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Ein Weg

durchs Meer

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Wie Gott mir half, die Angst vor einer Krebserkrankung durchzustehen.

Wie im Nebel starre ich auf die Textnachricht meines Mannes: „Erste Verdachtsdiagnose nicht so gut. Sieht nach Metastase aus!“ Mein Hals ist augenblicklich zugeschnürt, mein Brustkorb wie ein Panzer. Vor fünf Jahren hatte die schwere Krebsdiagnose meines Mannes unser Leben mächtig durchgeschüttelt. Wie dankbar waren wir, die risikoreichen Jahre gut überstanden zu haben, in denen der Krebs zurückkommen konnte. Und nun das.

„Himmlischer Vater, wo bist du? Was machst du? Ich bitte dich aus tiefstem Herzen: Lass den bösartigen Befund wieder verschwinden!“, bete ich. Wird Gott ein Wunder tun? Glaube ich das? Ängste und Befürchtungen nagen an mir.

Stillsein und Warten

Weitere Untersuchungen folgen, neue Befunde kommen hinzu. Die Notwendigkeit einer operativen Entfernung der Tumorherde scheint unumgänglich zu sein. Es ist, als ob sich ein tiefer Abgrund vor mir auftun würde. „Vater, bahne du einen Weg durch die Fluten, wie damals am Roten Meer!“ Die Worte aus Psalm 77,20 werden zu meinem Gebet: „Durch das Meer ging dein Weg, dein Pfad durch gewaltige Wasser.“ Wie sehr wünsche ich mir im Voraus die Gewissheit, dass mein Mann die Operation unbeschadet überstehen wird, dass alle Krebszellen „ertrinken“ werden und er vollständig geheilt wird! Gottes Zusage an das Volk Israel ermutigt mich:

„Steht fest und seht die Rettung des Herrn, die er euch heute bereiten wird. Der Herr wird für euch kämpfen, und ihr sollt still sein!“ (2. Mose14,13–14)

Ach, wie schwer fällt mir das Stillsein und Warten in diesen Tagen der Ungewissheit. Die Tumore verhalten sich untypisch bei den bildgebenden Verfahren, sodass es unter den Medizinern Differenzen gibt in der Beurteilung der CT- und MRT-Bilder. Woche um Woche zieht ins Land ohne eine konkrete Entscheidung über einen OP-Termin. Es steht nur fest, dass „alles raus muss“. Eigentlich so schnell wie möglich. Der Gedanke an die sich weiter ausbreitenden Krebszellen macht mich fast wahnsinnig.

Endlich gibt es einen OP-Termin. Doch wie ernüchternd: Der Eingriff soll erst in mehr als zwei Wochen stattfinden! Ich denke an die Stelle in Jesaja 43,2: „Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir.“ „Vater“, bete ich, „du hast doch versprochen, bei uns zu sein, wenn wir durchs Wasser gehen müssen. Siehst du nicht, dass es uns bis zum Hals steht?!“ Unter Schreien, Weinen und Klagen schütte ich mein Herz vor Gott aus. Ich finde Trost und Antwort in meiner Bibel. „Vertrau mir“, scheint Gott mir zu sagen. „Ich bin da. Ich habe einen Weg im Meer!“

Hindurchgetragen

Und während ich zaghaft Vertrauen fasse und mich an der Hand des himmlischen Vaters festkralle, zieht er einfach den „Stöpsel“ am Roten Meer! Durch besondere Umstände kommt es kurzfristig durch einen ärztlichen Kollegen meines Mannes zu weiteren Untersuchungen mit einem speziellen Kontrastmittel. Und plötzlich gibt es eine neue Diagnose: gutartige Tumore – mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit! Keine Metastasen! Keine OP! Keine Ströme, die uns zu ersäufen drohen. Stattdessen „trockene Füße“. Was für ein Weg im Meer!

Inzwischen haben sich auch die anderen Ärzte der gutartigen Diagnose angeschlossen. Trotzdem müssen die Tumore zunächst weiter im Auge behalten werden.

Ich bin aus tiefstem Herzen dankbar für diese Wendung. Gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass der Weg im Meer auch durch Leiden und in das Tal der Todesschatten führen kann und das Wunder der „trockenen Füße“ im Hindurchgetragen-Werden besteht. Getragen von Gottes Liebe. Umso mehr möchte ich mir die Gewissheit zu eigen machen: Zu jeder Zeit und in jeder Lage hat der himmlische Vater einen Weg und schenkt zugleich die Kraft, diesen zu gehen.

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Eine Antwort

  1. ja ich bin auch Christ und habe auch schon schwierige Lebensumstände gehabt. Desweiteren ich habe auch im Februar diesen Jahres meinen Lebenspartner an Krebs verloren. Mir ist in der Zeit der Bibelvers Psalm 37vers 5 wichtig geworden. und zwar Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf Ihm er wird es wohl machen. LG Nicole

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