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Jedermanns Liebling

Am Telefon erzählt mir ein Freund, dass ein gemeinsamer Bekannter geäußert hätte, er würde mich schätzen und respektieren, bei einem bestimmten Projekt aber lieber mit jemand anderem zusammenarbeiten. Ich sage „Na klar, das passt für mich!“ und „Natürlich, kann ich verstehen!“, aber in mir brodelt ein Mix aus Enttäuschung, Verletztheit und Wut. So sehr wünsche ich mir, dass alle mich mögen. Ich will jedermanns Liebling sein! 

Mein Kopf weiß, dass man nicht bei allen Menschen beliebt sein kann. Aber mein Herz sehnt sich immer wieder nach diesem bedingungslosen Ja. Ich will geliebt werden, geschätzt, bewundert und erkannt. Ich wünsche mir, dass man mich sieht, so wie ich bin, und (trotzdem) liebt.

Wahrscheinlich war dieses Sehnen von Anfang an in mir. Und jede Erfahrung der Ablehnung hat ihm einen Schlag versetzt. Da gab es dieses Mädchen in der Grundschule, das alle meine Freundinnen zu ihrer Geburtstagsparty einlud. Nur mich nicht. Da gab es diesen Moment im Sportunterricht, als die Mannschaften für das Völkerballturnier zusammengestellt wurden. Ich war diejenige, die als Letzte noch auf der Bank saß. Da gab es diese große Liebe, von der ich dachte, wir ständen am Anfang einer Beziehung. Nur, um in einem besonders verletzlichen Moment zu hören, dass er sich in eine andere verliebt hatte.

Immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht, nicht gut genug zu sein, nicht talentiert genug, nicht schön genug. Da gibt es andere, die sind sportlicher, blonder, schneller, intelligenter und wortgewandter als ich. Alle Blicke richten sich auf sie. Und ich bleibe übrig.

Als ich zum Glauben an Jesus fand, war ich mir lange Zeit nicht sicher, was Gott von mir erwartete. War ich gut genug? Betete ich genug? War er nicht oft enttäuscht von mir und wünschte sich, ich wäre eine bessere Version meiner selbst? Dann malte mir Gott vor einiger Zeit ein Bild vor Augen, das mein Herz für immer veränderte.

In meiner Vorstellung befand ich mich im Himmel. Eine Gruppe von Menschen stand zusammen, und mittendrin war Jesus. Ich befand mich ein Stückchen abseits und da war es wieder, dieses Gefühl, nicht dazuzugehören. Plötzlich sahen mich die anderen an. Mein Herz klopfte ganz schnell. Da streckte Jesus mir seine Hand entgegen und sagte laut: „Sie gehört zu mir!“ Seine Stimme und sein Lächeln zeigten mir, dass ich in diesem Moment der wichtigste Mensch für ihn war. Ich war Teil seines Teams. Alle meine Gefühle der Unzulänglichkeit waren weg. Ich gehörte zu ihm!

Menschen werden mich ablehnen, mich nicht mögen oder nicht mit mir zusammenarbeiten wollen. Selbst in den besten Beziehungen passieren Verletzungen. Das tut weh. Und ich glaube, es darf auch ein wenig schmerzen. Auf dieser Seite des Himmels werde ich die Annahme, nach der ich mich sehne, von Menschen weder immer empfangen, noch immer geben können.

Doch wenn es mir gelingt, den Blick von meinen Wunden der Ablehnung zu lösen und in das gütige Gesicht Jesu zu blicken, dann kann ich wieder zu der tiefen Wahrheit zurückkehren, dass der Liebling des Himmels, der Herr über Leben und Tod und der Erschaffer meiner Seele Ja zu mir sagt und mir seine Hand entgegenstreckt. Unter seinem liebevollen Blick darf ich leben. Ich muss nicht jedermanns Liebling sein, ich bin Gottes Liebling. Und das ist mehr als genug.

Drei kleine Tipps:

Erinnerung: Immer wieder lese ich es in der Bibel nach, um es zu begreifen: Wenn ich zu Jesus gehöre, hat er mich vor Grundlegung der Welt auserwählt, sein Leben für mich gegeben, mich von aller Schuld befreit und verspricht mir einen Platz im Himmel bei ihm. Was für ein Geschenk!

Heilung: Auf der Grundlage von Gottes Ja zu mir darf ich Frieden schließen mit meiner Geschichte, meinem Körper, meinen Begabungen und Grenzen. Wenn ich mir die Ablehnung in der Vergangenheit bewusstmache und Gottes Heilung und Vergebung in Anspruch nehme, kann ich immer freier werden von Bitterkeit und Vergleichsdenken.     

Festigkeit: Wer weiß, was er kann, kann auch besser ertragen, was er nicht kann. Meine Stärken zu kennen, hat mir geholfen zu akzeptieren, dass ich weder eine olympische Goldmedaille noch einen Superstar-Titel bekommen werde. Dafür kann ich fröhlich einsetzen, was Gott mir geschenkt hat, um ihn und andere zu erfreuen.

Saskia Barthelmeß

Dieser Artikel erschien in Lydia 4/2020.

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