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Montag, 15.04.2019

Der Blick ins leere Grab

In der Bibel lese ich, wie Maria Magdalena nach Jesu Kreuzigung zum Grab kommt, um den Leichnam zu salben (Johannes 20,11–16). Ihr Blick geht ins Leere – da ist kein Jesus, das Grab ist leer. Fassungslos, den Blick von Tränen verschleiert, findet sie keine Erklärung. Wo ist ihr Lehrer und Freund, Jesus, der ihr Hoffnung, Gnade und Annahme geschenkt hat? Grausam am Kreuz hingerichtet – und jetzt ist sein Grab leer. Zwei Engel fragen sie: „Warum weinst du?“
Ja, warum weine ich? Das könnte man mich ebenso fragen und meine Antwort würde ähnlich ausfallen wie die von Maria: „Ich sehe meinen Herrn nicht. Wo finde ich ihn?“ Sie haben ihn weggenommen! Meine Ängste und Sorgen, die Unsicherheit, die vielen schlechten Nachrichten überrollen mich. Auch das Warum klopft an und verlangt nach Erklärungen. Erklärungen, die ich nicht geben kann und die auch nichts ändern würden.
Eine Tumorsuche steht an – ständige Schmerzen und die Lähmung meines linken Beins seit zwei Jahren, neben verschiedenen anderen gesundheitlichen Einschränkungen, rauben mir jegliche Kraft. Mein tränenumschleierter Blick geht scheinbar ins Leere. Resignation hüllt mich ein.
Wie in der Geschichte von Maria Magdalena spüre ich auf einmal jemanden hinter mir, und leise höre ich meinen Namen. „Dorothee! Warum weinst du?“ Jesus! Er ist da! Nicht im leeren Grab, sondern direkt hinter mir! Hoffnung und Dankbarkeit, gepaart mit Demut und einem tiefen Frieden, legen sich wie eine wärmende Decke über mich. Mehr brauche ich nicht zu wissen.
Jesus ist auferstanden, und er hält alles in seiner guten Hand. Daran glaube ich und darauf will ich vertrauen auf meinem weiteren Weg.

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6 Antworten

  1. Die Ueberraschung der Frauen beim leeren Grab habe ich selbst erlebt. Unser Bruder war gestorben und wir wollten ihn noch vor der Beerdigung im Leichenlokal anschauen. Wir öffneten die Türe, aber das Zimmer war leer. WO HABEN SIE IHN HINGELEGT? Die Antwort bekamen wir vom Schreiner: ICH HABE GEDACHT, EINEN UNVERHEIRATETEN MANN KOMME NIEMAND SCHAUEN. ER HABE IHN ZU SICH NACHNHAUSE GENOMMEN UND KOMME DIREKT MIT DEM SARG ZUM FRIEDHOF. Somit sahen wir niemand, wie der Bruder aussah. Ich wünsche allen gesegnete Ostertage.

  2. Ich kann sehr mitfühlen mit der schreiberin.
    Gesunde Menschen können das oft nicht,oder verlassen einen,wenn die Not und Krankheit zu lange dauert.
    Jesus ist da,er hilft uns.Das habe ich auch erlebt.

  3. Liebe Dorothee,
    danke für deine ermutigenden Worte.
    Ich wünsche dir besonders für die bevorstehende Zeit Gottes Nähe, Führung und Bewahrung. Mögest du immer verinnerlichen, was du uns jetzt so liebevoll mitgeteilt hast.

  4. Ja, wir sind in der Karwoche und ich werde schon mehrere Wochen von starken Nervenschmerzen in Hals- und Brustwirbel bis in den rechten Arm geplagt. Danke wieder für die ermutigenden Worte. Ja, Jesus Christus ist hier, Seine Begleitung ist uns sicher. So wollen wir darüber froh und dankbar sein. Ja, Jesus lebt, sein Sieg ist uns gewiss!

  5. Unser Herr ist auferstanden,er lebt er ist da....gerade in den dunkelsten Stunden meinesLebens habe ich das erlebt und möchte das hier bezeugen.
    Liebe Dorothea sei getrost und gehalten bei allem was vor dir steht.

  6. Ich kann Dorothee nur ermutigen, ihr Vertrauen nicht wegzuwerfen. Eigentlich hat sie es selbst so schön gesagt, dass sie auch weiterhin am Glauben festhalten will. Sie hat auch selbst gesagt, dass die Frage nach dem "Warum?" nichts bringt. Das sehe ich auch so. Manchmal bekommen wir von Gott eine Antwort, warum etwas so oder so gekommen ist. Manchmal dauert soetwas auch sehr lange und wiederum manchmal warten wir vergeblich auf eine Antwort darauf. Gott hat aber den Weitblick und weiss genau w o z u er uns dies oder jenes auferlegt. Deshalb dürfen wir uns auch weiterhin mit allen unseren Sorgen, Problemen und Freuden getrost ihm anvertrauen. ER wird es wohl machen, auch, wenn wir manchmal g a n z viel Geduld brauchen.
    Ich bete für Dorothee und wünsche ihr das Allerbeste und den Segen Gottes.

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