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Désirée Gudelius

Mein realistisches Wunder

Auf meinem Schreibtisch steht eine Postkarte mit dem Spruch „Sei realistisch, plane ein Wunder“. Eine liebe Kollegin hat mir diese Karte einmal geschenkt, als ich wirklich ein kleines Wunder brauchte. Ich hatte die Gelegenheit bekommen, mein Lied „Öffne dein Herz“ für eine CD professionell aufzunehmen, aber kurz vor dem Aufnahmetermin bekam ich Probleme mit den Stimmbändern und konnte nicht mehr singen. Nun lag alles auf Eis. Ein langer Traum war zum Greifen nah und doch geplatzt. Im Liedtext hatte ich noch geschrieben „Ich will Schritte wagen und Wunder erwarten“. Das schrieb und sang sich leicht, aber wirklich wundererwartend zu leben – und zu glauben – war wesentlich schwerer.  

Noch schwieriger ist es nur, wenn man es irgendwann geschafft hat, fest an ein Wunder zu glauben und dann passiert – nichts. Vor ein paar Wochen ging es mir genau so. Schon viele harte Monate lagen hinter mir, in denen ich für ein Herzensanliegen intensiv gebetet hatte. Glaubend und hoffend, voller Erwartung, aber der große Durchbruch blieb aus. Stattdessen häuften sich die Probleme und Herausforderungen. Ich war müde, entmutigt und irgendwie enttäuscht. In dieser Stimmung ertappte ich mich bei dem Gedanken: „Wozu bete ich überhaupt, wenn sich eh nichts ändert und ich noch dazu seit Monaten so wenig von Gott spüre?“

Frustriert ließ ich mich auf meine Couch sinken und schnappte mir meinen Laptop. Ich war im Begriff, das zu tun, was man nie machen sollte, wenn man ohnehin schon gefrustet ist: Mich auf Facebook mit all den strahlenden Menschen vergleichen, von denen jetzt garantiert niemand wie ein Häufchen Elend zu Hause hockte und alles infrage stellte.

Aber dazu sollte es nicht kommen. Denn als erster Post auf meiner Startseite wurde mir ein Link zu dem Lied „Seasons“ (dt.: Jahreszeiten) von Hillsong angezeigt. Ich klickte ihn an und hörte zu. Vom ersten bis zum letzten Wort sprach mir der Text mitten ins Herz. Er handelte davon, dass wir manchmal wie ein Samen in der Erde vergraben werden und kein Licht sehen, aber je härter und länger der „Winter“ ist, desto reicher wird die Ernte im Frühjahr sein – und wir werden sehen, wie aus dem Samen ein Baum wird. Vor allem eine Zeile brannte sich mir ein: „Wenn du noch nicht mit deiner Arbeit fertig bist, Gott, dann bin ich auch noch nicht fertig mit Warten“ (frei übersetzt).

Es war nicht nur der Text, der mich so berührte, es war vor allem dieses kleine Wunder, dass Gott mich genau im richtigen Moment auf das richtige Lied schubste. Dieser große Gott hat mich im Blick und weiß genau, was ich wann brauche und wie ich am empfänglichsten für sein Reden bin. Und plötzlich war es mir gar nicht mehr so wichtig, dass ich mein „großes Wunder“ noch nicht sah, weil ich neu gelernt habe, über das eigentlich größte Wunder zu staunen: Dass Gott immer da ist, mich sieht und unendlich liebt.

Und manchmal schenkt er dann doch noch ein zusätzliches Wunder. Als damals der Tag meiner Studioaufnahme kam, hat meine Stimme tatsächlich gehalten, obwohl ich danach immer noch monatelang nicht richtig singen konnte. Ja, Gott handelt nicht immer so, wie wir es erwarten. Aber weil wir es mit einem lebendigen, realen Gott zu haben, dürfen wir realistisch sein und erwarten, dass er handelt und heute noch Wunder tut. Manchmal vielleicht nur durch einen Link auf Facebook. Und diese leisen, kleinen Alltagswunder helfen uns, zuversichtlich jene großen Wunder zu erwarten, auf die wir immer noch warten.

Désirée Gudelius
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1 Kommentar

Hallo genau das passiert mir jetzt gerade,ich hatte so fest geglaubt ,dass gestern ein Wunder geschehen wuerde Es ging um Leben und Tod,und doch trat der Tod ein.Heute morgen,war meine Frage so stark warum durfte dieses Baby nicht leben?, ,und wie lerne ich weiter auf einen grossen Gott zu vertrauen ,wenn es so ausgeht? Und in dem Moment stiess ich auf diesen Blog.Ja es ist oft so schwer zu warten.Aber diesselbe Botschaft vom Samenkorn wurde vor 2 ,1/2 auf der Beerdigung unserer Kinder die durch einen Unfall ums Leben kamen gebracht,und wir hoffen das durch das sterbende Samenkorn eine grosse Ernte kommt fuer unserem Vater im Himmel.Aber trotzdem faellt es mir schwer mich fallen zu lassen ,und zu vertrauen das Gott es immer gut meint.Ich suche nach Antworten und dann helfen mir solche Blogs.Vielen Dank.Marlene Gossen.

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Alltagswunder

Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

Auf unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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