Sonntag, 30.08.2026

Unverhoffte

Abkühlung

Es war das Wochenende mit der bundesweiten Hitzewarnung. Wer nicht unbedingt Zug fahren muss, sollte das Zugreisen vermeiden, so die Ansage. Bei 40 Grad war ich also mehrere Stunden unterwegs im Bahnchaos, auf dem Weg zu einem lange geplanten Seminarwochende. Nach der Bahnfahrt war ich erschöpft und durchgeschwitzt, doch noch längst nicht angekommen. Stattdessen musste ich noch eine halbe Stunde zu Fuß zu meiner Unterkunft laufen. 30 Minuten können sich super kurz oder unermesslich lang anfühlen. Bei der drückenden Wärme und meiner Sehnsucht nach einer kalten Dusche empfand ich ehrlich gesagt eher zweiteres.

Während ich also mit meinem Gepäck loszog, schickte ich meiner Freundin Marie eine Sprachnachricht und nahm sie mit hinein in meine hitzige Reise. Als ich die Nachricht abschickte, sah ich, wie eine Frau in ihrem Vorgarten mit einem Schlauch die Wiese bewässerte. Ich hielt kurz inne. Wir schmunzelten uns an.

Mich packte der Mut und ich fragte, ob sie mich mit dem Schlauch abspritzen könnte. Die Frau tat mir den Gefallen und ich konnte mein Glück kaum fassen und genoss die Erfrischung. Es war eine witzige und im wahrsten Sinne des Wortes spritzige Begegnung! Dann kamen wir ins Gespräch und es schien durch, dass die Frau seelisch belastet war. Mir fiel eine kostenfreie Beratungsstelle in ihrer Nähe ein und ich gab ihr den Kontakt. Im Nachgang dachte ich: Was war das bloß für eine tolle Begegnung?! So kurz und so hilfreich für zwei sich völlig Fremde. 

Ein paar Tage später erzählte ich Marie vom dem Gartenschlauch-Moment. Dann kamen wir beide ins Staunen. Marie erzählte mir, dass sie in dem Moment ein Gebet losschickte und das Bild von einem Gartenschlauch vor Augen hatte, den sie mir von Herzen zur Abkühlung wünschte! Tja, das ist mal wieder unser Gott, würde ich sagen. Humorvoll, auf den Punkt und sogar bei den kreativsten Wünschen steigt er mit ins Boot und zeigt, wie gerne er uns versorgt und in diesem Sinne erfrischt!

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3 Kommentare

  1. In der Hitze der vergangenen Wochen ist mir die Bitte an den heiligen Geist zum Begleiter geworden: „Hauch in Hitze Kühlung zu!“ Manche Kirchen blieben lange kühle Oasen.
    Und die Dankbarkeit über Abkühlung in der Nacht oder ein gutisoliertes Haus, in das man sich nach notwendigen Aufenthalten draußen wieder zurückziehen konnte. Trinkbares Wasser fließt aus dem Hahn - welcher Luxus! Gleichzeitig die Sensibilität: Wie lässt sich kostbares Wasser einsparen?

  2. Ich finde diese erlebte Geschichte auch ganz originell!
    Gott schickt uns immer wieder zur richtigen Zeit, die richtigen Personen über den Weg. Diese Erfahrung habe ich schon oft machen dürfen.
    Vorhin habe ich eine Frau getroffen, die kürzlich ihren Vater verloren hat (und ich bin ihr noch einen Kondolenzbrief "schuldig". Wir konnten ein paar Minuten am Fußweg miteinander reden und ich konnte ihr PERSÖNLICH einen Geldschein in die Hand drücken für die Kosten der Beerdigung oder dergleichen.
    Das war schön....und wie Frau Schneider auch schreibt, punktuell!
    Gott ist einfach unüberbietbar!

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