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Roswitha Wurm

Das aufgedrängte Alltagswunder

Neulich war ich im Buchladen. „Suchen Sie etwas Bestimmtes? Kann ich Ihnen helfen?“ Die Stimme der Verkäuferin schreckte mich hoch. Ich durchsuchte gerade das Lernspielangebot nach neuen spannenden Spielen. Ein wenig genervt von der Unterbrechung bedankte ich mich und meinte, ich käme allein zurecht. Doch die eifrige Dame ließ nicht locker und fragte mich, wofür ich die Spiele bräuchte. So kamen wir ins Gespräch über meine Arbeit mit Kindern mit Lerndefiziten. Die Verkäuferin war tatsächlich die Geschäftsführerin der großen Buchhandelsfiliale und erzählte mir von ihrer eigenen Erfahrung als Mutter eines Schulkindes. „Lerntraining kombiniert mit spannenden Spielen finde ich toll“, meinte sie.

Eine Viertelstunde später verließ ich die Filiale mit einem Sack voller Spiele, deren Karton eine kleine Delle aufwies und die daher nicht mehr verkäuflich waren. Deshalb bekam ich die Spiele von der Geschäftsführerin „mit großer Freude“ für meine Therapiekids geschenkt. „Aber nur unter der Bedingung, dass Sie Ihre Telefonnummer hinterlassen, damit ich Ihnen bald wieder Spiele zukommen lassen kann!“, fügte sie hinzu. „Außerdem würde ich gern Werbung für Ihre Lernpraxis machen.“

Erst als ich schwerbeladen in mein Auto stieg, realisierte ich, was soeben passiert war. Dieses kleine Alltagswunder war mir geradezu aufgedrängt worden! Ich wollte eigentlich in Ruhe neue Spiele entdecken und war zunächst beinahe ärgerlich, als mich die eifrige Verkäuferin im Durchsehen der Spiele unterbrach. Und nun fuhr ich mit solch einer Freude und Leichtigkeit in meine Lernpraxis und bemerkte nicht einmal den strömenden Regen, der gegen die Windschutzscheibe prasselte. Für mich war dieser Regentag wie ein Tag voller Sonnenschein!

Ja, so ist das. Ich sehne mich nach Wundern, nach Lichtblicken und Fingerzeigen Gottes in meinem täglichen Schaffen und Wirken. Aber in meinem Übereifer neige ich dazu, diese kleinen Wunder nicht zuzulassen oder sie von vornherein zu übersehen. Gut, dass die Geschäftsführerin so hartnäckig war und mir ihre Geschenke geradezu aufdrängte. Oder besser gesagt: Gut, dass Gott so treu und ausdauernd ist, dass er sich in meinem kleinen Leben groß zeigen möchte. In vielen kleinen und großen Alltagswundern! Er bleibt hartnäckig – wie die freundliche Dame im Laden. Er beschenkt mich auch dann, wenn ich es nicht einmal merke. Er bewahrt mich in Situationen, die ich gar nicht als Gefahr erkenne. Eigentlich schade um all die nicht entdeckten Alltagswunder! „Gott, bitte öffne meine Augen für die kleinen Gnadengeschenke, die du mir Tag für Tag zukommen lässt.“

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Alltagswunder

Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

In unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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