In unserer Gemeinde gibt es ein sogenanntes Monatslied. Dieses Lied singen wir im jeweiligen Monat zu Beginn eines jeden Gottesdienstes. Jetzt im April war es das Lied „Herr du bist mächtig“. Darin heißt es: „Großer Gott, du hast dich klein gemacht.“
Ja, unser großer Gott hat sich wirklich klein gemacht, als er die himmlische Herrlichkeit verließ, um als hilfloses Baby auf die Welt zu kommen und schließlich verspottet, verraten, verleugnet und gekreuzigt wurde. Wie gut, sich das jeden Sonntag in diesem Monat neu bewusst zu machen.
Doch auf einmal denke ich, bei mir könnte es auch manchmal heißen:
„Großer Gott, ich habe dich klein gemacht.“
Manchmal traue ich meinem großen Gott nur ganz wenig zu und denke, ich müsste mich um alles selbst kümmern. Ich räume ihm nur einen kleinen Platz in meinem Herzen ein.
Tatsächlich gibt es Augenblicke, in denen ich mir einbilde, das meiste in meinem Leben aus eigener Kraft und mit meinem eigenen Fleiß erreicht zu haben und dass ich doch eigentlich mein Leben ganz gut selbst im Griff habe.
Außerdem fällt es mir manchmal wirklich schwer, das, was Gott zu mir in seinem Wort sagt, richtig ernst zu nehmen und nach seinem Willen zu handeln.
Es gibt Zeiten, da ist mir die Meinung anderer Menschen und ihre Anerkennung wichtiger.
Ja, ich habe mich sogar schon dabei ertappt, dass es mir peinlich war, mich klar zu meinem Glauben, zu meinem Gott zu bekennen.
Und manchmal würde ich Gott gerne beraten. Ihm sagen, wie er in einer konkreten Situation am besten helfen kann. Und wenn Gott dann nicht nach meinem Willen handelt, fällt es mir schwer, ihm weiter zu vertrauen.
Und so könnte ich noch manches aufzählen.
Ich erschrecke über mich selbst und bete:
„Großer Gott, du hast dich klein gemacht für mich und dafür danke ich dir von ganzem Herzen. Vergib mir bitte, wenn ich dich klein mache und hilf mir, dir alles zuzutrauen und dich an die erste Stelle in meinem Leben zu setzen.“
4 Kommentare
Liebe Frau Malessa,
leider allzu wahr. Es geht nicht nur Ihnen so, Gott braucht meine guten Ratschläge wohl auch eher nicht.
Danke für den Text!
Dorothea Trautvetter
Wie gut, dass es nicht nur mir so geht! Danke für die ehrlichen Gedanken und möge es uns allen gelingen, in jeder Situation auf die Allmacht unseres himmlischen Vaters zu vertrauen!
Dem Geschriebenen und den beiden Antworten kann ich nur zustimmen.
So geht es mir auch!
Manchmal denke ich, dass ich Gott beleidige wenn ich ihm nicht wirklich vertraue...