Montag, 12.01.2026

Raum für

Neues lassen

Gestern habe ich unseren Adventskranz auseinandergenommen. Da wir ihn selbst binden und den umwickelten Strohkranz wieder verwenden, mache ich das jedes Jahr. Dieses Mal fällt es mir schwer, er sieht wirklich noch gut aus und hat kaum Nadeln verloren. Die Kerzen sind noch längst nicht ausgebrannt. Ich nehme sie trotzdem ab, entferne die Tannenzweige und den Wickeldraht und verstaue den Kranzrohling für nächstes Jahr.

Ich erinnere mich an den Samstag im November, als meine Tochter ihn gebunden hat. Es ist schon Tradition: Sie bindet den Adventskranz, ich den Kranz für die Haustür. Schon Tage vorher hatten wir in Wald und Garten Zweige gesammelt.

Wie stolz waren wir, als der Kranz mit vier roten Kerzen fertig geschmückt auf dem Tisch stand- und auf den ersten Advent wartete. Als die Adventszeit begann, war das Anzünden der Kerzen ein wichtiges Ritual.

Aber im Lauf der Wochen haben wir uns an ihn gewöhnt. Die Kerzen brannten bei den Mahlzeiten – ansonsten hat er immer weniger Aufmerksamkeit bekommen.

Alles Neue ist irgendwann nicht mehr neu, das ist nicht nur in der Vorweihnachtszeit so. Man freut sich, wartet gespannt auf etwas. Ob eine neue Wohnung, ein neuer Job oder ein anderer Wunsch: Wenn das Warten ein Ende hat und das Erwartete eingetroffen ist, schleicht sich Gewohnheit ein - irgendwann ist es nicht mehr neu, nicht mehr so besonders.

Als ich die Kerzen abnehme, denke ich über die vergangene Adventszeit nach. Advent kommt vom lateinischen adventus und bedeutet „Ankunft“. Ja, Jesus ist angekommen- schon vor langer Zeit. Ich weiß das.

Aber bin ich wirklich angekommen bei Jesus? Oder ist er in meinem Leben anwesend, bekommt aber wenig Aufmerksamkeit? Nehme ich wahr, dass Jesus in jeder Minute da ist? Dass er mir anbietet, meine Lasten abzunehmen und mir Ruhe zu schenken? Wenn ich ehrlich bin, ist es mir oft nicht bewusst.

Inzwischen habe ich den Kranz weggeräumt. Auf dem Tisch ist nun ein leerer Platz – ein Raum, den ich neu gestalten kann. Ich stelle einen Kerzenständer hin - und nehme ihn wieder weg. Ich will die freie Stelle nicht direkt füllen. Ich lasse Platz für Neues.

Mir fällt die Jahreslosung ein: „Siehe, ich mache alles neu“ aus Offenbarung 21, 5. Wenn der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde verspricht, eines Tages alles neu zu machen, wird das mit Sicherheit unvorstellbar schön.

Aber lasse ich jetzt in mir Raum, falls Gott mir schon jetzt Neues schenken möchte? Vielleicht möchte er mir neue Gedanken, neue Erkenntnisse, oder sogar eine erneuerte Beziehung zu Jesus schenken?  Bin ich dafür aufnahmebereit? Gibt es in meinem Inneren freien Raum für Gott? Das finde ich eine wichtige Frage für das Jahr 2026.

Ellen Nieswiodek-Martin

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5 Antworten

  1. Vielen Dank für den tollen Montagsgedanken, er passt total zu meinen Gedanken die ich mir in den letzten Tagen gemacht habe und er ermutigt mich das Neues und frisches auf mich zukommen wird. Ich sehne mich danach und ich habe ein Verlangen nach Gemeinschaft mit Jesus und dem was er mir an Zufriedenheit geben kann! Danke dafür.

  2. Genau so ist das auch bei uns- jedes Jahr gestalten wir den Kranz selbst und räumen den Rohling dann wieder in die Adventskiste.
    Man gewöhnt sich daran, das stimmt. Jesus mehr in den Blick nehmen- guter Gedanke für den Januar 2026.
    Bei mir stehen jetzt Blumen auf der Stelle- ein neuer Frühling darf kommen. Und unser Herr wird kommen, das ist so sicher wie der Kranz in jedem Jahr!
    Herzlichen Dank- Dorothea Trautvetter

  3. Ja, ich glaube, mit diesem sehr menschlichen "Ablauf" im Alltag können wir uns mehr oder weniger alle identifizieren. Eigentlich wissen wir im Unterbewusstsein, dass Jesus uns Schritt für Schritt begleitet, aber wenn es mal Hürden zu bewältigen gibt, dauert es - jedenfalls bei mir! - doch immer eine ganze Weile, bis es mir wieder BEWUSST wird, dass ich auch diese Hürde nicht allein bewältigen muss, sondern mit SEINER HILFE rechnen kann. Nur allein dieses Bewusstsein entspannt mich dann oft schon und läßt alles leichter von der Hand gehen. ER hat uns ja versprochen: "Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben... ein lebendiges Herz..! Mit meinem Geist erfülle ich euch, damit ihr nach meinen Weisungen lebt, meine Gebote achtet und sie befolgt." (Hesekiel 36, 26-27). Ich will es immer wieder neu versuchen: Bewusst abwarten, was Er mit mir vorhat!

  4. Ich danke ebenfalls herzlich für diesen Gedankenanstoß, der sicher das ganze Jahr hindurch immer wieder mal nötig sein wird. Aufnahmebereit zu sein für das was Gott uns schenken möchte. Ich nehme es mir zu Herzen - für dieses Jahr und so Gott will in meinem weiteren Leben.

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