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Montag, 17.08.2020

Mein Wunder am Fenster

Die letzten Monate waren wie ein Sturm, der meine Gesundheit durchschüttelte und der sich noch immer bemerkbar macht. Zu meiner chronischen Erkrankung kamen weitere ungeklärte starke Schmerzen dazu. Ich musste zu einigen Ärzten. Wegen der Corona-Situation, die mir zusätzlich Angst machte, suchte ich sehr nach Gott Reden. Er zeigte mir ganz neu Psalm 91, den ich sehr intensiv las und betete. Nach einigen Wochen bekam ich mehr Zuversicht und meinte, die Furcht überwunden zu haben.
Dann las ich in einem Bericht, dass sich sehr viele Menschen bei einem Gottesdienstbesuch mit dem Virus angesteckt hatten. Sofort war die alte Angst wieder da. Die Gefahr schien mir nah und bedrohlich zu sein. Tief in mir erschrak ich so sehr, als hätte sich eine Tür zu einem schwarzen, kalten Raum in mir geöffnet, in dem die Angst wohnt. Ich wusste, ich komme da nur raus, wenn Gott mir Mut zuspricht, wenn mich jetzt irgendein Wort von ihm erreicht. In meiner Seele flehte etwas nach einer Antwort von ihm, wie es mit mir weitergehen würde.
Ich beschloss, nach draußen zu gehen, an einen Ort, den ich öfter aufsuche, wenn ich dringend eine Antwort von Gott brauche. So stand ich gerade am Fenster, als ich das Postauto kommen sah. Spontan öffnete ich das Fenster, um mich beim Postboten zu erkundigen, ob er ein Päckchen für mich dabei hatte, das ich erwartete. Er verneinte. Er habe nur das hier für mich, sagte er, und deutete auf etwas Größeres in seiner Hand, das in den Briefkasten passte. Ich schaute nach unten, als er zum Briefkasten ging. Er blieb einen Moment stehen, sortierte etwas und mit einem Mal konnte ich in leuchtenden Farben einen Schriftzug erkennen, so groß, dass ich ihn vom Fenster im zweiten Stock lesen konnte: LEBEN. Nur dieses eine Wort schaute aus dem Stapel in seiner Hand hervor. Reglos blickte ich darauf – und kaum, dass ich es gelesen hatte, setzte es mich frei, denn ich spürte, dass Gott mir dieses Wort als seine Antwort hinhielt. Von einem Moment auf den anderen war meine Seele befreit aus dem dunklen Raum der Angst.
Dankbar und froh atmete ich auf, weil ich Hoffnung auf Leben haben durfte. Dabei staunte ich, wie Gott es geführt hatte, dass ich genau zur rechten Zeit an diesem Fenster stand, in einem Zimmer, in dem ich mich nicht so oft aufhalte.
Mit dankbarem und beruhigtem Herzen ging ich einige Zeit später nach draußen und staunte noch einmal. Der Briefkastendeckel war geöffnet und heraus schaute mich die Mut machende Zusage erneut an: LEBEN. Ich fühlte mich wieder überrascht von Gottes liebevoller Zusage. Später am Küchentisch ging mir alles Erlebte noch einmal sehr nah: dass Gott so tröstlich zu mir spricht, dass er die Armut meiner Seele sieht. Dies bewegte mich tief. Vielleicht brauche ich seine Zusage irgendwann erneut, doch für diesen Tag fühlte ich mich gerettet und war dankbar dafür.

„Ich aber traue darauf, dass du so gnädig bist, mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst.“ (Psalm 13,6)

Yvonne Völker

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6 Antworten

  1. Für diesen ehrlichen und ermutigenden Beitrag, von Herzen Danke! Ja, Gott sieht unsere bedrängten Herzen und die Not unserer Seele - und antwortet auf seine unnachahmliche Art und Weise! Gottes Segen für Sie, liebe Yvonne.

  2. Vielen lieben Dank für den Post. Das ist genau meine Geschichte die jetzt erlebe. Jetzt habe ich mit Gottes Hilfe meine persönliche Geschichte nochmal bearbeitet und gehe dann an Gottes Hand weiter Schritt für Schritt.

    Mich hatten die Wechseljahre vollkommen aus der Bahn geworfen. Auf einmal ist Frau psychosomatisch krank.

  3. Danke für dieses wertvolle "ins Herz schauen lassen". Ja, manchmal braucht es tatsächlich nur e i n Wort von dem, der unsere Seele wie kein anderer kennt - und alles verändert sich, wird neu, wird heil, wird gut.

    Ich wünsche uns allen solche Lebens-Worte in der kommenden Woche!

  4. Danke! Bei mir in der Küche auf der Pinnwand, die immer voll ist hängt eine wichtige Postkarte. Es steht drauf: To Do Liste: Leben.

  5. Auch für mich waren die letzten Wochen wie ein Sturm der meine Gesundheit und unerwartet auch die meines Mannes erschüttert hat. Nun geht es darum wie sich jetzt unser Leben verändern muss und ob wir an unseren Arbeitsplatz zurück können. Da habe ich in meinem Kalender (meine Zeit) den Wochenspruch aus Jeremia 29,11 gelesen und das Wort "Plan" hat mir meine Verzweiflung genommen.
    Gott hat einen guten Plan mit uns !!!!

  6. Liebe Yvonne,Jesus kennt uns und sieht uns und antwortet so ,wie wir es benötigen.Schön das du diese Erfahrung gemacht hast und immer wieder machen darfst.

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