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Carolin Schmitt

Das Herzenswunder

Im Rahmen der diesjährigen Allianzgebetswoche fand ein Gebetsabend in der Polizeischule unserer Kleinstadt statt. Zunächst hatte ich den Termin aufgrund meines recht gefüllten Kalenders gestrichen. Doch eine Viertelstunde vor Beginn des besagten Gebetsabends rief mich eine Bekannte an und fragte, ob ich nicht mitkommen wolle. Einige Sekunden zögerte ich, rang mich dann aber zu einer Zusage durch. Irgendwie spürte ich ein innerliches Ja, auch wenn ich diesen Abend bewusst freihalten wollte, um einfach mal zur Ruhe zu kommen.

Wenige Minuten später saßen wir im Auto und kamen kurz danach an unserem Zielort an. Etwa fünfzig Menschen hatten sich versammelt, um an diesem Abend für die Polizeischule, die Polizeidienststellen und die Polizeireviere zu beten. Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen, welche Nöte es geben könnte und für was wir konkret beten sollten. Zu Beginn nahm der Leiter der Polizeischule uns mit in den Alltag der Polizeischüler, der angehenden Beamten und der bereits erfahrenen Polizisten: lange Arbeitstage und -nächte, Wochenenddienste, körperliche und seelische Verletzungen, würdelose Behandlung von vielen Menschen aus der Bevölkerung, Angst und Ungewissheit, Verlust von Kollegen und so weiter.

Diese detaillierten Schilderungen trafen mich mitten ins Herz, unverhofft und schlagartig. Ich hatte den Eindruck, dass es allen Anwesenden so ging. Es herrschte eine heilige Stimmung im Raum und unsere Gebete sprudelten anschließend nur so aus unseren Herzen und Mündern, so bewegt waren wir. Wie blind war ich bisher für diesen Berufszweig gewesen! Außer Polizeiautos auf den Straßen, Parkticket-Kontrollen in der Stadt oder Polizei-TV-Serien kam mir nicht viel in den Sinn, wenn ich an die Polizei dachte. Sämtliche Nöte und Grenzsituationen, denen Frauen und Männer bei der Polizei tagtäglich ausgesetzt sind, waren überhaupt nicht in meinem Denken präsent. Dass sich Hunderte von Polizisten rund um die Uhr für das Wohl unserer Stadt und der benachbarten Dörfer einsetzen, ihre Gesundheit und manchmal ihr Leben für unsere Sicherheit riskieren, um dann noch nicht einmal für ihren Einsatz gewürdigt und wertgeschätzt zu werden, daran hatte ich nicht eine Sekunde gedacht. Demütig bekannte ich vor Gott meine bisherige begrenzte Sichtweise.

In den folgenden Minuten durfte ich erleben, wie Gott mein Herz veränderte: tiefes Mitgefühl und eine völlig neue Sichtweise erfüllten mein Inneres. Ein Wunder, wie Gott ungeplante Situationen wie diese nutzt, um mein Herz zu verändern. Dankbar nahm ich mein Herzenswunder an. Und ich glaube, ich war nicht die Einzige an diesem Abend, die ein persönliches Herzenswunder erleben durfte. Für mich wurde wieder einmal klar, dass ich für Veränderungen des Herzens jederzeit beten und auf Gottes Zusage vertrauen darf, die er uns in Hesekiel 36,26 gibt: „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben. Ja, ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und gebe euch ein lebendiges Herz.“

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3 Kommentare

Zu reagieren, wenn der Heilige Geist uns zu etwas bewegen will, bringt immer gute Früchte. Und beten macht das Herz weich! Danke für den berührenden Bericht.

Beate Nordstrand

Ja die Alltagswunder sind auch in meinem Leben immer wieder da. In meiner Lebensgeschichte Trennung, Scheidung und Neuanfang nach über 30 Jahren Ehe haben mir diese kleinen Wunder und das Gefühl, ich werde von Gott geführt, gelenkt und geleitet, immer Mut gemacht.
Wenn ich auch oft das Gefühl habe von den Menschen verraten und verlassen zu werden, ist doch das Gefühl, Gott ist bei mir, immer da und ist ein so unendliches Gefühl der Hoffnung.
L.g.

Klaus Ketterer

Wie gut, dass Sie hingegangen sind!
Ich finde, dass in unserer Gesellschaft ein erschreckendes Mass an Respektlosigkeit Obrigkeiten gegenüber eingetreten ist. Unser Rechtsstaat wird im wahrsten Sinn des Wortes mit Füßen getreten.
Wir müssen mehr für unsere Obrigkeit beten, denn alle wollen in Frieden leben können!

Helga Engels
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Alltagswunder

Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

In unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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