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Marion Klug

Muttergefühle

Nach stundenlanger Autofahrt aus dem hohen Norden kam sie müde und abgekämpft von der langen Reise hier an. Sie wollte für einige Wochen hier wohnen. Das Zimmer war geputzt und dekoriert, ich hatte die Lichter angezündet, damit es sie willkommen heißt, wenn sie den Raum betritt. Die Hyazinthen verströmten einen zarten Duft. Eine junge Frau war sie, die hier im Wiesbadener Raum eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin antrat und an ihrer Promotion arbeitete. Das Bild auf ihrem Profil sagte mir, dass sie hübsch war. Hübsch und offensichtlich klug und erfolgreich. Respekt!

Ich wollte ein bisschen mehr wissen und las mir die Mails durch, die wir uns anfangs geschrieben hatten. Ich hatte im Hinterkopf, dass sie 25 war, so alt wie meine Kinder etwa. Da veränderten die Gedanken, die ich über sie hatte, von „Wow, Respekt, tough!“ zu „Sie ist noch jung. Alleine. Kennt hier niemanden. Sie wird Hunger haben...“ Also fragte ich sie per SMS, ob sie bei ihrer Ankunft noch etwas essen möchte. Ich fragte sie dies als Gastgeberin, aber vielmehr als Mutter. Dann dachte ich weiter: Sie wird viel Gepäck haben. Also fuhr ich mein Auto aus der Einfahrt und parkte auf der Straße, simste ihr, dass sie gerne im Hof parken kann und ich ihr beim Ausladen helfe. Wie lieb sie mir antwortete!  

Weit über die angekündigte Zeit hinaus kam sie an und war total kaputt. Eine zierliche, sehr hübsche junge Frau, doch schon über 30. Sie kam direkt von ihren Eltern, und der Abschied von Hamburg war ihr schwer gefallen. Das vergangene Jahr im Unternehmen des Vaters war schön, harmonisch und erfolgreich gewesen – und nun ging es weiter in die weite Welt. Neues Unternehmen, neue Herausforderung, neues Wohnen, in zwei Monaten dann neue eigene Wohnung.

Für heute war sie erstmal müde, erschöpft und froh, gut angekommen zu sein. Damit sie in Ruhe zum Essen kam, unterhielt ich sie ein bisschen und erzählte von mir selbst. Als sie fertig mit der Mahlzeit war, ging es ihr schon viel besser. Da dachte ich: wie gut, dass ich Mutter bin. Das hilft mir immer wieder, mich in Menschen hineinzufühlen und zu erspüren, wie ich ihnen etwas Gutes tun kann. Und der Gedanke, das, was mir gut tun und ich für mich selbst wünschen würde, Anderen auch zu tun. Ich empfinde es immer wieder als ein Wunder, wenn Gott uns im Alltag gebraucht, um anderen auf ganz natürliche Art und Weise das weiterzugeben, was wir in ihm finden können: Geborgenheit und ein Zuhause.

Marion Klug
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Alltagswunder

Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

In unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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