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Montag, 22.06.2020

Hoffnung trotz Todesnachricht

Ein Vater bangt um seine kranke Tochter. Er sucht Jesus auf und bittet ihn um Hilfe. Jesus geht auf die Bitte des Vaters ein, macht sich mit ihm auf den Weg nach Hause, als Menschen ihnen entgegeneilen und rufen, dass es zu spät sei. Die Tochter ist gestorben. Dennoch gehen beide weiter und Jesus heilt das Mädchen (Markus 5,22–43).
Das Ende ist toll – aber wie mag es Jaïrus vorher ergangen sein? Mir diese Situation vorzustellen hat mir geholfen, in einer eigenen schwierigen Lage nicht aufzugeben.
Jaïrus wird als Synagogenvorsteher bezeichnet, er war also ein gläubiger Jude. Vermutlich stand er den Pharisäern und Schriftgelehrten ziemlich nahe. Dieser Gemeindeleiter geht zu Jesus, erweist ihm Respekt, erkennt ihn als Rabbi an, indem er sich ihm zu Füßen wirft und ihn um Hilfe bittet. Er hofft auf die Hilfe eines umstrittenen Wanderpredigers. In ihm muss neben der Angst um seine Tochter auch eine Menge Hoffnung gesteckt haben. Was mögen seine Kollegen gedacht und gesagt haben? Hätte seine Handlung vielleicht sogar einen Rauswurf zur Folge haben können?
Jesus geht tatsächlich mit ihm mit. Sie laufen inmitten eines großen Gedränges. Viele Kranke sind in der Menschenmenge, jeder sehnt sich nach Hilfe. Eine Frau berührt Jesus, wird von ihm geheilt. Und dann? Mitten im Pulk von Leuten hört man die Rufe: „Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger?“
Was mag in diesem Moment in dem Vater vorgegangen sein? Vielleicht dachte er: Zu spät! Es hatte doch keinen Sinn. Oder: Habe ich den Falschen um Hilfe gebeten? Jesus spricht Jaïrus an: „Fürchte dich nicht! Glaube nur!“ Er tut das gerade jetzt, nicht zu Beginn des Hilferufs. Sie gehen weiter in Richtung des Hauses. Jaïrus läuft weiter. Schleppend? Niedergedrückt von der Last des Verlustes? Kommen aus der durcheinandergeratenen Menschenmenge Rufe, die ihn zurückhalten wollen, Jesus mit sich nach Hause zu nehmen?
Jaïrus bleibt an Jesu Seite. Dennoch bleibt ihm der Weg nicht erspart. Gibt ihm die bloße Gegenwart Jesu die Kraft weiterzugehen? Es bewegt mich, mir vorzustellen, wie mitten in der inneren Dunkelheit ein Stück Hoffnung gewesen sein muss. Als sie nach diesem schweren Gang endlich im Haus des Synagogenvorstehers ankommen, heilt Jesus das kleine Mädchen. Die Tochter erwacht zum Leben. Wie mag dieses Wunder die gesamte Familie berührt haben?
Mitten in unserer Situation, in der so viele aufgrund der Corona-Pandemie an Einsamkeit und Angst leiden, möchte ich die Hoffnung wie einen Leuchtturm aufrichten. Auch ohne direkten Kontakt kann ich am Telefon mit einer Freundin beten, habe vielleicht jemanden in meiner Familie, mit dem ich die Sorgen symbolisch unter ein Kreuz legen kann. Und falls ich lange keinen Kontakt zu meinem Gott im Himmel hatte, darf ich neu beginnen. Denn Jesus sagt, dass er gnädig ist und niemanden wegschickt, der zu ihm kommt.

Iris Jordan

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Eine Antwort

  1. Unser himmlischer Vater, danke, dass es Hoffnung und Zuversicht gibt! Stärke uns jeden Tag, dass wir, wie Jaïrus, stets an deiner Seite bleiben, auch wenn uns Vieles von dir wegziehen und an dir zweifeln lassen will. Du führst uns immer den Weg, der letztendlich der beste für uns ist. Danke für diese Gewissheit! AMEN.

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