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Montag, 18.03.2019

Im Dauerlauf zum Ziel

Immer schneller, höher, weiter – so fordert es unsere Gesellschaft. Schneller abnehmen, höher klettern auf der Karriereleiter, weiter wegreisen als die Nachbarn, Kollegen, Freunde. Das Leben ist zu einer Art Wettkampf ausgeartet. Wer nicht mithalten kann, bleibt ausgepowert auf der Strecke.
Ich frage mich, ob es nicht gut wäre, sich erst einmal einige ganz grundlegende Fragen zu stellen: „Will ich das überhaupt? Sind die Dinge, denen ich hinterherjage, überhaupt die, die mich tief im Innern begeistern – oder sind es die Dinge, von denen andere sagen, dass sie mich begeistern sollten?“ Und wenn ich merke, dass ich sie möchte: „Muss es immer sofort sein, jetzt und gleich oder am besten schon gestern?“
Für mich waren es weder Fernreise noch Karriereleiter, die mein Denken, Fühlen und Handeln die letzten Jahre stark in Beschlag genommen haben – es war mein Gewicht. Schlank war ich nie, aber durch eine Krankheitsphase hatte ich binnen eines Jahres etliche Kilos zusätzlich angesetzt. „Sie sind zu klein für Ihr Gewicht“, kommentierte meine Ärztin. Trotz ihrer lustigen Formulierung traf mich der Satz ins Herz. Also tat ich, was auf der Hand lag: Ich legte den Turbogang ein, trieb noch mehr und noch intensiver Sport als bisher, erlegte mir noch strengere Regeln in der Ernährung auf. Erste Erfolge stellten sich ein, doch dann kam der Stillstand und etliche Monate später waren weder Energie noch Lust vorhanden, weiterzumachen.
Viele Menschen sprinten auf ein Ziel zu, wobei es erst einmal vollkommen egal ist, worum es sich dabei handelt. Nach einem ersten Gefühlshoch geht den meisten die Luft aus. Nur wenige nehmen sich die Zeit zu fragen, warum das so ist. Die Antwort: Das Leben ist kein Sprint. Es ist ein Dauerlauf. Wer zu schnell unterwegs ist, kann irgendwann nicht mehr. Er überfordert sich, weil er die Strecke nicht im Blick hatte.
Es geht nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen. Im Gegenteil: Oft ist es besser, einen Gang herunterzuschalten und in einem Tempo auf das Ziel zuzugehen, das man auch auf Dauer halten kann. Schritt für Schritt, Tag für Tag. Beständigkeit ist der Schlüssel!
Das gilt übrigens auch für den Glauben: immer wieder bei Jesus andocken, das ist das Entscheidende. Alles andere ergibt sich quasi von selbst. Wenn wir das tun, können wir am Ende unseres Lebens mit Sicherheit in Paulus Worte einstimmen und sagen: „Ich habe den guten Kampf des Glaubens gekämpft; jetzt ist das Ziel erreicht, und ich bin Gott treu geblieben“ (2. Timotheus 4,7).

Nicole Sturm

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6 Antworten

  1. Guten Tag, ich bin Gott treu geblieben, so ein einfacher Satz aber es ist so schwierig in der heutigen Zeit, ich fühl mich jeden Tag unter Beschuss, massiv, nur weil ich Gott treu bleiben möchte, danke für die helfenden Zeilen ,danke !

  2. Seit ich in einer Lydia-Ausgabe gelesen habe, dass Nicole Sturm an derselben Autoimmunerkrankung leidet, wie ich, verfolge ich ihre Beiträge mit noch größerem Interesse. Auch ich habe seit Jahren mit der Gewichtsproblematik zu kämpfen.
    Dass wir nicht bei Allem mithalten können und müssen und von Gott geliebt und angenommen sind - so wie wir sind - sollten wir uns immer wieder bewusst machen.
    Danke für die Ermutigung.

  3. Vielen Dank für diesen Mut machenden Artikel. Auch ich kämpfe schon viele Jahrzehnte gegen mein Gewicht, also führe ich Krieg gegen mich selbst. Es sind immer die anderen, angefangen im Elternhaus, die meinten, ich müsse dünner sein. Ich wollte dem nachstreben, deswegen endlich geliebt zu werden.
    Jetzt weiß ich, dass ich mich zuerst einmal selbst lieben muss. Und diese Liebe kam aus der Liebe zu Gott. Ich fühle mich angenommen. Ich bin gut so, wie ich bin!

  4. Liebe Nicole
    Wie wunderbar deine Geschichte. Ja das ist genau auch mein Thema wo ich drin stehe. Sehr schön dass du diese Geschichte mitteilst. Sie geben nicht nur mir sondern auch noch mehreren Frauen denen es auch so geht Ermutigung. Vielen Dank und Gottes reichen Segen.
    Elisabeth

  5. Auch ich bin seit meine Kinder geboren wurden nie wieder schlank gewesen. Aber am Ende ist es doch entscheidend ob ich mich trotzdem annehmen kann. Nicht immer fällt das leicht. Da gibt es noch mehrere Dinge die nicht perfekt sind. Aber muss man das sein? Ich denke viel wichtiger ist es authentisch zu sein und zu dem zu stehen was man meint. Immer auch eine tägliche Herausforderung aber ich denke unsere Mitmenschen lieben uns nicht wegen unserer Figur sondern weil wir eben so sind, wie wir sind.

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