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Katrin Schmidt

Wunder mit Vorurteilen

Innerhalb unseres Missionsdienstes machen mein Mann und ich einen Kurzurlaub an einem wunderschönen Traumstrand in Mombasa. Es ist keine Urlaubsaison. Das Hotel ist bis auf wenige Menschen leer. Wir sind etwas verwundert, als wir sehen, dass sich außer uns nur bikulturelle Paare unter den Gästen befinden. Ein deutscher Mann mittleren Alters sitzt verschüchtert einer sehr jungen kenianischen, noch viel verschüchterten Frau gegenüber. Sie reden kein Wort miteinander und wirken alles andere als entspannt. Eine ältere deutsche Dame ist da weniger schüchtern: Sie ist überall zu hören und macht keinen Hehl daraus, dass sie schon seit Jahren hierher kommt, um sich die Zeit mit ihrem „kenianischen Boy“, wie sie ihn nennt, zu versüßen.

Ein weiteres Paar gesellt sich ins Hotelrestaurant, er Deutscher mittleren Alters, sie junge kenianische Schönheit. Hier kann man sich wohl einen Urlaubspartner mieten, wie es aussieht! Mir wird leicht übel. Mit so etwas hätten wir nicht gerechnet. Nicht nur die Situation bereitet mir Unbehagen. Ich bin schwanger im siebten Monat und heute fühle ich mich schon seit dem frühen Morgen unwohl. Aber es wird wohl wieder vergehen, so denke ich.

Mein Mann und ich sprechen am Tisch noch eine Weile über unsere Miturlauber und entscheiden uns, diesen Menschen gegenüber offen zu sein, auch wenn uns das hier alles andere als gefällt. Wir nehmen uns vor, mindestens ein Paar kennen zu lernen und uns nicht von Vorurteilen bestimmen zu lassen.

Als wir wieder im Hotelzimmer sind, geht ein stechender Schmerz durch meinen Körper. Es zieht im Bauch und den Rücken hoch. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten. Ich muss mich hinlegen und bekomme Angst, dass das verfrühte Wehen sein könnten. Ich ruhe mich den ganzen Nachmittag aus, aber die Wehen gehen nicht weg. Erst abends geht es mir etwas besser und ich kann mit meinem Mann zum Abendessen gehen.

Ein Pärchen ist schon im Speisesaal. Wie wir uns vorgenommen haben, grüßen wir die beiden freundlich und der deutsche Mann geht sofort darauf ein. Wir fangen ein Gespräch an und essen gemeinsam. Zu unserem Erstaunen spricht die kenianische Frau fließend Deutsch. Die beiden haben sich in Deutschland kennen gelernt, waren jahrelang Arbeitskollegen, verliebten sich und wollen bald heiraten.

Als wir über unsere Berufe sprechen, fällt mir die Kinnlade herunter: sie ist Krankenschwester, er Oberarzt der Gynäkologie. Als sich mein Zustand weiter verschlechtert, wird genau dieser Arzt, den wir zuerst verurteilten, unser Retter in der Not. Er stellt verfrühte Wehen fest und rät uns, schnellstmöglich nach Nairobi zu fliegen, wo ein sehr guter Arzt uns weiterhelfen kann.

Ich bin völlig erstaunt, über welche Wege Gott uns versorgt und froh, dass wir uns nicht von unseren Vorurteilen haben leiten lassen, sondern von Gottes Liebe und Barmherzigkeit, die jedem Menschen gilt.

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Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

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