Heute habe ich mir vorgenommen, die Unterlagen für unsere Steuererklärung herauszusuchen. Wohlgemerkt für das vorletzte Jahr. Seit wir einen Steuerberater haben, schiebe ich diese unliebsame Pflicht immer weiter vor mir her. Da ich selbstständig bin, kann ich mich davor auf lange Sicht nicht drücken. Um mich selbst auszutricksen, habe ich mir extra zwei Tage reserviert, an denen ich nichts anderes tue.
Ich verbringe Stunden damit, Bescheinigungen abzurufen, Rechnungen und Kontoauszüge zu überprüfen, Summen zu addieren und Formulare auszufüllen. Zahlen sind einfach nicht meins – Buchstaben und Worte liegen mir mehr. Ich seufze. Nimmt das denn kein Ende? Am liebsten würde ich etwas anderes tun, egal was. Meine Motivation sinkt langsam, aber sicher auf den Tiefpunkt, auch wenn ich vorankomme.
Schließlich halte ich inne und spreche mit Jesus. Sage ihm ehrlich, wie es mir geht und dass ich überhaupt keine Lust mehr habe. Da spüre ich, wie der Heilige Geist mich anstupst und sanft, aber nachdrücklich ermutigt, weiterzumachen. Okay, noch eine Aufgabe erledige ich, denke ich, gebe mir einen Ruck und mache weiter.
Diese Erfahrung wiederholt sich an diesem Tag noch mehrmals. Wann immer ich kurz davor stehe, abzubrechen, spreche ich ein kurzes Gebet und merke, wie er mir hilft, meinen Widerwillen gegen diese Arbeit zu überwinden. Ich bleibe dran und habe am Ende der beiden Tage zwei meiner Ziele erreicht: Die erste Buchhaltung ist abgeschlossen, die Steuerunterlagen für das vorletzte Jahr reiche ich am selben Abend beim Steuerberater ein.
Doch was mir viel kostbarer ist: Ich habe erlebt, wie der „Geist der Selbstüberwindung“ (vgl. 2. Timotheus 1,7) mir zur Seite gestanden ist.
An diese Erfahrung will ich das nächste Mal denken, wenn es wieder um Zahlen geht – oder eine andere Aufgabe, für die mir die Motivation fehlt. Und mich daran erinnern: Unsere Schwäche ist auch immer der Ort, wo Gott uns begegnen kann.
4 Kommentare
Oh, das kann ich so gut nachvollziehen. Ich habe zum Glück noch einen lieben Mann, der das mit den Zahlen besser kann als ich.
Weil ich mich gut selbst motivieren kann, Pflichten möglichst gleich zu erledigen, wird der Berg nicht so groß, aber dass mir der heilige Geist dabei helfen würde?
Ich werde diese Woche mehr darauf achten. Danke für Ihren Beitrag!
Dorothea Trautvetter
Vielen Dank, Frau Middeler, für diesen Beitrag; besonders für den Hinweis auf 2. Timotheus 1, 7. das ist nämlich mein Taufspruch, den meine Eltern für mich ausgesucht haben. Ich bin ihnen dafür immer wieder sehr dankbar. Schon oft habe ich ihn mir in Erinnerung gerufen, wenn Depressionen mich niederdrücken wollten. Dieser Vers half mir dann wieder auf.
Weiterhin gute Erfahrungen mit der Bibel und eine gesegnete Zeit.
Bei uns ist auch mein lieber Mann derjenige, der sich um die Steuererklärung kümmert.
Danke für diese mutmachende Botschaft. Ich brauchte sie so dringend weil ich durch Krankheit oft kaum Kraft habe für den nächsten Schritt .Wie gut das ich dann zu Jesus kommen kann!
Hannelore
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DANKE für den Hinweis auf diesen wunderbar ermutigenden Vers:
"Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern erfüllt uns mit KRAFT, LIEBE und BESONNENHEIT !!! - 2.Timotheus 1,7