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Freude – mehr als

ein Wort

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Seit einigen Jahren lasse ich mir für ein neues Jahr ein „Jahreswort“ von Gott geben, das mich dann in den folgenden Monaten begleitet. Der Gedanke dahinter ist einfach: Anstatt mir zu Beginn eines Jahres große Ziele zu setzen oder eine lange Vorsätze-Liste zu schreiben, konzentriere ich mich mit Gottes Hilfe auf nur ein Wort. Durch diese Fokussierung kann bleibende Veränderung geschehen, da ich mich immer wieder mit derselben Sache beschäftige. Durch den langen Zeitraum entdecke ich immer wieder neue Situationen, in denen das Wort relevant ist.

Wie das Wort zu mir kommt, ist unterschiedlich. Mal bete ich länger darüber und höre in der Stille auf Gott. Häufiger jedoch fällt mir ein Wort am Ende eines Jahres zu, ohne dass ich darüber nachdenke. Wenn ich merke, dass es mich nicht mehr loslässt und mir in immer neuen Kontexten – auch in der Bibellese – entgegenspringt, weiß ich: Das ist es!

In diesem ausklingenden Jahr war mein Jahreswort „Freude“. Oh, was habe ich mich gefreut über dieses Wort! Die Bibelverse, auf die Jesus mich stoßen ließ, klangen verheißungsvoll, zum Beispiel:

„Du hast meine Trauer in einen Tanz voller Freude verwandelt. Du hast mir die Trauergewänder ausgezogen und mir Freude geschenkt, damit ich dich preise und nicht schweige. Herr, mein Gott, für immer will ich dir danken!“
(Psalm 30,12–13)

Bei diesen Worten ging mir das Herz auf. So manches Anstrengende der letzten Jahre fiel mir ein und ich dachte: Ja, Herr, jetzt ist das vorbei. Jetzt kommt die Ernte, jetzt kommt der Segen, jetzt ist die schwierige Zeit vorüber! Durch die Beschäftigung mit diesem Jahreswort ist mir bewusst geworden, wie sehr Freude zu meinen geistlichen Grundlagen gehört. Sie ist eine Frucht des Geistes aus Galater 5 und wird dort direkt nach der Liebe genannt.

Freude in der Krise

Tatsächlich hatte ich jedoch eines meiner eindrücklichsten Freude-Erlebnisse mitten in einer Krise: Im Frühjahr machte mir eine Geschäftspartnerin unerwartet große Probleme, wodurch ich die Abgabefrist eines Auftrags nicht einhalten konnte. Zunächst brachte mich das sehr aus dem Konzept. So etwas hatte ich noch nie erlebt, obwohl ich bereits über zehn Jahre selbstständig bin. Ich war fassungslos, wütend und bestürzt, machte mir große Sorgen. So schrieb ich mehrere Freundinnen und Freunde aus meiner Gemeinde an und bat sie, für die Situation zu beten.

Was ich dann erlebte, war erstaunlich: Mitten im Chaos, als noch nicht klar war, ob die Geschäftspartnerin zu ihrem Wort stehen würde, spürte ich auf einmal eine tiefe Freude in mir aufsteigen. Von einem Moment auf den anderen hatte ich die Gewissheit, dass Jesus alles zu einem guten Ausgang führen würde. Die Frau begann mir sogar leidzutun. Ich sah sie mit Gottes Augen: ihre schlechten Erfahrungen, ihre Bitterkeit, ihr Gefühl, ungerecht behandelt und nicht wertgeschätzt zu werden.

Diese Kehrtwende ist mir lange nachgegangen. Jesus hat mir durch dieses Erlebnis gezeigt: Seine Freude ist nicht abhängig von den Umständen. Sie ist stark mit seiner Person verknüpft.

Er ist der Sieger, der am Ende alles zu einem guten Ende führt.
Er ist der Friedensstifter, der selbst in unlösbaren Situationen noch Lösungen und vor allem seinen Frieden schenkt.
Er ist der, der einen Perspektivwechsel möglich macht und hilft, auch die andere Seite zu sehen.

Übrigens gab es tatsächlich ein Happy End: Ich hatte eine verständnisvolle Auftraggeberin, und letztlich erhielt ich von meiner Geschäftspartnerin, was ich brauchte, um den Auftrag abzuschließen.

Veröffentlicht am 29. Dezember 2021

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