beten: „Gott, ich danke dir, dass du schon längst bei ihnen bist. Danke, dass du haargenau weißt, was los ist und was jeder von ihnen braucht. Ich bitte dich: Kümmere dich um sie! Lass die Medikamente Wirkung zeigen. Schenk ihnen Weisheit, was zu tun ist. Danke, dass ich sie in deine liebenden Hände legen kann. Amen.“

Natürlich habe ich weiter nachgefragt, wie es ihnen geht; habe sie aus der Ferne ermutigt. Aber jetzt wusste ich sie in guten Händen. Ich konnte loslassen und ruhig werden. Das tat gut!

"Danke" an die Autorin

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5 Antworten

  1. Ich finde es so tröstlich, dass es anderen genauso geht ,wie mir manchmal in herausfordernden Situationen. Ich stehe da , und überlege was ist jetzt zu tun ,wie kann ich am besten helfen , und oft kommt erst später der Gedanke, na klar ein Gebet, die erste Soforthilfe in allen Lebenslagen, Frieden kehrt ein und die Sicht weitet sich für weitere Schritte, danke Gott!

  2. Ich finde, dass wir uns oft viel zu lange mit unseren Problemen herumschlagen und uns daran "festhalten", anstatt sie gleich in unser Gebet mit einzuschließen. Wenn wir letzteres eher tun würden wäre manches leichter für uns ertragen. Und genau das bezeugen ja auch die Montagsgedanken von Nicole Sturm. Vielen herzlichen Dank dafür!

  3. Hierzu möchte ich gerne aus einem Lydia-Kalender zitieren der zu der Bibelstelle Philipper 4,6:

    Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft Gott um alles bitten. Sag ihm, was euch fehlt, und dankt ihm!

    Noch einen Kommentar von Lynne Hybels enthält:

    "Es ist wunderbar zu sehen, wie sich Dinge auf gänzlich unerwartete, aber erfreuliche Art und Weise verändern, wenn ich sie im Gebet zu Gott gebracht habe - ohne dass ich durch meine Sorgen nachhelfen muss."

    Diese Kommentare sind seit Jahren in meinem Blickfeld , weil es mir gut tut,immer wieder daran erinnert zu werden, dass es nicht notwendig ist mir Sorgen zu machen - Sinnvoll ist es allerdings mit einem Dankbaren Herzen durchs Leben zu gehen.

  4. Was, wenn die ältere Dame gestorben wäre? Ich hätte auch gebetet, aber ihr geraten den Notarzt zu rufen. Mit lieben Grüßen Dietmar

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