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Montag, 27.06.2022

Ermutigung auf dem

Dachboden

Schon als Kind fand ich den Dachboden spannend und geheimnisvoll. Allein der Aufstieg war besonders. Eine Luke in der Zimmerdecke versteckte die Zugleiter. Mit einem langen Stab wurde sie geöffnet, und nun konnten die Stufen der Leiter heruntergeklappt werden. Die Scharniere waren alt, und da sie nicht so häufig zum Einsatz kamen, quietschten sie laut. Jeder im Haus konnte hören, wenn es mal wieder auf den Dachboden ging. Die Holzstufen der Leiter waren ebenfalls in die Jahre gekommen, knarzend beschwerten sie sich bei jedem Tritt. Der Weg nach oben war wackelig und mangels Isolierung empfindlich kalt oder unerträglich heiß. Viele Gegenstände und Erinnerungen schlummerten hier oben. Ja, der Dachboden beherbergte so manchen Schatz.
Heute bin ich mal wieder auf dem Weg zum Dachboden. Die einstige Leiter gibt es nicht mehr, eine Treppe führt nach oben, und durch eine Tür betrete ich diesen Raum unter dem Dach des Hauses. Ich suche etwas und vermute es in dem ausgedienten Wohnzimmerschrank, der als Bücherregal und Aufbewahrungsort für allerlei Krimskrams dient.
Ich bin immer wieder erstaunt, was ich so alles entdecke. Beim Öffnen eines alten Kartons finde ich ein originalverpacktes Tassenset. Es wird Zeit, es in Gebrauch zu nehmen. Da liegen Bücher, aber auch Fotoalben der letzten Jahrzehnte. Ich schaue gerne hinein und tauche kurz in längst vergangene Zeiten ein. Die Bilder werden lebendig. Der Dachboden ist für mich ein Ort der Vergangenheit, der mich in der Gegenwart schmunzeln lässt und neugierig macht.
Bei meiner Suche entdecke ich einen unscheinbaren Bilderrahmen, der zwischen die Bücher gerutscht ist. Vorsichtig befreie ich ihn aus seiner Rückenlage und drehe ihn behutsam um. Ein Schwarz-Weiß-Druck schaut mir entgegen. Laut lese ich die Zeilen: „Sage Jesus täglich, was dich belastet, und dann schweige.“ Das ist alles und doch so viel. Ich bin gerührt. Mit diesem ermutigenden Wort habe ich nun überhaupt nicht gerechnet. Meine eigentliche Suchaktion wird zur Nebensache. Dieser Spruch berührt mich. Die wenigen Worte sprechen mir direkt ins Herz. Gerade diese Zusage habe ich gebraucht. Den Bilderrahmen stecke ich ein, denn diesen Spruch möchte ich täglich vor Augen haben. Ich freue mich über diese Ermutigung und nehme mir vor, den Dachboden öfter aufzusuchen.

Birgit Ortmüller

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5 Antworten

  1. Wie schön, dass auch andere so "unverhoffte" Mutmacher entdecken.
    Mir ist es mit einer Karte so gegangen. Beim durchstöbern alter Unterlagen fiel sie mir in die Hände mit dem Text:

    Lege deine Sorgen in Gottes Hände und geh schlafen!

  2. Danke für diesen Gedanken.
    Sagen, was belastet oder beschäftigt ist einfach, finde ich.
    Aber schweigen, vielleicht voller Ungeduld im Warten auf eine Antwort finde ich herausfordernd und schwer. Ich will es üben.

  3. Danke für diese Erzählung. Aus meiner Erfahrung lohnt es sich solchen Ratschlag zu befolgen. Ich habe schon auf manche Antwort von Gott geduldig Jahre gewartet. Aber als sie dann kam, war sie goldrichtig für mich und war es gut, dass ich gewartet habe.
    Einen erholsamen und gesegneten Sommer wünsche ich allen!

  4. In der Küche meiner Eltern hing, als ich noch ein Kind war, der Spruch: Sage es Jesus und dann schweige still. Danke für die Erinnerung!

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