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Melanie Pongratz

Kopfsprung aus der Komfortzone

Das Joggen und ich. Lange Zeit waren wir definitiv keine großen Freunde. Aber irgendwann lief es bei uns – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich laufe immer eine bestimmte Strecke, den friedlich fließenden Rhein entlang, vorbei an spazierenden Hundebesitzern und Muttis und Vatis mit ihren Kindern. Dreißig Minuten, die mir gehören. Mir und Jesus. Meine Runden haben sich über die Zeit quasi – ich kann es selbst kaum glauben – zu Gebetsrunden entwickelt.

In dieser Zeit besprechen Jesus und ich alles Mögliche. Zurzeit bewegt mich die Frage, warum wir Christen oft stillstehen. Wir haben die beste Botschaft der Welt, aber häufig schaffen wir es nicht, diese Botschaft außerhalb unserer Komfortzone, bestehend aus Lobpreisabenden und sonstigen christlichen Veranstaltungen, zu teilen. Wir singen davon, was bei Gott alles möglich ist, begeben uns aber nie in ein Umfeld, wo wir vor dem Unmöglichen stehen und dringend ein Wunder bräuchten. Wir hören, was Gott sagt und wie er zu uns spricht, trauen uns aber nicht, seinem Auftrag nachzugehen.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Kümmere dich um die Menschen. Vollbringe Wunder in meinem Namen. Mache Menschen zu meinen Nachfolgern. Klingt nach einer riesigen Aufgabe, aber ich glaube, es geht dabei auch um die kleinen Momente, in denen wir uns entscheiden können, Menschen zu lieben.

Genau das hab ich Jesus bei meiner letzten Joggingrunde erzählt und dabei ein „gefährliches“ Gebet gesprochen: „Jesus, hilf mir bitte, jeden Impuls, den du mir gibst, ernst zu nehmen und einfach mal zu machen, was du mir aufs Herz legst!“ Die Antwort kam ziemlich schnell: „Siehst du die Menschen da auf der Bank? Geh hin und frage, ob du für sie beten darfst!“ Puh... krass.

Ich würde mich nicht gerade als Straßenevangelistin bezeichnen. Um ehrlich zu sein, lösen solche Situationen bei mir eher den Panikmodus aus. Aber ich entschloss mich, Mut zu fassen und den Kopfsprung aus der Komfortzone heraus ins offene Meer der göttlichen Wunder zu wagen. Verschwitzt und ziemlich aus der Puste lief ich auf die zwei Männer zu. Einer von ihnen saß im Rollstuhl. Das ist jetzt aber sehr Klischee, Jesus!, dachte ich.

„Entschuldigung, ich will Sie nicht stören, aber ich bin hier gerade entlanggelaufen und Gott hat mir Sie beide aufs Herz gelegt. Ich bin Christ und wollte einfach mal fragen, ob ich für Sie beten darf?“ Zu meiner großen Freude sagten beide prompt „Na klar!“ und so betete ich. Nicht lange, keine großen Worte. „Amen“. Ich schaute hoch. Beide lächelten. Ich wünschte ihnen einen schönen Abend und machte mich auf zu einer letzten Runde. Als ich dann noch einmal an den beiden vorbeilief, bekam ich einen freundlichen Daumen nach oben und Gesichter voll Freude.

Der Mann im Rollstuhl hat in diesem Moment keine Heilung erfahren. Die beiden haben nicht, völlig überwältigt von Jesu Liebe, weinend Gott ihr Herz geöffnet. Es blieb ein kleiner Moment. Ein Moment, in dem Gott zu mir gesprochen und ich in dem Vertrauen, dass er weiß, was er tut, einfach mal gemacht habe. Und wer weiß, was diese zwei Männer noch erleben werden, wenn andere Christen ihnen begegnen, die auch das tun, was Jesus getan hat – Menschen lieben.

Melanie Pongratz bloggt auf herzensfreundinnen.de über Lebens- und Glaubensfragen, die Frauen bewegen.
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Gott handelt – nicht immer so spektakulär, wie wir es vielleicht erwarten, manchmal nur ganz leise und unaufdringlich. Doch wenn er es tut, ist es immer ein Wunder, das alles verändern kann.

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