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Von der Sehnsucht

zur Vision

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Es gibt Menschen, die große Teile ihres Lebens damit verbringen, einer Sehnsucht zu folgen und dadurch immer wieder die Kraft finden, ihrem Ziel näherzukommen. Sie haben aus der Sehnsucht eine konkrete Vision gemacht, die sie durch Höhen und Tiefen begleitet. Die Sehnsucht wird so zum positiven roten Faden durchs Leben und fördert die persönliche Entfaltung.

Aber Sehnsucht kann auch hemmend und lähmend wirken, wenn sie zur Fata Morgana wird, die uns in die Wüste unerfüllbarer Wünsche führt. Stets hat man das Gefühl, dass man endlich das Glück erhaschen kann. Doch sobald man danach greifen will, löst es sich auf und man ist gleich leer oder unzufrieden wie zuvor. Es geht uns wie einem Kind, das nach dem Schatz unter dem Regenbogen sucht. Es kann laufen bis zum Umfallen und wird doch niemals jenen Ort finden, wo der bunt leuchtende Bogen auf die Erde trifft. So kann Sehnsucht unser Leben in zwei Richtungen ziehen: Entweder fördert sie uns oder sie hemmt uns; entweder sie gibt oder sie nimmt uns Kraft. Deshalb ist der Umgang mit unseren Sehnsüchten elementar wichtig für den Weg zu einem erfüllenden und sinnvollen, ja glücklichen Leben.

Sehnsucht, die weh tut

Als gläubiger Mensch kann schon einmal die Frage aufkommen: Wie kann es sein, dass Sehnsüchte sich immer wieder schmerzlich bemerkbar machen und in meinem Leben rumoren? Ist es nicht so, dass Gott alle Sehnsucht stillt? Müsste er mein Herz nicht so beruhigen, dass ich in einem Zustand beständigen inneren Friedens bin?

Ja, Gott will unsere Sehnsucht stillen. Doch was heißt das? Zunächst einmal: Gott nimmt unsere Sehnsucht nicht weg! Er tötet unser Herz nicht ab, nimmt uns nicht diese Lebenskraft. Wie schal wäre doch ein Leben ohne dieses Ziehen im Herzen! Völlige Erfüllung werden wir erst in der Ewigkeit finden. Doch wenn wir uns Jesus Christus zuwenden, wird er uns aufdecken, wo wir versuchen, Sehnsüchte auf ungute Weise zu befriedigen, und er wird unser Sehnen in gute Bahnen lenken.

Glücklich oder zufrieden?

Vor längerer Zeit hat mich jemand gefragt: „Bist du glücklich oder nur zufrieden?“ Ich habe darauf eine Antwort gegeben, die erst einmal verwirrend wirkte: „Ich bin glücklich, aber nicht zufrieden.“ Damit wollte ich sagen: Ich habe gefunden, was für mein Leben zählt. Ich weiß mich geborgen in Jesus Christus, lebe mit einem inneren Frieden, der relativ beständig ist. Ich weiß, wo mein ewiges Glück ist, und das durchzieht schon mein Leben auf dieser Erde. Aber das heißt nicht, dass ich nichts mehr ändern möchte, dass ich nichts mehr erreichen oder entdecken möchte, dass ich mich in falscher Weise mit dem Ist-Zustand zufriedengebe. Ich habe weiterhin Sehnsüchte und Wünsche.“

Glücklich sein heißt nicht, wunschlos zu sein! Und seine Sehnsucht stillen lassen heißt nicht, fortan ohne Sehnsucht zu sein! Es bedeutet zu wissen, wo die Quelle ist, von der ich trinken kann, um sie zu stillen – immer wieder neu. Denn in einem lebendigen Menschen macht sich die Sehnsucht immer wieder bemerkbar.

Manchmal anders als erwartet

In der Bibel kommt das zum Ausdruck durch die Worte über den Hunger und Durst des Menschen – „Seelendurst“ wurde er im ersten Kapitel dieses Buches genannt. Im Johannesevangelium sagt Jesus: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“ (Johannes 6,35). Wer zu Jesus kommt, wird gesättigt, und sein Durst wird gestillt. Doch nicht so, dass er dadurch pappsatt würde und nie wieder Appetit oder Durst hätte!

Ja, Gott stillt unsere Sehnsucht. Aber anders, als wir es uns oft vorstellen. Mein grundlegender Hunger ist gestillt, ich irre nicht mehr wie ein Verschmachtender oder Verdurstender durch die Welt. Doch solange wir auf der Erde sind, stillt Jesus Hunger und Durst so, dass wir immer wieder bei ihm einkehren wie ein Wanderer, der auf einer langen Tour Stärkung und Sättigung braucht.

Träume sind Signale aus der Tiefe meiner Seele

Sind Träume Schäume, wie eine Volksweisheit suggeriert? Führen sie mich weg von der Realität des Lebens in eine Scheinwelt? Sind sie eine Flucht vor den Verantwortungen des Lebens und führen sie mich gar in die Irre? Wenn wir unser Leben lediglich auf unseren Träumen aufbauen und uns von der Realität gänzlich abwenden, ist dies in der Tat kein gesunder Lebensstil. Doch Träume sind keine Irrlichter, denen wir aus Prinzip misstrauen müssen. Sie bedeuten das Gegenteil, denn sie sind Signale aus den Tiefen meiner Seele. Träume werden aus unserer Sehnsucht geboren und geben dieser eine Gestalt. Schlussendlich kristallisieren sich daraus konkrete Wünsche und diese können wir zu einem Ziel machen, dessen Umsetzung wir willentlich planen. Sehnsucht kann so zu einem Kompass zu einem erfüllten Leben werden.

Erwartungen an die Zukunft

Ohne Sehnsüchte, Träume und Wünsche wären wir arm dran. Das Leben würde seine Spannung verlieren und öde und matt werden, und wir würden uns im Hamsterrad der täglichen Pflichten verausgaben. Träume, Wünsche und – daraus folgend – Ziele, sind Zeichen der Hoffnung für die Zukunft: Ich erwarte noch etwas vom Leben, ich habe Pläne, ich lasse mich von der Vorfreude anspornen, ich glaube daran, dass das Leben noch etwas für mich bereithält. Sehnsucht ist also der Nährboden für meine Lebensziele und kann mich näher zu meinem Lebensglück führen. Nur wer seine Sehnsucht kennt, findet sein Lebensziel und somit auch seinen Lebenssinn.

Unsere Gesellschaft lebt davon, dass Träume und Visionen Wirklichkeit werden. Es sind ganz normale Menschen, die einen Traum haben, eine Vision, für die sie kämpfen. Oft beginnen sie mit einem kleinen ersten Schritt, um ihrer großen Leidenschaft zu folgen. Und so treffen wir immer wieder auf Menschen, die uns zeigen, dass viel mehr möglich ist, als wir denken – wenn wir uns nur trauen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Folge der Spur deiner Sehnsucht von Sabine Bockel und Annemarie Pfeifer.

Sabine Bockel, Annemarie Pfeifer

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