Montag, 24.11.2025

Du bist ein Gott, der mich sieht

Es ist Ewigkeitssonntag. Ich sitze in der vordersten Reihe eigentlich neben meinem Mann, der jedoch momentan mit seiner Lobpreisband auf der Bühne steht. Der Moderator hat gerade erzählt, dass er vergangene Woche seinen Schwiegervater in die Ewigkeit verabschiedet hat.

Ich muss an meinen Schwiegervater denken, der auch schon dort ist, und an meine beiden Söhne, die sich leider jeweils im 5. Schwangerschaftsmonat von uns verabschiedet haben. Ich stelle mir vor, dass es ihnen bei Jesus nun sicherlich so richtig gut geht. Vielleicht spielen sie ja mit meinem Schwiegervater in der Ewigkeit Fußball?

Dennoch überkommt mich bei diesen Gedanken auch die Trauer, die ich in den vergangenen Jahren gut verarbeitet zu haben glaubte. Aber jetzt ist sie plötzlich wieder so spürbar da.

Als die Lobpreisband „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ spielt und wir zu dem Vers kommen, in dem es heißt: „Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand“, kann ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Dieses Gefühl „Gott hat mich im Stich gelassen“ holt mich plötzlich wieder ein.

Wie schön wäre es jetzt, nicht allein in der Reihe zu sitzen und jemanden neben mir zu haben, der mich in den Arm nimmt. Als mein Mann nach seinem Einsatz auf der Bühne wieder neben mir sitzt, bin ich froh, dass er da ist.

Einen Tag später schreibt mir eine gute Freundin, dass sie gestern im Gottesdienst den Impuls hatte, zu mir zu gehen, und diesem leider nicht nachgegeben hat. Plötzlich wird mir klar, dass Gott mich doch gesehen hat und mich nicht im Stich lässt. Selbst wenn die Freundin diesen Impuls nicht umgesetzt hat, freut es mich trotzdem, dass sie mir noch davon erzählt.

Ich erinnere mich wieder an die Jahreslosung von 2023, die in 1. Mose 16,13 steht: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“

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6 Antworten

  1. Ich habe in meinem Leben schon so viele schmerzvolle Erfahrungen gemacht. Für mich ist es auch sehr tröstlich zu wissen, dass unser Vater im Himmel darum weiß. Es gibt so ein tröstliches Lied: " Du siehst die Wunden, du heilst den Schmerz, oh wie wunderbar bist du......"

  2. Danke fürs Teilen dieser so menschlichen und sehr nachvollziehbaren Gedanken und Gefühle in so einer Situation! Wie gut, zu wissen, dass unser Gott-Vater durch seinen Heiligen Geist uns nicht nur sieht, sondern wirklich immer bei uns ist. Das hatte Jesus vor der Himmelfahrt seinen Jüngern versprochen, dass er sie niemals allein lassen würde! Wir müssen ihn nur sehen wollen!
    "Er ist die Liebe in Person. Sein Herz schlägt für die Menschen. Er will dein und mein bester Freund sein. Dein Helfer, dein Tröster...", (so wie Wencke Bates es beschreibt... Danke übrigens für die Beiträge in der Lydia 2/2025 zu diesem Thema!!! - Hilfreich zur Erkennung des Heiligen Geistes die angegebenen Bibelstellen zu den "Aufgaben des Heiligen Geistes": Joh.16,7 + V.13-14; Römer 8,26; Galater 5,22-23).

  3. Vielen Dank für das Teilen deiner Gedanken. „Du bist ein Gott, der mich sieht“ fällt mir dazu ein. Ein wunderschönes Lied.
    Ich habe früher auch immer gedacht, warum lässt ER mich im Stich. Mit den Jahren und viel innerer Arbeit empfinde ich heute eine tiefe Dankbarkeit. Dass ich eben die Erfahrung machen durfte, dass ER immer an meiner Seite war, vor allem in den schlimmsten Zeiten meines Lebens. „Da hab ich dich getragen“.
    Dankbarkeit dafür, dass ER mich trägt und hält.

  4. Ja ,dass ist doch großartig , dass wir einen Gott haben ,der uns sieht ,uns ganz genau kennt und selbst unsere Gedanken lesen kann.Und er weiß ganz genau was wir brauchen und gibt es uns zur rechten Zeit.

  5. ... und wie gut, dass die Toten nichts wissen und schlafen, bis Jesus wieder kommt. Denn was wäre das für ein Gott und ein Himmel, wenn unsere Lieben von dort sehen müssten, wie wir hier unten leiden...
    (Prediger 9,5)

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