Mein lieber Jona,
ich finde, du hast echt Glück gehabt, dass Gott so einen wie dich zum Propheten gemacht hat.
Ich verstehe Gott da ehrlich gesagt nicht. Und ich verstehe auch dein Verhalten nicht.
Wie konntest du nur so einfach Gottes Auftrag ablehnen und vor ihm, dem Allmächtigen, fliehen wollen?
Und dann später, als er dich doch dazu gebracht hatte, den Auftrag auszuführen, saßt du schmollend in der Ecke wie ein kleines Kind. Statt dich zu freuen, dass Gott barmherzig war, hast du in Selbstmitleid gebadet.
Aber, lieber Jona, je mehr ich mich mit dem beschäftige, was von dir in Gottes Wort berichtet wird, desto mehr finde ich mich selbst in deinem Verhalten wieder – wie beschämend für mich.
Schließlich habe ich ja auch einen Auftrag von Gott.
Er möchte, dass ich hingehe und den Menschen von ihm erzähle, damit noch viele andere ihm nachfolgen. Und ich? Allzu oft ist es mir zu unbequem, ja manchmal sogar peinlich, anderen von meinem Glauben zu erzählen. Allzu oft ist es mir egal, ob die Menschen in meinem Umfeld Jesus kennen oder nicht.
Dabei fällt mir auf, dass die Botschaft, die ich weitergeben darf, eine Botschaft der Liebe Gottes ist, eine wirklich gute Nachricht. Deine Botschaft, Jona, war erst einmal gar nicht gut. Du solltest Gottes Zorn über Ninives Sünde verkündigen und ihnen sogar ihren Untergang androhen. Wer will schon gern eine solche Hiobsbotschaft verkündigen?
Langsam wächst mein Verständnis für dich, Jona. Es tut mir leid, dass ich dich so vorschnell verurteilt habe. Leider passiert mir das auch bei meinen Mitmenschen immer wieder.
Ja, mir fällt sogar auf, dass ich ganz schön viel von dir lernen kann:
Du hast vor den Schiffsleuten offen deinen Glauben bekannt und hast dein Leben geopfert, damit sie nicht sterben müssen. Schließlich wusstest du ja nicht, dass Gott den großen Fisch schicken würde, um dich zu retten. Als du dann im Bauch dieses Fisches warst, hast du nicht mit Gott gehadert, sondern ihn von Herzen gelobt. Und tatsächlich hast du nach deiner wunderbaren Rettung Gott schon bei der erneuten Aufforderung gehorcht und seinen Auftrag ausgeführt.
Lieber Jona, in all diesen Punkten bist du ein großes Vorbild für mich.
Ich bin froh, dass deine Geschichte in der Bibel steht. Dass ich lesen kann, dass Gott keine fehlerlosen, perfekten Menschen beruft, sondern Menschen wie dich, Jona, Menschen mit Ecken und Kanten.
Das macht mir Mut, dass er auch mich gebrauchen kann.
Außerdem ermutigt mich deine Geschichte sehr, weil ich darin lese, dass Gott, mein himmlischer Vater, die Macht hat, einen Sturm, einen Fisch, einen Wurm und einen Wind herbeizurufen und durch sie seine Absichten zu erfüllen. In diesen vier Kapiteln zeigt sich mir so viel von Gottes Allmacht!
Diesem wirklich allmächtigen Gott will ich wieder ganz neu vertrauen und ihm will ich gehorsam sein.
Deshalb, mein lieber Jona: Ich freue mich, dass mein Gott so einen wie dich zum Propheten berufen hat und dass deine Geschichte in der Bibel zu finden ist.
9 Antworten
Liebe Frau Malessa, wunderbare Gedanken sind das. Ich stimme Ihnen voll zu und danke Ihnen, dass Sie dieses Zwiegespräch für uns aufgeschrieben haben.
Heidrun Hemmerling
liebe Elisabeth Malessa, danke für diesen neuen Blick auf Jona. Sehr ermutigend. ❤️liche Erika
Amen!
Ganz herzlichen Dank - ☺️ Ihr Brief hat auch mir wieder die Augen geöffnet! Vielen lieben Dank !
herzerfrischend geschrieben - einfach wunderbar - danke, dass wir uns immer wieder in den biblischen Geschichten wiederfinden dürfen. Besonders wenn der Bibeltext, den man schon so oft gelesen hat, so liebevoll aufbereitet wurde. DANKE dafür.
liebe Grüße von Tina
Danke, für diese wunderbaren Gedanken .
Grüssle Alexandra
Danke Elisabeth,
es kommt mir so vor als hättest du für mich diese Worte geschriebn, denn es geht mir genau so wie dir. Ich bin so dankbar, dass es Menschen gibt die den Mut haben andern Menschen niederzuschreiben wie es ihnen geht. DANKE!
Lieber Gruss von Nelly
Danke für diesen schönen Hinweis, und diesen neuen Blick.
Oh ja , wie oft bin ich auch verurteilend und rechthaberich .
Da will ich auch von Jona lernen den Ruf Gottes zu hören und seinem Willen zu folgen.