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Montag, 07.11.2022

Nur mal schnell

die Welt retten ...

Nur mal schnell die Welt retten, geht es mir durch den Kopf. Wieder einmal hetze ich von einem Termin zum nächsten. Mein Mann schaut mich sorgenvoll an: „Ist alles okay mit dir? Mach mal Pause!“ Ja, mach mal Pause, denke ich mir. Klar, schön wär´s.

Ich bin hin- und hergerissen. Es ist einiges zu tun. Es gibt Dinge, die erledigt werden müssen, und Dinge, die ich erledigen möchte, weil sie mich motivieren.

Da kommt mir die Geschichte von Marta, Maria und Jesus in den Sinn. Marta mühte sich ab. Ständig war sie in Aktion, sie kümmerte sich und versuchte, es so schön wie möglich zu machen – für andere. Es war ihr wichtig und sie wusste: Von allein macht es sich nicht, es fällt nicht vom Himmel. Ihre Schwester derweil machte es sich zu den Füßen Jesu gemütlich. Sie lauschte hingebungsvoll seinen Worten. Sie gingen durch ihr Herz hindurch.

Und Jesus? Er sagte zu Marta: „Was mühst du dich so ab? Komm, setz dich auch und hab Gemeinschaft mit uns.“ Ja, das würde Marta gern, und doch – irgendwie muss ja auch nur mal schnell alles zu Ende vorbereitet werden …

Wie oft bin ich hin- und hergerissen zwischen Pflicht und Verantwortung auf der einen Seite und dem Wunsch, mich wie Maria zu den Füßen Jesu zu setzen auf der anderen Seite. Pause zu machen. Hinzuhören. Ruhe und Gemeinschaft zu genießen.

Wie wäre es, wenn diese Zerrissenheit völlig in Ordnung wäre?

Wie wäre es, wenn ich Ja zu dem sagen könnte, was zu tun ist, und der Freude daran, einfach einmal ohne Druck und Pflichtgefühl Pause zu machen?

Wie wäre es, wenn ich mal Marta und mal Maria sein könnte?

Ich halte inne und erkenne: Das bin ich, und ich darf so sein. Denn: Es braucht beides. Das Tun, die Pflichterfüllung, aber auch die Ruhephasen, das Kraftschöpfen und dadurch dann von Herzen gern etwas tun.

Anne Bieler-Brockmann

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12 Antworten

  1. Liebe Anne!
    Danke für deine Gedanken, sie sprechen mich voll an, weil es mir genauso geht.
    Jesus wollte, dass auch Marta pausiert und zu ihm kommt und genau das habe ich mir jetzt auch wieder uu Herzen genommen. Pflichterfüllung ja, aber auch erholsame Pause mit Jesus...und zwar ohne schlechtes Gewissen.
    Herzliche Grüße Karin

  2. Die Gedanken haben mich heute sehr angesprochen, die letzten Tage ging es mir auch so , es sind soviel Gedanken in meinem Kopf was alles zu erledigen ist . Manche Dinge kann man beeinflussen manche sind einfach vorgegeben und trotzdem die richtige Balance zu finden und zur Ruhe kommen nicht immer einfach und man muss sich ganz bewusst dafür entscheiden zu den Füßen Jesus sitzen. Jetzt genieße ich gerade eine Tasse Kaffee den Montagsgedanken und Jesus

  3. Eine sehr gute Andacht! Ich bin von Natur aus eher die Maria, aber gestern am Sonntag hatte ich über 20 Gäste in meinem unperfekten Singlehaushalt und es gab in der Küche und drumherum doch etliches zu tun. Man macht sich doch auch viele Gedanken: reicht das Essen, schmeckt es...reicht der Platz, das Geschirr, was fehlt noch usw. Manches konnte ich schon am Abend zuvor vorbereiten. Ich möchte aber gerne wie Maria bleiben und zu denen gehören, denen das zuhören und einfach da sein wichtiger ist, als die ganze Hektik drumherum. Jedoch wie in der Andacht angeklungen - es gibt beides, das sorgen und mühen und auf der anderen Seite das genießen und zu Jesu Füßen sitzen und es überschneidet sich in vielen Fällen. So habe ich es mir nicht nehmen lassen, gestern bevor die Gäste kamen einen Gottesdienst live zu erleben mit dem Thema: "Energiekrise? Wie man seinen Energietank wieder auffüllt!" Hat doch genau gepasst:-)!!

  4. Meine Mutter hieß Martha. Nur wählen konnte sie nicht. Sie hatte 3 kleine Kinder, davon eines behindert durch Hirnhautentzündung. Einen vom Krieg kranken und verbitterten Mann und Landwirtschaft. Das Ganze spielte sich nach Kriegsende ab. Als ich 5 Jahre alt war wurde sie krank.
    Mit der Diagnose Krebs und sie sollte sich schonen. Leider hatte sie von Maria nichts gelernt oder gehört.
    Denn als ich 6 Jahre alt war, starb sie.

  5. Liebe Frau Wahl, das was Sie schildern ist sehr tragisch! So viele übergroße Herausforderungen bzw. Schicksalsschläge in einem einzigen Menschenleben. Das tut mir sehr leid. Nein, eine Wahl hatte Ihre Mutter in der Tat wohl nicht... Und die eigene Mutter schon mit 6 Jahren zu verlieren ist besonders schlimm und hat sehr weitreichende Auswirkungen. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie immer wieder bei Gott auftanken können und doch auch viel Schönes erleben dürfen! Und dass Sie über diesen Verlusten nicht bitter werden, sondern besonders getröstet werden von Jesus, der weiß wie schwer dies alles wiegt. Gottes reichen Segen Ihnen und all Ihren Lieben!!

  6. Danke, liebe Anne!
    Mir ergeht es ebenso. Und es tut gut, zu hören, dass ich nicht alleine damit bin.
    Ja, ein Teil Martha und ein Teil Maria - so könnte es doch wirklich gut gehen!
    Was mir imer wieder bewusst wird: wenn ich zu sehr Martha bin und Gefahr laufe, mich darin zu verlieren, holt Jesus mich rechtzeitig ab und zeigt mir, dass nun aber endlich wieder der Zeitpunkt gekommen ist, um zu seinen Füßen niederzusitzen und zu ruhen.
    Herzliche Grüße, Angelika

  7. Vielen Dank für diese Gedanken
    Echt ein Dauerthema bei mir.
    Auf der einen Seite die Pflicht und dann auch noch die vielen (einige)
    Aktivitäten, die einfach zum Leben dazugehören, die der Seele gut tun.
    Beziehungen pflegen usw ...

    Mit Marias Herz in Marthas Welt !!
    Ein Buch,das ich mal wieder in die Hand nehmen will😊

  8. Die Montagsgedanken haben mich sehr angesprochen.
    Ich kann mich immer gut in die Martha hineinversetzten, möchte aber auch wie auch Maria sein.......beides kann, beides ist zu seiner Zeit gut.
    Vielen Dank für den schönen Text !

  9. Liebe Leserinnen,

    habt von Herzen Dank, alle, die reagiert haben. Das freut mich sehr und es berührt mich, dass ich euch ein wenig Ermutigung schenken konnte. Euch allen einen gesegneten Sonntag, viel Kraft und Freude beim Üben, mal die Martha und mal die Maria zu sein:-) Eure Anne

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