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Montag, 13.05.2024

Komm, ruh dich aus!

Manchmal bin ich neidisch auf meinen Mann. Darauf, dass er so unbekümmert lebt und sich so leicht entspannen und ausruhen kann. Natürlich weiß ich, dass das nicht daher kommt, dass er keine Sorgen oder Probleme hätte oder nicht genug Arbeit, sondern dass er all das Gott, seinem guten Hirten, anvertraut, sich von ihm leiten und ihn sorgen lässt. Und dass er weder Gott noch Menschen beweisen möchte, wie toll er ist.

Und ich? Ich bin in einem Geschäftshaushalt großgeworden, in dem Leistung, Arbeit und auch die Meinung anderer Leute sehr wichtig waren. Spazierengehen oder Lesen am helllichten Tag unter der Woche gab es nicht. Was würden da die Leute sagen? Außerdem war ja immer mehr als genug Arbeit zu erledigen. Diese Haltung hat mich geprägt und hindert mich manchmal auch jetzt noch daran, zur Ruhe zu kommen. Vor allem dann, wenn noch nicht alle Pflichten getan sind.

Wenn ich in meiner Bibel lese, erkenne ich, dass Gott, mein Vater, nicht einer ist, der mich ständig zum Arbeiten antreibt. Er hat den Sabbat, den Ruhetag, erfunden. Er möchte, dass sein Volk immer wieder feiert. Und Jesus sagte des Öfteren zu seinen Jüngern: „Kommt, ruht ein wenig.“ Kleine Pausen mitten im Alltag sind etwas, das Gott uns von Herzen gönnt. Genauso wie einen freien Tag unter der Woche für diejenigen, die am Wochenende arbeiten müssen.

Und wer könnte besser zur Ruhe kommen als jemand, der den allmächtigen Gott zum Vater hat? Der weiß: Um diese Sache wird sich mein himmlischer Vater kümmern. Ich kann es ja ohnehin nicht. Er liebt mich, ohne dass ich irgendetwas leisten müsste. Wie albern wäre es, wenn ein kleines Kind dächte, es müsste sich um alle Belange in der Familie kümmern? Und doch benehme ich mich oft so, als müsste ich für alles sorgen, als hätte ich schwacher Mensch alles unter Kontrolle.

„Komm, ruh dich aus, bei deinem Gott“ heißt es in einem Lied. Das möchte ich lernen. Wirklich in der Gegenwart meines Gottes auszuruhen. All das, was mich bewegt, was mir Not und Sorge macht, ihm zu sagen und dann zu entspannen. Vielleicht sogar mitten im Chaos. Was für schöne Aussichten! Und wie gut, dass ich schon ein lebendiges Beispiel dazu an meiner Seite habe.

„Der Geist des Herrn führte das Volk und brachte sie schließlich ins Land Kanaan. Hier konnten sie sich niederlassen und Ruhe finden wie eine Herde, die von den Berghängen hinunter in ein grünes Tal kommt“ (Jesaja 63,14).

Elisabeth Malessa

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7 Antworten

  1. Danke für Deinen wunderschönen Text...mir geht es auch so, ich bin so erzogen worden wie Du...nur Arbeit und Leistung zählt..es fehlt mir auch immer wieder schwer alles an IHN abzugben....
    Danke für Deine Ermutigungen...

  2. So ergeht es mir auch oft...nicht selten geht es soweit, dass ich irgendwann drohe zusammen zubrechen! Und mich dann wieder besinne was Gott mir eigentlich schon vorher gegönnt hätte-Mehr Ruhe!
    Danke für den wertvollen Gedanken.

  3. Vielen Dank für den wunderbaren Beginn der neuen Woche. Auch ich habe zu kämpfen mit dem Erledigen aller Pflichten.
    Gott segne Sie.

  4. Danke für die wohltuende Ermutigung,liebe Elisabeth. Mit meinen Kinder war ich ein paar Tage verreist-ein Geschenk von ihnen ♡♡ Einfach mal den Kopf und die Seele entschleuningen...es tat uns allen so gut. Auch ich bin oft in einem Sorgen und Leistungsmodus,und folglich nervlich schnell erschöpft.So manche Montagsgedanken,und das Erinnern an Jesus,wie Er sich auch oft zurückzog von all dem Trubel,gaben mir Mut,ohne schlechtes Gewissen,meine Entspannungs-Spaziergänge zu genießen... Herzlichen Dank für die Montagsgedanken♡
    Renate W.

  5. Vielen lieben Dank für diese Ermutigung, liebe Frau Malessa.
    Auch ich bin so groß geworden: Pausen nur zu machen, wenn es wirklich nicht mehr ging. Und als junge Erwachsene habe ich jahrelang immer gedacht, mein Hobby kann ich erst dann machen, wenn in der Wohnung alles top top in Ordnung ist. Aber das schaffte ich nie so wirklich und deshalb konnte ich auch nicht bei meinem Hobbys entspannen. Immer wiederkehrende Depressionen quälten mich noch dazu - bis ich verinnerlichte, dass ich meine Hobbys (Basteln und Handarbeiten) auch dann machen darf, wenn noch nicht alles top top ist. Und diese Freiheit tut mir sehr gut. Inzwischen bin ich Rentnerin und kann das natürlich noch besser verwirklichen. Wir brauchen die Pausen um dann wieder mehr Kraft zum Tun zu haben. Gottes gutes Geleit dazu wünsche ich Ihnen, liebe Frau Malessa und allen, die das lesen.

  6. Vielen lieben Dank!
    Kürzlich hörte ich zum Bibelvers "geh zur Ameise, du Fauler", dass Ameisen 78% ihres Lebens verschlafen. Ausruhen. Dann wieder fleissig sind. Ein sehr interessanter Gedanke. Auch im Geschäftsalltag zuhause - neverending. Und wenn ich nicht mehr mag, verleiht mir Gott Flügel und hilft mir weiter - oft auch mithilfe eines Liedes!

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