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Jrene Bircher

Gefiederter Botschafter

In Gedanken versunken marschiere ich an einem Zaun vorbei. Die letzten Stunden waren geprägt von harter Arbeit auf dem Feld und einer Berg- und Talfahrt meiner Gefühle, die mir weit mehr Energie raubt, als die körperliche Arbeit draußen als Bäuerin. Das Gedankenkarussell an diesem Nachmittag hinterlässt ein diffuses Gefühl von Schwindel und Übelkeit in meiner Seele. Der Boden wankt unter meinen Füßen. Denn ich fühle mich gerade all den Aufgaben, die sich vor mir wie hohe Klippen auftürmen, nicht gewachsen. Wie werde ich es nur schaffen, in meinem Alltag noch einige sehr wichtige Termine mehr in meine bereits so vollgekritzelte Agenda zu quetschen? Die aktuelle Situation erfordert es ohne Wenn und Aber, doch ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht. Gebete dringen zurzeit vorwiegend als stumme Stoßseufzer aus meinem Herzen zum Himmel empor. Draußen bei der Arbeit können sie wenigstens nicht an der Zimmerdecke hängen bleiben.

Während ich noch sinniere, hebe ich meinen Kopf und erblicke direkt neben mir auf einem Holzzaun einen kleinen, grau-braunen Vogel. Sein Gefieder ist noch ganz flauschig und er ist von zierlicher Gestalt. Ein Jungvogel, der wohl erst vor wenigen Tagen sein sicheres, warmes Nest verlassen hat und sich nun in der großen, weiten Welt zurechtfinden muss. Ich schaue ihn an. Er hält den Kopf etwas schräg und mit seinen dunkeln Kulleraugen hält er meinem Blick stand. Ich trete näher und erwarte, dass er nun aufgescheucht davonfliegt. Doch er sitzt einfach nur da und schaut mich an. „Was möchtest du mir denn erzählen?“, frage ich den Kleinen amüsiert. Er trippelt einige Schritte vorwärts und blickt mich erneut ohne Scheu an.

„Wenn Gott sich um uns Vögel sorgt, wie viel mehr wird er sich um dich kümmern und für dich und deine Familie sorgen …“. Es ist mir, als flüsterte mir der Vogel diese Worte zu. Bewegt schaue ich dieses kleine Geschöpf an und nähere mich ihm erneut. Er bleibt sitzen und schaut mich mit vertrauensvollem, festem Blick an. Ich habe verstanden. Die Botschaft sickert von meinem Kopf in mein Herz und hinterlässt dort einen kleinen Samen, der sogleich Wurzeln schlägt und zu wachsen beginnt. Mit dankbarem Herzen werfe ich dem gefiederten Botschafter einen letzten Blick zu, reiße mich von dieser Begegnung los und setze meinen Weg fort.

„Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in den Scheunen; und euer himmlischer Vater versorgt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?“
(Matthäus 6,26)

Diese Bibelstelle habe ich soeben wortwörtlich vor Augen gesetzt bekommen in Form eines flauschigen, kleinen Vogels.Die Berge vor mir sind dadurch zwar nicht kleiner, aber mein Herz leichter und mit der Gewissheit erfüllt: Egal, was die kommende Zeit mit sich bringen wird: Gott sorgt. Er versorgt.

 

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Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

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