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Montag, 13.04.2020

Ruhe finden für die Seele

In diesem Jahr ist Ostern gefühlt der wichtigste Termin in Deutschland. Seit Wochen hören wir von den Politikern: Wir warten bis Ostern, ob die Erkrankungszahlen sich verändern. Wir entscheiden nach Ostern, wie es weitergehen wird. Nach Ostern informieren wir darüber, ob die Schulen wieder geöffnet werden …
Das wichtigste Fest der Christen ist zu einem Meilenstein dieser Krisenzeit geworden. Die Bedeutung von Ostern, dass Jesus als einziger Mensch am dritten Tag nach seinem Tod zurück auf die Erde kam, geht dabei eher unter. Das tut sie allerdings in anderen Jahren in der Gesellschaft auch. Dabei ist genau diese Botschaft unser wichtigster Trost: Jesus hat Schmerzen, Demütigung und den Tod überwunden. Jesus hat uns gezeigt, wie sehr er uns liebt – und dass es ein Leben nach dem Tod gibt.
Gibt es einen schlüssigeren Grund für uns, im Vertrauen auf ihn und aus der Hoffnung zu leben?
Voraussetzung dafür ist, dass wir es schaffen, trotz und in der aktuellen Krise auf Jesus zu schauen. Das fällt manchmal schwer, wenn Gottesdienste „nur“ online stattfinden, wenn Gemeinschaft fehlt und Sorgen und Ängste immer größer werden.
Durch eine Operation am Knie habe ich seit knapp acht Wochen die Wohnung nur zu Arztbesuchen verlassen. Ich hatte mich so darauf gefreut, wieder in den Gottesdienst gehen zu können, Freunde und Familie zu besuchen, auch unser Jahresurlaub war für die Osterferien geplant.
Und dann kam Corona – und machte meine Ideen und Pläne zunichte.
Als klar wurde, wie gefährlich dieses Virus ist, verfolgte ich fast im Stundentakt die Nachrichten, saugte alle Fakten auf. Immer mehr TV-Formate, aber auch Online-Angebote von Gemeinden folgten in der zweiten Woche. Irgendwann merkte ich, wie das Virus meine Gedanken infiltriert hatte, wie ich, die sonst selten den Fernseher einschaltet, nun ständig Nachrichten und Talkrunden zum Thema schaute. Die tägliche Statistik der Fallzahlen deprimierte mich.
Also hörte ich Predigten von unterschiedlichen Rednern, schaute Video-Andachten, beteiligte mich an Gebetszeiten und versuchte daneben, mit meiner Familie und meinen Freunden und Arbeitskollegen Kontakt zu halten.
Daneben musste das Homeschooling meiner Tochter und unser Familienalltag organisiert werden. Ich merkte, wie das alles meine Gedanken ausfüllte und wie der Kontakt zu Gott weniger wurde.
Mir fehlte die Besinnung, das Innehalten vor Gott.
Die wertvolle Zeit, in der ich selbst in der Bibel las und dabei über Gott, sein Handeln und sein Wesen nachdachte, war zu kurz gekommen. Auch die Gebetszeiten wurden immer kürzer. Ich merkte (einmal wieder), dass ich auf das persönliche Bibellesen nicht verzichten möchte, dass ich die Stille brauche.
Ich setzte mich direkt mit der Bibel hin und landete beim Brief an die Philipper. Dort schrieb der Apostel Paulus: „Ob ich nun wenig oder viel habe, ich habe gelernt, mit jeder Situation fertig zu werden. (…) denn alles ist mir möglich durch Christus, der mir die Kraft gibt, die ich brauche“ (Philipper 4,12–13).
Das las ich an einem Tag, an dem sich das Selbstmitleid in mir ausbreitete. Ich war traurig, weil unser lange vorbereiteter Urlaub ausfiel, ich war genervt, weil meine Ruhe zu Hause dahin war.
Und dann das: „Ich habe gelernt, mit jeder Situation fertig zu werden.“ Je länger ich darüber nachdachte, desto stärker bewegten mich diese Worte. Paulus musste mit ganz anderen Situationen fertig werden. Diese Worte hat er vermutlich im Gefängnis geschrieben – und die Zeit dort genutzt, um anderen vom Glauben zu erzählen und Christen per Brief zu ermutigen.
Wenn ich selbst in Gottes Wort lese, meine negativen Gedanken, meine Unausgeglichenheit, meine Abhängigkeit vor Gott ausbreite, schenkt er mir Worte und Gedanken, die mir helfen.
Jesus lädt uns dazu ein: „Kommt zu mir, all ihr Geplagten und Beladenen: Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanft und demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele“ (Matthäus 11,28–29).
Meine Situation annehmen und Ruhe finden in Jesus, das möchte ich in den nächsten Tagen weiter üben. Egal, welche Entscheidung die Politiker nach Ostern treffen werden. Jesus hat Ängste, Schmerzen und sogar den Tod überwunden. Daran halte ich mich fest. Egal, wie es weitergeht.

Ellen Nieswiodek-Martin

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15 Antworten

  1. Herzlichen Dank liebe Ellen für diese offenen ermutigenden Worte. Genau das hab ich heute morgen gebraucht. Gott segne dich.

  2. Darf ich überhaupt die Lydia als mann lesen? Meine Frau schreibt manchmal in der Lydia und ich unterstütze sie am PC technisch dabei und sie hat die Lydia abonniert, dann darf ich ja auch hineinschauen. Nun habe ich Ihren Artikel zu Corona und ostern gelesen und er hat mich sehr angesprochen und mich dazu angeregt, etwas dazu zu sagen.
    MIr ist es auch wichtig, wie in jeder Situation auch jetzt mich im Herrn zu bergen und die von Ihnen angegebenen Bibelstellen finde ich sehr passend. Was Paulus in Phil. 4,12-13 sagt, ist nachdenkenswert. Er hat es gelernt durch die Erfahrungen mit dem Herrn durch die verschiedenen Täler zu gehen und so können wir es auch lernen, mit Christus durch alle Situationen zu gehen. Er hat es ja in Mt. 11,28-29 versprochen, dass wir bei Ihm Ruhe finden werden und bei Mt. am Letzten, dass er immer bei uns sein wird. Er ist der Einzige, dem man wirklich vertrauen kann! Daran halte ich mich auch fest und kann das nun nach jahrzehntelanger Erfahrung nur weiterempfehlen.

  3. Danke! Es schenkt mir auch in der Corona Virus Zeit durch Bibel lesen, im Gebet zum HERRN zu unterhalten. Wir nehmen alles in Gelassenheit dieses Jahr 2020 mit Urlaub etc. und ich lasse es von dem HERRN alles führen und leiten wie es weiter geht. Wichtig ist, dass Jesus am 3. Tag auferstanden ist und das ER lebt. ER hat alles vollbracht und somit den Tod und die vielen Anfechtungen wie Corona Virus für uns besiegt indem ich meine Sünde immer wieder neu und öfter bekenne......

  4. Immer wieder Danke sagen für all eure ermunternden Beiträge in dieser schwierigen Zeit und
    für euren Beistand zum Glauben an den Einen!

  5. Vielen herzlichen Dank. Diese Worte haben mich sehr ermutigt. Auch mir passiert es oft vor lauter Corona JESUS aus dem Blick zu verlieren. Sorgen und Ängste und auch fehlende Gemeinschaft überrollen mich manchmal sehr. Da ich als Tagesmutter auch in dieser Zeit keine Tageskinder betreuen darf kommen auch die finanzellen Sorgen dazu.
    Immer wieder muss ich neu auf Jesus schauen und IHM alles geben. ER hat alles in der Hand, unsere Zukunft und Seine Gedanken sind voll Liebe und Frieden !!!!

  6. Seit der Coronakrise darf ich meinen schwerkranken Mann im Pflegeheim nicht mehr besuchen. Jeden 2. Tag bin ich bei ihm gewesen. Der Beitrag gibt genau wieder, wie es uns machmal ergeht. Gott schenkt inneren Frieden und wir können jederzeit Ihm unsere Sorgen nennen. Nur so können wir im Glauben an Gott diese Zeit ertragen und leben. Danke für die Lebensberichte, die ich jedes Mal lese.

  7. Danke für all die guten Beiträge und das es Lydia gibt.
    Es ist ein Trost, dass wir nicht alleine sind

    Ein Erlebnis möchte ich gerne weiter geben.
    Wir haben seit fast 30 Jahren sehr guten Kontakt nach Frankreich. Dort gibt es strengere Regeln als bei uns.
    Die Frau ist vor 3 Jahren gestorben und der Mann sitzt alleine in seinenm Haus. Ich habe ihm zwei Photos geschickt.
    Eines mit Maske und das andere in der Sonne ohne.
    Die Reaktion kam sehr schnell:

    J'aime bien ces deux photos c'est un peu de imimière
    Ich liebe die beiden Photos das ist ein kleines Licht

    Dafür bin ich dankbar dafür, dass ein kleines Licht einen Raum erhellen kann.

  8. Herzlichen Dank für diesen Text! Ähnliche Erfahrungen habe ich auch in der Zeit vor Ostern gemacht. Durch die Reisebeschränkungen dürften wir mit den Kindern nicht zu meinen Eltern fahren, weil sie in einem anderen Bundesland leben und das Besuchen genau gegenteilig erlaubt bzw. verboten ist. Per Skype haben wir uns dann wenigstens kurz gesehen.

    Ich versuche inzwischen mehr Bibel zu lesen, Zeit zum Beten zu nehmen und für jeden Tag dankbar zu sein für das was mir Gutes widerfährt.

    Und dann kam die Ruhe ganz langsam in mein Herz. Und auch Freude zog wieder ein.

    Ja - Jesus ist und bleibt einfach immer derselbe egal wie die Welt gerade aussieht.

    Danke nochmal für den ermutigenden Text! Gott segne Sie und Ihre Familie!

  9. Danke Ellen!
    Ich lebe am Ende der Welt und mir gehts genau wie Dir!
    Gott hat mir in diesen Tagen ein Verb aufleuchten lassen :
    LERNEN
    Und zwar in den gleichen Zitaten, die du auch aufführst
    Matth. 11:28 und Phil.4, 12-13
    Von Jesus l e r n e n : Ruhe finden für die gestresste Psyche
    Mit Paulus l e r n e n : mit jeder Situation fertig werden.

    Coronazeit - Lernzeit

  10. Ja das ist der einzige Halt, den wir als Gläubige haben. Ich habe einen schwer kranken Mann, den ich seit dem 20. März nicht mehr im Pflegeheim besuchen darf. Aber durch viele Gebete bekommen wir einen tiefen Frieden, der unbegreiflich ist. Und ich denke, dass Gott uns durch diese Situation näher zu sich ziehen will und das wir uns ganz Ihm anvertrauen.

  11. Vielen Dank für den Beitrag - der auch in meine Situation hinein spricht. Ich möchte Sie grüßen mit etwas, was ich in"Zeit mit Gott" ausschnittweise gefunden habe:
    Aber der Sonntag kommt
    Es war Freitag, als mein Jesus tot an einem Stamm hing!
    Aber das war Freitag – der Sonntag sollte noch kommen!
    Es war Freitag und Pilatus dachte, er könne sich die Hände von seiner Schuld reinwaschen. Die Pharisäer
    klopften sich gegenseitig auf die Schulter und meinten,
    sie hätten die Dinge endlich wieder im Griff.
    Aber das war Freitag – der Sonntag sollte noch kommen!
    Es war Samstag und die Spötter verwiesen auf die Zustände der Welt: Seht ihr, Jesus war auch nur ein Mensch.
    Alles bleibt, wie es ist.
    Aber es war Samstag – der Sonntag sollte noch kommen!
    Es war Samstag, als die Frauen trauernd und ungeduldig darauf warteten, Ihren Herrn zu salben. Die Jünger waren gelähmt, die Hoffnung lag mit Jesus im Grab.
    Aber es war Samstag – der Sonntag sollte noch kommen.
    Es war Samstag, als die Gewalt des Todes das Denken und Erinnern der Jesus-Nachfolger trübte!
    Aber es war Samstag - der Sonntag sollte noch kommen.
    Es war Sonntag und der Stein war weggewälzt,
    der Leichnam verschwunden, der Tote nicht mehr tot.
    Die Botschaft der Engel lautete:
    „Was suchet Ihr den Lebendigen bei den Toten?
    Der Herr ist auferstanden und nicht hier!“
    Haben wir den Mut, von Gott Großes zu erwarten?
    Trotzdem manches verzweifelt und hoffnungslos aussieht?
    Der Herr ist auferstanden! ER ist wahrhaftig auferstanden!
    Der Sonntag kommt!
    Nach „Zeit mit Gott“

  12. Liebe Frau Nieswiodek-Martin,
    haben Sie vielen herzlichen Dank für diesen sehr ermutigenden Beitrag, mehr den Worten der Bibel zu vertrauen.
    Mein Mann und ich mussten einen gebuchten Kurzurlaub Ende März wieder absagen, doch ich konnte diese Zeit zu Hause dankbar annehmen. und ich hoffe, dass ich das weiterhin kann, dass der HERR mir seinen Frieden schenkt und mir zeigt, wo jemand mich braucht.

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