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Ich möchte so gerne schön sein

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„Iiihh, die Schuhe sind voll eklig und passen gar nicht zur Hose! Und deine Haare, iiihh! Nichts passt!“ Das musste sich meine kleine Tochter Gabi mit knapp vier Jahren von zwei Jungs im Kindergarten anhören.

Lügen aufdecken

Unsicherheit übers Aussehen schon im Kindergarten? Leider fängt der Kampf mit den Selbstzweifeln oft früh an. Und gerade die Sätze, die wir als Kinder hören, meißeln sich tief ins Herz ein. Manchen Makel verstecken wir als dunkles Geheimnis. Leise dominiert er unser Leben und unsere Entscheidungen. Nur wir wissen, weshalb wir nicht ins Schwimmbad mitgehen, auf Fotos nicht lächeln, uns immer die Haare glätten, uns ohne Make-up nicht aus dem Haus wagen oder ungern mit der Hand grüßen … Lieber würden wir sterben, als unser tiefstes Geheimnis preiszugeben. Dabei sind viele dieser Sätze gar nicht wahr! Sie besitzen nur Macht, solange wir nicht darüber sprechen, zum Beispiel mit einer guten Freundin: „Was meinst du dazu? Stimmt das? Ist das wirklich so schlimm?“ Durch ein einfaches Gespräch lässt sich schon neuer Mut und neue Freiheit gewinnen: mal einen Monat ohne Make-up leben, einen Besuch im Schwimmbad genießen oder statt einer weiten Hose einen Rock tragen.

Schöne Worte verschenken statt neiden

Frauen mögen dafür bekannt sein, dass sie viel reden. Aber ich glaube, was das Thema „Schönheit“ angeht, sagen wir uns nicht genug. Deshalb möchte ich bewusst – statt neidisch zu sein – aussprechen, was mir an anderen gefällt: „Die Farbe steht dir unglaublich gut!“ „Deine Augen strahlen!“ „Du hast tolle Kurven!“ „Deine Stimme klingt beruhigend.“ Der Effekt ist unvorstellbar. Manche Frauen haben jahrelang kein Kompliment gehört! Sie werden lange, lange an den ermutigenden Worten zehren. Wir Frauen brauchen einander. Denn wir sind leider schrecklich subjektiv. Wir schauen uns im Spiegel an, sehen aber nichts – oder nur Negatives! Deshalb brauchen wir gute Freundinnen, die uns einen neuen Blick für uns selbst geben: „Was findest du schön an mir? Und warum?“ Gemeinsam können wir Frauen uns so gegen falsche Zweifel wappnen und stärken!

Innerlich zur Ruhe kommen

Das Verlangen nach Perfektion und mehr Schönheit wird nicht gestillt durch noch mehr Sachen, Schmuck oder Schminke. Ganz im Gegenteil. Der Durst wächst, zusammen mit dem Frust. Das habe ich als Make-up-Künstlerin gelernt. Die schönsten Models kämpfen am meisten mit Unsicherheit! Denn die Schönheit ist nie perfekt genug. Dieses permanente Streben und Eifern macht nicht zufriedener. Warum? Der Kern der Antwort liegt, glaube ich, in einer tieferen Frage verborgen: Weshalb möchte ich schön sein? Wofür strample ich mich ab und leiste, verschönere, glätte, verdecke, färbe, entferne ...? Um geliebt und umworben zu werden? Doch Liebe – wirklich erkannt und bedingungslos angenommen sein – lässt sich nicht verdienen. Das gibt es nur geschenkt: bei Gott.

Nur wenn ich mich von meinem himmlischen Vater geliebt weiß, komme ich innerlich zur Ruhe. Wenn sein Frieden mein Herz erfüllt, fühle ich mich schön, sogar wunderschön, rein gewaschen, geschmückt und strahlend. Diese Ruhe erlebe ich in der Begegnung mit ihm, beim Beten, Anbeten oder Bibellesen. Dort beschenkt mich Gott mit „unvergänglichem Schmuck“, den der Apostel Petrus so beschreibt: „Ein sanfter und stiller Geist, der vor Gott sehr kostbar ist“ (1. Petrus 3,4). Ein inneres Angekommen-Sein, eine Ruhe und Gelassenheit, die nach außen strahlt und nie altert. Dann verschwindet auch die Unsicherheit vor Menschen Stück für Stück. Und ich fühle mich makellos schön.

Sefora Nelson ist Sängerin, Song-Schreiberin und Vocal Coach. Dieser Artikel erschien in LYDIA 1/2011.
 

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5 Antworten

  1. „Ein ganz wunderbarer Artikel und eine noch wunderbarere neue Webseite! Ich bin ganz bezaubert vom neuen Internetauftritt der Lydia und freue mich jetzt schon aufs weitere Artikelstöbern!”

  2. „Als Jugendliche mussten meine Zwillingsschwester und ich uns auf Festen nebeneinander stellen und wurden begutachtet, wer von uns, ihrer Ansicht nach, die Hübschere sei. Ich schnitt grundsätzlich schlechter ab. Die Haare zu glatt, die Nase zu lang und kräftiger vom Körperbau. Ich fühlte mich immer hässlich, und bis heute (ich bin 51 Jahre alt), klingen diese Sätze nach.”

  3. Wirklich ein schöner und ermutigender Artikel!!! Vor allem das hat mich direkt angesprochen: "Nur wir wissen, weshalb wir nicht ins Schwimmbad mitgehen, auf Fotos nicht lächeln, uns immer die Haare glätten, uns ohne Make-up nicht aus dem Haus wagen oder ungern mit der Hand grüßen … Lieber würden wir sterben, als unser tiefstes Geheimnis preiszugeben. Dabei sind viele dieser Sätze gar nicht wahr! Sie besitzen nur Macht, solange wir nicht darüber sprechen."
    Wir müssen mehr Mut haben und offen darüber sprechen. Was im Verborgenen ist, kann der Teufel benutzen und verschlimmern, uns mehr Zweifel einreden, damit wir uns schlechter fühlen. Etwas, was ans Licht kommt, kann Gott heilen und zum Guten wenden.

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