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Montag, 13.03.2023

Vorstellungsgespräch

bei Gott

Ich wollte mich beruflich verändern, neue Wege beschreiten, ein frisches Kapitel aufschlagen. Wäre da nur nicht vorher dieses nervenaufreibende Vorstellungsgespräch! Ein solches hatte ich vor einiger Zeit. Ich wollte den Job unbedingt, habe das Unternehmen recherchiert, habe Fragen aufgeschrieben und mir die richtigen Worte zurechtgelegt. Kurz: Ich bereitete mich optimal auf das Kennenlernen vor. Freudig, aber auch nervös, bin ich in das Gespräch gegangen und es verlief sehr gut.

Am Abend nach dem Termin habe ich noch lange darüber nachgedacht, habe jede Szene nachspielt, jede meiner Antworten im Kopf analysiert. Dabei kam mir der Gedanke: Wie sähe wohl ein Vorstellungsgespräch bei Gott aus? Um an seinem Reich mitzubauen, zu seinem Team zu gehören? Und: Auf welche Stelle würde ich mich bewerben?

Ich spannte die Szene weiter, stellte mir vor, welche Fragen Gott mir stellen würde. Vielleicht: „Was zeichnet dich aus?“, „Woran hängt dein Herz, und warum?“, „Wo sind deine Stärken, wo deine Schwächen?“ Möglicherweise auch: „Welche Erwartungen hast du an mich?“ (Und welche Erwartungen hat er wohl an mich?) Was würde ich antworten? Wie würde ich abschneiden?

Zugegebenermaßen ist die Vorstellung von einem solchen Bewerbungsgespräch nicht realistisch. Dennoch lohnte sich für mich die Reflektion. Denn letztlich sind es Fragen, die Gott tatsächlich stellt, wenn er mit mir redet. Immer wieder aufs Neue: in Unterhaltungen mit anderen, während des Bibellesen, im Gebet oder durch einen Gedankengang. Gott möchte, dass ich ihn aufsuche, ihn immer wieder neu und besser kennenlerne. Dabei geht es um mehr als meine berufliche Zukunft. Es geht um die Zukunft meines Lebens, darum, wie ich meine Zeit investiere und ob ich an seinem Reich mitbaue.

Immer wieder finde ich nicht die richtigen Worte, korrigiere meine Antworten. Wie beruhigend, dass es ihm nicht auf die perfekte Performance ankommt. Denn das ultimative Angebot hat er mir bereits gemacht: eine lebendige Beziehung mit ihm. Und das ist zeitlich unbefristet. Er hat immer einen Platz für mich, ich muss mich nicht beweisen.

Diese Gewissheit beruhigte mich am Abend nach meinem Vorstellungsgespräch und ließ mich dankbar auf meinen Gott blicken. Denn ich erinnerte mich an das, was ich von ihm weiß: Er ist ein Gott, der für mich sorgt und mich liebt mit allen Stärken und Schwächen. Der nur das Beste für mich will. Und der auch in Momenten voller Nervosität und Selbstzweifel für mich da ist. Der Gebete erhört und neue Wege bereitet. Umso mehr freute es mich, als ich am darauffolgenden Tag die Zusage für die neue Stelle erhielt.

Sina Hottenbacher

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3 Antworten

  1. Liebe Sina, vielen Danke für den Vergleich aus deinem Alltag. Ich habe es ausprobiert, mit dem Vorstellungsgespräch mit Gott. Das hat mich noch einmal an die Qualitäten von Gottes Reich erinnert, an seine Gaben und seine Möglichkeiten, sein einzigartiges Königreich. Ja, da möchte ich gerne mitarbeiten, in meinem Alltag.

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