In unserem Haus auf dem Bauernhof haben wir eine Küche, die mit einem Holzofen betrieben wird. Der Ofen verfügt über eine Kanone, wodurch der Rauch austritt.
Eines Tages, als ich die Küche betrat, hörte ich das Flattern eines Vogels. Ich ging vor das Haus, um nach der Ursache zu suchen, fand aber nichts.

Ein paar Stunden später sah ich, dass sich auf dem Boden unter dem Holzofen Asche befand. Ich fand es seltsam, da ich den Herd nicht eingeschaltet hatte. Als ich am Nachmittag kam, um das Abendessen vorzubereiten, hörte ich dieses Geräusch erneut. Es schien aus dem Herd zu kommen. Ich öffnete ihn und sah einen kleinen, mit Asche bedeckten Vogel mit geöffnetem Schnabel, was ein Zeichen von großem Durst ist. Er war offensichtlich durch den Abzug des Ofens in den Herd gefallen und hatte den größten Teil des Tages flatternd versucht, herauszukommen. Er war erschöpft, hungrig, durstig und mit Asche bedeckt.
Ich konnte nicht einmal erkennen, um welchen Vogel es sich handelte, weil er so schmutzig war. Ich führte sanft meine Hand in das Innere des Ofens, um ihn herauszuholen. Dabei wurde meine Hand auch schmutzig und schwarz, das blieb nicht aus. Ich gab ihm Wasser und ging mit ihm nach draußen. Er ruhte sich eine Weile aus und flog dann weg.
Als ich an diesem Abend ins Bett ging, dachte ich immer wieder an den kleinen Vogel. Ich war froh, dass ich ihn aus diesem dunklen und schmutzigen Ort herausholen konnte. Es war meine Hand, die ihn sanft nahm und befreite.
Ich erinnerte mich an die vielen Situationen, in denen Gott seine Hand ausstreckte, um mich aus einer Notlage zu retten. Wie oft flatterte ich in einer Situation herum oder drehte mich im Kreis, um einen Ausweg zu finden. So wie der kleine Vogel, der ängstlich herumflatterte.
Wie unendlich kostbar, dass Jesus sich für mich hingab, um mich vom Schmutz der Sünde zu befreien. Seine Liebe ist unendlich größer als meine kleine Tat, diesen Vogel zu retten.
4 Kommentare
Liebe Lilian, vielen Dank für dein Beitrag. Wie wunderbar ist es zu wissen ist das die Liebende Hand unseres Herrn immer da ist. Wir versuchen erst immer selbst aus Situationen rauszukommen und nach Lösungen zu suchen aber Gott liebt, Gott hilft und der liebender Vater vergibt. Ihm die Ruhm und Ehre dafür.
Ein wunderbares Bild, danke dafür!
Es spricht mich sehr an und ja, so ist ein liebender Vater. Gott sei Dank!
Herzliche Grüße und eine segensreiche Woche,
Doro
Liebe Lilian,
dein Erlebnis hat mich tief
und dankbar zu Jesus schauend bewegt, wie oft ER mich bewusst und mit Sicherheit oft unbewusst
aus dem schmutzigen Ascheofen
befreit hat.
Dankbar für das Teilen deines
Erlebnisses segne ER dich und deine Familie reichlich!
Herzlich,
Doris
Liebe Lilian,
da ich als Kind öfter eine ebenso gefangene Haustaube aus dem Schornstein über dem Küchenofen retten konnte, habe ich das Geschehen sehr nah vor mir.
Danke für die Geschichte, sehr guter Vergleich!
Dorothea Trautvetter