Immer wieder stelle ich fest, dass ich zu wenig weiß über diese Welt. Ich lerne zwar, wie ich KI-Tools effizient einsetzen kann, aber die „simplen“ Fragen des Lebens finde ich oft zu komplex, um sie beantworten zu können. Wie bricht eine Welle? Was genau passiert in der Erdatmosphäre eigentlich, damit wir einen feurig orange-roten Abendhimmel bewundern können, und wie, bitte schön, schafft es eine Spinne, in meisterhafter Präzision ihr Netz zu weben?
Weil ich meine Wissenslücken angehen und mich bei einer möglichen „Kinderfrage“ in Zukunft nicht blamieren möchte, habe ich mir vor einer Weile ein hübsch illustriertes Kinderbuch über die „Wunder der Natur“ gekauft. Diese unscheinbaren Dinge, die wir tagtäglich in der Natur bewundern können, werden hier verständlich erklärt und versetzen mich in Staunen. So auch das Kapitel über Sonnenblumen.
„Heliotrop“ nennt man die Eigenschaft dieser gelb leuchtenden Riesenblumen, sich dem Sonnenlicht zuzuwenden. Den ganzen Tag über macht die Sonnenblume nichts anderes, als ihren hübschen Kopf der Sonne entgegenstrecken und ihr bis zu ihrem Untergang „hinterherzugucken“. Nachts dreht sie ihren Kopf von Westen wieder nach Osten zurück, um am nächsten Morgen pünktlich am Start zu sein, wenn sich das ganze Wunder wiederholt.
Beim Lesen erfahre ich auch den Grund für dieses Naturschauspiel: Die Blumen möchten wachsen, um Insekten anzulocken, die dann die Blütenpollen verbreiten, damit andernorts weitere Sonnenblumen entstehen. Und am liebsten fliegen Insekten zu warmen Sonnenblumenköpfen. Darum lassen sich die Blumen aufwärmen vom Sonnenlicht.
Ich glaube, dahinter versteckt sich ein geistliches Prinzip – was nicht verwundert, wenn wir von einem genialen Schöpfer ausgehen, der sich uns und diese Welt grandios ausgedacht hat.
Seit einiger Zeit habe ich immer wieder den Satz „Schau Jesus an!“ im Herzen und im Kopf. Und immer wieder erlebe ich, wie sich mein Gemütszustand, meine Gedanken und Gefühle verändern, wenn ich das wirklich tue. Wenn ich wegschaue von meinen Fehlern und Schwächen, von dem, was mich beschämt, verunsichert oder mir Angst macht. Ich möchte wie eine Sonnenblume lernen, schon direkt morgens beim Aufwachen „nach ihm Ausschau zu halten“, auf ihn zu blicken und dort seinem Blick zu begegnen, der beständig und liebevoll auf mir ruht. Ich will versuchen, diesen Blick zu genießen, ihn zu erwidern und Jesus, die Quelle von Wärme und Freude, nicht aus den Augen zu lassen.
Und dann möchte ich erleben, wie ich warm werde – wärmer und gnädiger mir selbst und auch anderen gegenüber. Ich glaube, dass diese Wärme anziehend ist und Menschen guttut. Und ich glaube, dass sich diese Wärme dann wie die Pollen der Sonnenblume im Leben von anderen ausbreitet und Samen sät, wo weiteres Gutes wachsen kann.
3 Kommentare
Vielen Dank für den berührenden Text!
D.Trautvetter
Herrliche Gedanken und Bilder - wunderschön zum Nachahmen!
Auch die Idee mit dem „Kinderbuch“ der Wunder der Natur!
Danke für‘s Teilhaben lassen 🌻
Herzliche Segensgrüsse!
Danke für die guten Gedanken. Mir ist beim Lesen folgendes eingefallen:
Richte den Blick nur auf Jesus. Schau auf in Sein Antlitz so schön; Und die Dinge der Welt werden blass und klein im Licht Seiner Gnade gesehen.
Das muss ich mir jeden Tag sagen!