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Montag, 30.07.2018

Verfügbar sein

In wenigen Wochen steht mir ein missionarischer Kurzeinsatz in Marokko bevor, für den ich mich schon vor langer Zeit angemeldet habe. Der Abreisetag rückt immer näher und meine Gedanken und Gebete kreisen zunehmend um das Zielland, die Menschen, die Reise, das Team und vieles mehr. Einerseits freue ich mich riesig auf diese Zeit, in der ich bestimmt viele neue Erfahrungen sammeln und mit wertvollen Begegnungen und Erinnerungen zurückkommen werde. Andererseits machen sich Zweifel in mir breit: War das wirklich eine gute Idee? Meinen Mann und die Kinder über die Ferien allein zu Hause zu lassen? Was wird da auf mich zukommen? Wie soll ich mit den Einheimischen in meinem mittelmäßigen Schulenglisch kommunizieren? Bin ich überhaupt in der Lage, anderen von Jesus zu erzählen? Und überhaupt, was soll ich schon dazu beitragen, damit ich für das Projekt und die Gruppe von Nutzen bin? Ich kann doch alles nur mittelmäßig und nichts richtig gut.
Während ich am Montagmorgen auf meiner üblichen Joggingrunde unterwegs bin, kreisen meine Gedanken um diese Themen und ich komme frustriert zu Hause an. Überzeugt, dass es eine dumme Idee von mir war, mich für den Einsatz anzumelden, fasse ich den Beschluss, den Platz einem jungen Erwachsenen zu schenken, der gern mitgehen würde, aber das für die Reise notwendige Geld nicht hat.
Nachdem ich mich frisch geduscht an meinen Computer gesetzt, meine E-Mails gelesen und mich bei Facebook eingeloggt habe, springt mir der erste Post auf der Seite förmlich ins Gesicht und dann mitten ins Herz. Da steht sie, die Antwort auf mein Hadern und Zweifeln während der letzten Stunden. Treffender könnte man es nicht auf den Punkt bringen. Noch dazu kommt der Beitrag vom Leiter des Missionswerkes, das meinen Einsatz organisiert. Ein Foto von einer jungen Frau ist zu sehen, die mitten unter Einheimischen in Uganda steht – tatenlos, beobachtend, interessiert. Unter dem Foto steht: „Die bloße Verfügbarkeit ist eine der wichtigsten Arten von Diensten, die wir jemand anderem geben können.“ Wumm!
Warum habe ich das bisher nicht kapiert und stattdessen gedacht, ich müsse etwas leisten oder bestimmte Gaben haben, um anderen dienen zu können? Warum habe ich mich wieder einmal von diesen Leistungsgedanken einfangen lassen? Ein großer, großer Stein fällt von meinem Herzen, weil ich in dieser Sekunde weiß: Das ist die Antwort auf alle meine selbstzweifelnden Fragen. Wie großartig, dass Gott immer wieder auf kreative Art und Weise Mitmenschen und Wege gebraucht, um mich zu ermutigen und auf seine Gnade hinzuweisen. Groß sind seine Treue und Güte jeden Tag neu!

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