Neulich waren wir mit dem Auto in der Waldstadt Iserlohn unterwegs. Wie der Titel der Stadt schon sagt: Es gibt dort große Waldgebiete, durch die wir hin und wieder auf der Landstraße fahren. Der Herbst hält langsam Einzug und es ist schon früh dunkel. Vom Beifahrersitz aus betrachte ich die Umgebung im Licht der Scheinwerfer. Ich erinnere mich, dass wir hier einmal einen Fuchs gesehen haben, der schleunigst die Flucht ergriff und im Unterholz verschwand, als er unseres Autos gewahr wurde.
Und ich überlege: Steht an der Strecke nicht irgendwo ein Warnschild mit einem munter hüpfenden Rehlein? „Herr Jesus, bitte pass auf uns auf.“ bete ich leise für mich und habe vor meinem inneren Auge noch das mächtige Wildschwein vor mir, welches mich vor einigen Jahren tief beeindruckt hat, als es, in seiner ganzen Größe und strotzend vor Kraft, direkt vor mir die Straßenseite wechselte. Ich bin vertieft in meine Gedanken, da ruft mein Mann: „Da! Ein Reh!“ Ich reiße die Augen auf: Da steht es am Straßenrand.
Das Tier steht ganz still und quasi in Fahrtrichtung und mit seinem Rücklicht zu uns am Straßenrand. Die Situation wirkt so, als stünde jemand direkt neben ihm und hätte ihm gerade leise Bleib hier gesagt.
Wir können vorsichtig vorbeifahren. Das Reh rührt sich nicht von der Stelle und mein Mann hört mich erleichtert sagen: „Ich habe eben noch dafür gebetet, dass uns kein Tier vor`s Auto läuft!“ Leise wundere ich mich über das Verhalten des Wildtieres. Hat Gott einen Engel geschickt, der sich schützend zwischen dieses Reh und die Straße gestellt hat? Einer, der für Sicherheit gesorgt hat? Der Abstand zwischen unserem Fahrzeug und dem Reh war gerade groß genug, dass eine ordnende Person dort Platz gehabt hätte.
Manchmal frage ich mich, wie viel himmlisches Personal Gott für mich schon losgeschickt hat. Ich bin in meinem Leben nicht vor allen Gefahren bewahrt geblieben, aber zwischendurch habe ich immer wieder gemerkt, dass Gott mir seinen Beistand schickt. So wie heute. Und dafür bin ich ihm von ganzem Herzen dankbar!