Meine absoluten Lieblingsblüten sind die Apfelbaumblüten. Sie sind kräftig und die Mischung aus weiß und pink ist einfach wunderschön! Ich kann mich im Frühling gar nicht satt sehen daran. Jedes Jahr gibt es auf meinem Smartphone wieder neue Fotos von Apfelblüten in Hülle und Fülle.
Ich liebe es, dass es in unserem Garten einen Apfelbaum gibt, der schon seit Generationen dort steht. Als mein Sohn noch klein war, hing dort ein Kletterseil und er ist fleißig hochgeklettert und hat dort geschaukelt. Seit diesem Jahr muss der Baum gestützt werden. Nach dem großen Sturm mit heftigem Hagelschauer hat meine Nachbarin ein Stemmeisen unter einen großen Ast gepackt. Obwohl der Baum einen Hagelschaden hat, trägt er weiterhin fleißig seine Früchte.

Für mich ist der Apfelbaum ein Symbol dafür geworden, dass es möglich ist, trotz Stürmen im Leben Früchte zu tragen. Und auch wenn man Unterstützung von außen braucht, heißt es nicht, dass man aufhört, anderen was zu geben.
Gute Früchte sind für mich ein freundliches Wort, ein liebevoller Blick, eine helfende Hand, ein interessiertes Nachfragen, wie es geht, ein Gebet für jemanden, der es gerade braucht oder eine kleine unerwartete Überraschung vor die Tür legen. Es braucht nicht viel, um anderen Wertschätzung und Liebe zu geben. Es kann auch sein, dass man selbst diese Form von Unterstützung braucht, um etwas weitergeben zu können. Wie unser Apfelbaum. Er muss zwar gestützt werden, weil er es alleine nicht mehr schafft, aber es lässt es sich nicht nehmen, weiter Frucht zu tragen. Manchmal brauchen wir Stützen, um weiter Frucht zu tragen.
Übrigens sagt Gott uns in der Bibel zu, dass auch er uns trägt, wenn wir es wollen: „Ich bleibe derselbe; ich werde euch tragen bis ins hohe Alter, bis ihr grau werdet. Ich, der Herr, habe es bisher getan, und ich werde euch auch in Zukunft tragen und retten.“ Jesaja 46,4
Also: Lass dich tragen, wo du es brauchst und trage andere, wo sie es brauchen.
5 Kommentare
Liebe Frau Kornelsen,
das hat mich sehr angesprochen. Meine Mutti wurde 101 Jahr alt und die letzten Jahre waren sehr beschwerlich, aber sie hat immer danach gesucht, trotz unserer notwendigen Unterstützung andere noch zu ermutigen, sie anzurufen, ihnen zu schreiben oder für sie zu beten.. Ich hoffe sehr, dass ich das im Alter auch noch so tun kann.
Danke für den Text!
Liebe Frau Kornelsen
Ein wundervoller Text. Zeigt er mir doch, wie wichtig es heutzutage ist, gehalten und getragen zu sein. Manchmal geht es einfach nicht ohne Stütze. Und wie wichtig solche Stützen sind, lernt man erst zu schätzen, wenn es ohne sie nicht mehr geht. Ich stelle mir an Wendepunkten meines Lebens, wo wäre ich ohne Gottes Halt und/oder die Stützen im Alltag?
Ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit für jeglichen Halt.
Und das möchte ich mir bewahren.
Oh ja! Im Garten meiner Eltern steht auch noch ein Apfelbaum, von dem ein großer Teil abgestürzt ist, ein Teil ist hohl aber er trägt auch noch Früchte!
liebe Frau Kornelsen, vielen Dank für diese wertvollen Gedanken!
Liebe Frau Kornelsen,
herzlichen Dank für diese wunderbar anschauliche Ermutigung. Ja, wir alle brauchen von Zeit zu Zeit Unter- Stützung im Leben und dürfen mit Gottes Hilfe, auch weiter Frucht bringen und es weitertragen. Herzlich Dorothee Kowalke