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Ingrid Kastirr

Gott versorgt

Es war 1947 nach dem Krieg. Wir lebten in einem kleinen Dorf im Taunus, denn in den Großstädten gab es kaum etwas zu essen und fast nichts zu kaufen, darum ließ mein Vater uns nach der Evakuierung noch dort. Ich war zehn Jahre alt und aus meinen Schuhen herausgewachsen. Im Sommer bastelte mir der Schuster aus Holz und Leder ein Paar Sandalen. Für den Winter gab meine Mutter ihm ein Paar Soldatenstiefel. Der Schuster stellte für mich aus diesem Leder Schuhe mit Holzsohlen her, die er mit Rundkopfnägeln nagelte.

Nun gab es Schnee und auf dem halbstündigen Schulweg klebte der Schnee unter meinen Sohlen. Die Schicht wurde immer dicker und bildete mitten unter dem Fuß eine Spitze, sodass ich ständig umknickte. Um wieder besser gehen zu können, hielt ich am nächsten Baum an und trat kräftig gegen den Stamm. Dadurch fiel der Schnee ab. Leider habe ich auf diese Weise viele Bäume ramponiert, aber als Kind dachte ich nicht daran.

Wir beteten um Schuhe für mich. Eines Tages lief der Ausrufer mit der Glocke durchs Dorf und verkündete: „Heute Abend wird im Gemeindesaal ein Paar Schuhe verlost. Von jedem Haushalt darf eine Person an der Verlosung teilnehmen!“ Es gab 33 Haushalte im Dorf. Am Abend kam unser Nachbar vorbei: „Frau Brinker, gehen Sie mit zur Verlosung?“ Meine Mutter wollte nicht. „Wir sind die einzigen Fremden im Dorf!“ „Quatsch, Sie leben hier und helfen auf den Feldern. Sie gehören auch zum Dorf. Also wenn Sie nicht mitkommen, werde ich sagen: ‚Das Los, was übrigbleibt, gehört der Frau Brinker!‘ Übrigens hat Ihre Ingrid die Schuhe am Nötigsten.“

Als das letzte Los im Körbchen lag, nahm es tatsächlich unser Nachbar – und siehe da: Es war der Gewinn! Einige Leute brummten, da sagte er zu ihnen: „Ihr seid alle Zeugen, dass es gerecht zugegangen ist!“ Wie haben wir Gott gedankt für seine Hilfe! Dem Nachbar dankten wir auch. Wir mussten bis nach Niederlahnstein fahren, um die Schuhe abzuholen. Es waren wunderschöne knöchelhohe Schnürschuhe aus feinem, weichem Leder.

„Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“
Psalm 121, 2

 

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Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

Auf unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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