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Montag, 23.09.2019

Als Gott mir auf den Zahn fühlte

Ein Montagmorgen, der um 8 Uhr mit einem Zahnarzttermin beginnt, kann eigentlich nicht gut werden.
Nachdem mir vor ein paar Tagen eine Zahnfüllung herausgebrochen war, musste ich kurzfristig einen Zahnarzttermin wahrnehmen. In der Hoffnung, dass nach dem Termin der Zahn wiederhergestellt sein würde, machte ich mich zuversichtlich auf den Weg. Nach nur kurzer Wartezeit verlief die Behandlung unspektakulär und problemlos: alte Füllung raus, neue Füllung rein. Ich hatte leichte Schmerzen während und nach der Behandlung, was ich aber den Umständen entsprechend als normal einstufte.
Am nächsten Tag wurden die Schmerzen jedoch immer schlimmer, bis sie irgendwann fast nicht mehr auszuhalten waren. In der Nacht konnte ich kaum schlafen und auch am darauffolgenden Tag wurde es nicht besser. Schließlich griff ich zur Packung Schmerztabletten – quasi als letzte Rettung, um meinen Tagesablauf mit den anstehenden Aufgaben erfüllen zu können. Sobald die Wirkung der Schmerzmittel nachließ, wurden die Schmerzen wieder unerträglich und meine Laune bewegte sich zunehmend gegen Null.
In den folgenden Tagen machte sich immer mehr Unzufriedenheit und Frust in mir breit, weil keine Besserung eintrat. Die fröhliche Stimmung meiner Söhne und meines Mannes fing an, mich zu nerven, weil ich es nicht ertragen konnte, dass es allen gut ging, nur mir nicht. Hilflosigkeit und Selbstmitleid nahmen mein Inneres gefangen und brachten mich schließlich dazu, meine Laufschuhe zu schnüren und mich auf meine übliche Joggingrunde durch den Wald zu begeben – in der Hoffnung, irgendetwas Gutes für mich zu tun. Während ich so meines Weges lief, fühlte Gott mir im wahrsten Sinne des Wortes auf den Zahn. Ich musste mir eingestehen, dass ich in den letzten Tagen meinen negativen Gedanken viel Raum gegeben hatte, sodass Selbstmitleid und Undankbarkeit die Macht übernommen hatten.
Wie Schuppen fiel es mir von den Augen: Ich schämte mich für meine Undankbarkeit! Wie konnte ich es wagen, so unzufrieden und missmutig sein? Ich lebte in einer Welt, in der es an jeder Ecke Schmerztabletten für wenig Geld zu kaufen gab. Die medizinische Versorgung war gewährleistet, wenn es nicht besser werden würde. Und ich drehte mich um mich selbst, bemitleidete mich und war voller Ungeduld. Hatte ich nicht vor langer Zeit eine Entscheidung getroffen? Und zwar, Gott in allem dankbar zu sein und meine Lebenseinstellung und mein Verhalten nicht von äußeren Umständen abhängig zu machen.
Der Vers aus der Bibel kam mir in den Sinn, der der Grund für diese Entscheidung gewesen war: „Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch“ (1. Thessalonicher 5,18). Während ich diese Worte in meinem Inneren mehrfach wiederholte, durfte ich erleben, wie Gott meine negativen Gedanken nach und nach ausradierte. Hoffnungsvoll, gestärkt und frohen Mutes kam ich schließlich zu Hause an und konnte Gott einfach nur dankbar sein, wie er es immer wieder schafft, mich auf den richtigen Weg zurück zu ihm zu führen.

Carolin Schmitt

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9 Antworten

  1. Dankbarkeit ist wichtig und die Aussagen sind auch richtig. Wir jammern oft auf sehr hohem Niveau.
    Dennoch verstehe ich nicht ganz, warum die Autorin mit so starken Schmerzen nach einer einfachen Behandlung nicht umgehend mit dem Zahnarzt wieder Kontakt aufgenommen hat, anstatt sich tagelang zu bemitleiden und Schmerzmittel zu nehmen.

  2. Mir kam derselbe Gedanke, wenn ich vom Zahnarzt weiss, dass die Schmerzen einige Tage andauern können, sind sie erträglicher und ich bin offener für Gottes Wirken bezüglich Selbstmitleid.

  3. Ich dachte, der Schmerz geht weg und nach einem Telefonat mit der Zahnarztpraxis wurde mir dort auch gesagt, das könnte ein paar Tage schmerzen. Dort wurde mir versichert, dass im Zahninnern alles in Ordnung sei und dass das auch ein paar Wochen noch Schmerzen könnte. Von daher hatte ich keine andere Wahl als abzuwarten und erst nach ein paar Wochen war ich dann wieder schmerzfrei.

  4. Ich hatte mit dem Zahnarzt auch nach 1-2 Tagen Kontakt aufgenommen. Diese sagte mir aber, er könne nichts machen, es wäre alles im Zahninnern in Ordnung und es könnte noch ein paar Tage weh tun. Allerdings hatte ich diese Schmerzen dann einige Wochen bis es ohne Schmerztabletten wieder erträglich war. Warum es so lange gedauert hat, konnte auch später der Zahnarzt nicht erklären.

  5. Nach Einnahme von Schmerzmitteln ohne Wirkung und immer stärker werdenden Zahnschmerzen, wäre es sinnvoll gewesen Kontakt mit dem behandelnden Zahnarzt aufzunehmen. Hoffentlich hat sich keine ernsthafte Komplikation daraus entwickelt. Dafür wäre ich dann dankbar.

  6. So viel Gutes und Schönes dürfen wir jeden Tag erleben.
    Dafür wollen wir doch dankbar sein!

    Ich wünsche dir einen schönen, erfüllten Tag und grüsse dich mit einem „Bhüet di Gott“!

    Daniela

  7. Dankbarkeit ist der Schlüssel zu einem fröhlichen Herzen. Manchmal kann es aber schon eine Herausforderung sein.

    Mir hilft oft Römer 8,28. Mich darauf zu besinnen, dass ALLE Dinge mir zum Besten dienen müssen hilft mir dabei auch dann eine dankbare Herzenshaltung zu behalten, wenn Dinge ganz anders laufen als geplant.

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