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Carolin Schmitt

Hoffnung auf Französisch

Wir sind als Familie bei einem Kurzeinsatz in Kairo dabei. Der Besuch von nicht-ägyptischen Frauen im Gefängnis steht an. Ich spüre sofort, dass ich bei diesem Dienst dabei sein möchte. Am Vorabend bekommen wir Informationen zu den Sicherheitsrichtlinien und Verhaltensregeln, die für den Gefängnisbesuch zu beachten sind. Weder wissen wir, welche Nationalitäten die Frauen haben, noch welche Sprache sie sprechen.

Viele offene Fragen schwirren durch meinen Kopf. Vor dem Einschlafen bete ich, dass Gott mir eine Begegnung mit einer Frau schenken möge, die Französisch spricht, weil ich diese Sprache am besten kann. Ich habe den großen Wunsch in meinem Herzen, persönlich mit einer Frau sprechen zu können und nicht über eine Übersetzerin ein paar wenige Worte zu wechseln. Wie sollte ich bei dem morgigen Besuch Gott dienen, wenn ich sprachlich total „gehandicapt“ bin?

In den frühen Morgenstunden brechen wir auf. Fast vier Stunden lang stehen wir vor dem größten ägyptischen Frauengefängnis Schlange, während wir Sicherheitskontrollen passieren, Lebensmitteltüten richten und unsere Registrierung abwarten. Dann treffen wir endlich 25 ausländische Frauen und dürfen mit ihnen sprechen. Wir übergeben die Lebensmitteltüten. Es ist laut, eng und dreckig. Etwa eine halbe Stunde haben wir Zeit, bis uns eine penetrante Klingel unterbricht und Wachen wieder heraus schicken. Aber jede Minute Wartezeit hat sich gelohnt: Meine Gesprächspartnerin kommt aus Marokko und spricht Französisch. Ich bin erst einmal sprachlos, weil ich kaum fassen kann, dass Gott mein Gebet erhört hat. Mein Herz hüpft vor Freude, dass er alles bestmöglich vorbereitet hat.

Die Frau lässt meine Hand nicht los, erzählt ununterbrochen und drückt mich mehrmals zum Abschied, als ich ihr sage, dass Jesus jedem Menschen eine neue Chance gibt. Sie erzählt, dass sie sich auf diese Besuchszeit alle zwei Wochen derart freut, weil sie sich in dieser Zeit lebendig fühlt und so viel Hoffnung und Liebe erfährt, dass sie wieder Kraft für den Gefängnisalltag bekommt. Zum Abschluss stehen wir Hand in Hand mit den Gefangenen und beten für sie.

 „Ich versichere euch: Was ihr für einen der Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!“ (Matthäus 25,40) Dieser scheinbar kleine Dienst, den eine Gruppe von Christen regelmäßig in Kairo tut, ist von unschätzbarem Wert und es lässt sich nicht in Worte fassen, wie sehr Gott an diesem Tag Herzen bewegt und verändert hat. Wir können jederzeit mit seinen Wundern rechnen und sicher sein, dass er alles unter Kontrolle hat.

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Alltagswunder

Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

Auf unserem Blog „Mein Alltagswunder“ erzählen Lydia-Autorinnen von diesen wunder­baren, kleinen Momenten mit Gott, die ihren Alltag erhellt haben.

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