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Deborah Pulverich

Im Herzen ein Lied

Schon seit Monaten konnte ich nicht mehr singen. Im Gottesdienst saß ich steif auf meinem Stuhl, zwischen zahlreichen Männern und Frauen, die gemeinsam Lobpreislieder sangen. Ich selbst brachte keinen Ton heraus. Während ich dem Gesang der anderen lauschte, bildete sich in meinem Hals ein dicker Kloß. Irgendetwas verhärtete mein Herz und hinderte mich daran, Gott zu loben. Dabei hatte ich doch so viel Grund, ihm zu danken! Es war ein Jahr voller Segen gewesen: Nach meinem Uniabschluss hatte ich einen wunderbaren Job bekommen, eine schöne Wohnung gefunden und einen Mann geheiratet, der mir jeden Tag zeigt, wie geliebt ich bin.

Und doch saß ich hier, Woche für Woche, und senkte den Blick, wenn andere die Hände hoben. Anstatt auf das Gute zu schauen, kreisten meine Gedanken um Ängste und Sorgen, um meine Schwächen und Fehler. Ich beneidete die anderen Frauen um mich herum, die so viel fröhlicher und freier zu sein schienen – und auch noch so viel schönere Stimmen hatten als ich. Meine eigene schien es im Vergleich gar nicht wert zu sein, gehört zu werden.

Mir war klar, dass diese Gedanken nicht dem entsprachen, was Gott über mich denkt. Aber ich schaffte es nicht, die Kraft aufbringen, um gegen sie anzukämpfen. Ich schämte mich umso mehr dafür und fühlte mich der Gegenwart Gottes nicht würdig, die gerade in der Lobpreiszeit so spürbar wurde. Bis an einem Sonntag eine junge Frau die Bühne betrat, um von einem Erlebnis mit Gott zu erzählen.

Sie sprach von ganz ähnlichen Gefühlen in einer Zeit, in der es ihr schwer gefallen war, Gott zu preisen. Dann hatte Gott ihr ein Zeichen geschenkt, dass ihre innere Haltung veränderte. In diesem Moment hatte sie erkannt: „Auch wenn ich mich überhaupt nicht danach fühle – Gott kann ein Lob in mir bewirken.“

Dieser Satz traf mich tief. Ich verstand, dass Gott mich aufforderte, endlich loszulassen und ihm zu erlauben, in meinem Herzen zu wirken. Also rang ich mich zu einem einfachen Gebet durch: „Herr, bewirke du dein Lob in mir.“ Augenblicklich spürte ich, wie meine innere Mauer fiel. Ich hatte die Worte kaum ausgesprochen, da kam mir auf einmal ein Lied in den Sinn. Leise begann ich, die Melodie zu summen, während die Frau die Bühne verließ. Dann stimmte die Band das nächste Stück an – und ich traute meinen Ohren kaum: Es war das Lied, das gerade in mir angeklungen war! Mir stiegen Tränen in die Augen. Der Text beschrieb genau das, was ich gerade erlebte:

Du erleuchtest alle Schatten,
erklimmst alle Berge,
um mir nachzugehn.

Du zerstörst alle Mauern,
vertreibst alle Lügen,
um mir nachzugehn.

In diesem Moment konnte ich nicht anders, als zu singen. Nicht laut und sicher auch nicht besonders gut. Aber aus tiefstem Herzen.

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