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Ingrid Kastirr

Unverhofftes Wiedersehen

„Ich bin so abgespannt, such doch mal bitte ein Ferienquartier!“, sagte mein Mann vor einigen Jahren zu mir. „Im Januar haben wir eine Kinderwoche und im Februar ist meine Freundin verreist und ich muss die Kinderstunde alleine halten. Und dann noch der Kleidertransport nach Bulgarien… Es wird wohl erst im März gehen“, erwiderte ich. Gesagt, getan. Wir bekamen ein preiswertes Angebot und flogen, nachdem alles erledigt war, ab nach Fuerteventura.

Als wir im Urlaubsquartier ankamen, erzählten die anderen Gäste: “Wie gut, dass Sie nicht eher gekommen sind. Es war eine Woche lang so kalt, dass wir die Kochplatten angeheizt haben, um uns zu wärmen. Erst seit gestern ist es wieder schön!“ Mein Mann und ich waren erstaunt – hätten wir Gottes Sache nicht so wichtig genommen, wäre uns die Hälfte des Urlaubs verregnet. Wir hatten stark den Eindruck – wenn etwas zu Gottes Zeit ist, dann führt er es gut.

Wir wohnten in einem schönen Bungalow und lernten nach einigen Tagen ein älteres Ehepaar kennen. Der Mann trug einen kleinen Bart und ich sah, dass zwischen den Barthaaren feine Spuren von Narben waren. Mit einem Mal erinnerte ich mich an meine Kindheit: Wir waren damals im Taunus in einem kleinen Dorf evakuiert. Ich war etwa 7 Jahre alt, stand am Gartenzaun und beobachtete einige junge Soldaten, die bei der Bauernfamilie eingeladen waren. Einer der Soldaten hatte frische, rote Narben am Kinn und man sah, dass die Ärzte sich bemüht hatten, das Kinn wieder zusammenzunähen. Bei diesem Anblick wurde ich nachdenklich: So sieht Krieg aus, junge Männer wurden so schlimm verletzt! Dieses Erlebnis hatte sich mir tief eingeprägt.

Als der Feriengast vom Krieg berichtete, forschte ich nach, ob er etwa 1944 in dem Dorf Sulzbach gewesen sei. Und tatsächlich: „Ja, nach dem Lazarett-Aufenthalt in Bad Ems bin ich eines Sonntags zu der Familie May eingeladen worden.“ Nun erzählte ich ihm meine Beobachtung von damals. Er konnte sich daran erinnern, dass bei der Bauernfamilie eine Frau mit zwei Kindern einquartiert war. Wir waren alle vier erstaunt, dass wir uns nun wiedergetroffen hatten

In jedem Urlaub nehme ich Kurzgeschichten und einige Heftchen mit, in denen der Weg zu Gott erklärt wird. Als wir die Frau des Feriengastes am nächsten Tag trafen, gaben wir ihr etwas zu lesen mit und sie sagte: “Das gebe ich meinem Mann, der interessiert sich dafür!“ Wir waren begeistert – da fragt ein Mensch in seinem Herzen nach Gott und er schenkt eine Begegnung nach 47 Jahren. Wie groß sind Gott und seine Möglichkeiten!

Ingrid Kastirr
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Alltagswunder

Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

Auf unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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