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Sigrid Offermann

Sachensucher und Schatzfinder

„Es gibt nichts Schöneres als Sachensucher zu sein. Und man muss sich wundern, dass sich nicht mehr Leute auf diesen Beruf werfen.“ Das dachte ich damals auch, als mir die Geschichten von Pippi Langstrumpf zum ersten Mal vorgelesen wurden. Gleich im zweiten Kapitel des ersten Bandes macht sich Pippi mit ihren Freunden Thomas und Annika auf Sachensuche. Das hat mich immer noch unvermindert fasziniert, als ich die Geschichte schon selbst lesen konnte.

Diese Woche habe ich nicht nur eine „Sache“ gefunden, sondern einen regelrechten Schatz. Ich war auf der Suche nach einem ganz normalen Briefumschlag. Normalerweise habe ich immer ausreichend viele in meiner Schreibtischschublade, doch irgendwann musste der Vorrat durch den Zugriff anderer Familienmitglieder zur Neige gegangen sein, ohne dass ich es gemerkt habe. So wühlte ich die verbleibenden Exemplare in allen möglichen Sondergrößen durch. Dabei fiel mir ein ungewöhnlich kleiner Umschlag in die Hände und ich fühlte, dass sich darin eine Karte befinden musste.

Verwundert zog ich sie heraus, öffnete sie und mir fiel ein zusammengefalteter 50-Euro-Schein entgegen. Vor Überraschung blieb mir der Mund offen stehen. Wo kam dieses Geld her? Der kleinen Karte entnahm ich, dass es sich um ein Dankeschön einer Gemeinde handelte, in der ich ein Jahr zuvor einen ehrenamtlichen Dienst übernommen hatte. Ich konnte mich nicht entsinnen, diese Karte je gesehen zu haben, doch offensichtlich hatte ich sie bekommen, entgegengenommen, irgendwann in meine Schreibtischschublade gesteckt… und dort vollkommen vergessen!

Diese 50 Euro erreichten mich erst mit einem Jahr Verspätung, aber genau zum richtigen Zeitpunkt. Dabei ging es gar nicht so sehr um das Geld an sich. Es war leider sehr schnell ausgegeben: zwei Klavierstunden für den Sohn, einmal Querflötenunterricht für die Tochter, eine Zahlung an die Änderungsschneiderei – und weg waren die 50 Steine!

Was dieses Geld zu einem wahren Schatz für mich gemacht hat, war die Tatsache, dass ich es fand, als ich mal wieder sehr ernsthaft um unser Auskommen besorgt war. Mein Job, mit dem ich zwar nicht reich werden kann, den ich aber liebe, stand zu diesem Zeitpunkt nämlich auf sehr wackeligen Füßen. Ich machte mir Gedanken, ob ich je wieder einen ähnlichen Arbeitsplatz finden würde oder ob jetzt vielleicht der Zeitpunkt gekommen sei, etwas ganz anderes zu machen. Was immer das auch sein könnte. Ob es wirklich eine gute Idee wäre, mit fast 50 Jahren noch auf „Sachensucher“ umzusatteln, wagte ich nämlich zu bezweifeln.

Aber ich wusste ganz sicher, dass Gott meine Sorgen auf seinem Schirm hat und für mich sorgen wird. Und ich habe erlebt, dass seiner Fantasie keine Grenzen gesetzt sind, mich immer wieder daran zu erinnern. Dieser Geldschein war dafür der beste Beweis! Und seit kurzer Zeit weiß ich, dass ich meinen Arbeitsplatz doch behalten darf.

Sigrid Offermann
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Alltagswunder

Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

Auf unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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