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Montag, 12.09.2022

Der neue

Blickwinkel

Der Blick in den Terminkalender verheißt nichts Gutes. Viele Stimmen rufen nach meiner Zeit und Aufmerksamkeit. An manchen Tagen schaue ich diesen Forderungen gelassen entgegen. Heute jedoch blicke ich mit großer Unruhe auf die Termine, die mich in stummer Aufforderung anstarren. Frühmorgens sitze ich am Küchentisch und lasse den Tag bewusst ruhig angehen. Da fällt mein Blick auf die zwei Tagesverse von heute in meinem Andachtsbuch: „Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!“ (Psalm 100,2). „Was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre!“ (1. Korinther 10,31). Diese zwei Verse treffen mich mitten ins Herz.

„Dienet dem Herrn mit Freuden!“ Beschämt senke ich meinen Blick. Inmitten des Balancierens von Haushalt, Beruf, Gemeindearbeit und vielem mehr bleibt die Freude oft auf der Strecke. So viel Programm. Und so wenig Leben in all dem. Irgendwo zwischen Bandprobe, Hauskreis und Planungssitzungen habe ich die Freude verloren. Es kann unmöglich Gottes Absicht sein, dass wir gehetzt von einem Termin zum nächsten jagen. Gott mit Freuden dienen bedeutet nicht, immer in überschäumender Freude durchs Leben zu tanzen. Es geht vielmehr um diese innere, tiefe Freude, die das Leben prägt und lebenswert macht. Das Leben bejahen mit allem, was es an Höhen und Tiefen mit sich bringt. Gott wünscht sich von uns nicht in erster Linie unseren aufopfernden, unermüdlichen Dienst, sondern er sehnt sich nach einer Liebesbeziehung mit uns.

„Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!“ Liegt mir das Bitten nicht viel näher? „Gott, bitte tue dies und tue das …“ Wie ein quengelndes Kind liege ich ihm mit meinen Bitten in den Ohren. Wie oft wird all das Gute, das mir geschenkt ist, von den Entbehrungen, die das Leben mit sich bringt, verdeckt? Das Vergleichen mit anderen Frauen geschieht oft unbewusst, macht jedoch unzufrieden und unglücklich. Dabei habe ich so viel Grund zum Jubeln! Dass mein Herz heute ununterbrochen schlägt und das Blut durch meine Venen pumpt, ist ein großes Wunder. Einmal mehr erkenne ich: Es kommt auf den Blickwinkel an, mit dem ich das Leben betrachte.

„Was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre!“ Wenn dies mein innigster Wunsch, meine Herzenshaltung ist, dann stellt sich Freude und Dank ganz von allein ein. Denn alles, was ich bin und tue, ist ein Geschenk Gottes an mich. Und aus Dank ihm gegenüber gebe ich ihm das zurück, was ich ihm geben kann – mein Herz, meine Liebe, meinen Dienst, mein Leben. Gott in allem die Ehre zu geben beinhaltet nicht nur den Dienst sonntagmorgens im Gottesdienst, sondern es betrifft auch mein Leben und Wirken im Alltag. Das WC reinigen. Das Waschen schmutziger Wäsche. Das Kochen gesunder Mahlzeiten. Alles zur Ehre Gottes tun; das macht froh und frei!

Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Zufriedenheit. Motiviert und leichten Herzens mache ich mich nun an die Arbeit.

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6 Antworten

  1. Die Montagsgedanken treffen heute genau meine Situation. Ständige Ansprüche und Forderungen führen schnell zu Überforderung. Es tut gut, den Blickwinkel zu ändern. Arbeite ich so viel, um es allen Recht zu machen? Nein, dass soll gerade nicht der Grund sein. Ich möchte meine Fähigkeiten zur Ehre Gottes einsetzen. Dann sind auch Pausen erlaubt, um neue Kraft zu tanken. Danke für den Gedanken.

  2. So ist es. Lasst uns immer und immer wieder bewusst werden, was unser Sinn hier auf Erden ist.
    Ich bin mir sicher, dass wir dadurch mehr in der Zufriedenheit und Gesundheit und im Miteinander leben.

  3. Diese Montagsgedanken haben mich sehr angesprochen. Ja, alles in erster Linie zur Ehre des Herrn tun und nicht möglichst viel schaffen, hetzen, streben..... das ist es doch was mich als Christin auszeichnen soll und dadurch kann ich ein echtes Zeugnis abgeben.
    Vielen Dank für diesen guten Text !
    Uta

  4. Hat mich auch heute auf besondere Weise angesprochen. Solange die Kinder noch zuhause waren habe ich auch oft gehetzt und mich für verurteilt...Wünsche von Herzen allen jungen Frauen seid nicht so streng mit euch, bleibt auch etwas bei dem stern/Jesus sitzen und lauschen und ruhen in ihm.

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