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Montag, 13.09.2021

Gelobt sei Gott

Gott zu loben hat in der Bibel einen hohen Stellenwert. Es gibt viele Loblieder, die ich seit meiner frühesten Kindheit gehört und mitgesungen habe. Das Loben scheint zu einem guten Glaubensleben dazuzugehören.
Doch irgendwie hatte die Sache für mich lange Zeit einen Haken. Wenn ich dankbar war für Gottes Bewahrung oder Eingreifen, wenn ich etwas Schönes erlebt hatte oder mir etwas gut gelungen war, fiel mir das Loben leicht. Aber was war mit den Tagen, an denen ich morgens schon mit Schmerzen und sorgenvollen Gedanken aufwachte, an denen der vor mir liegende Tag wie eine dunkle Wolke über mir hing und ich spontan so gar nichts Lobenswertes fand?
Warum soll ich Gott überhaupt loben? Er braucht mein Lob nicht, oder? Außerdem sieht er, wie es in meinem Herzen aussieht – was ich gerade fühle und wie mir zumute ist. Soll ich ihn trotzdem loben, auch wenn ich mich gar nicht danach fühle? Möchte er das und erfreut es ihn?
Wenn Gott mein Lob eigentlich nicht braucht und ihm Ehrlichkeit wichtig ist, für wen mache ich es dann? Ich denke, in erster Linie für mich selbst …
Ich habe lange darüber nachgedacht und für mich einen Ansatz gefunden, um das Loben in einem neuen Licht zu sehen. Es ist für mich persönlich wie ein Ritual geworden und lenkt meinen Blick auf das Gute in meinem Leben. Auch wenn mein Alltag gerade schwer ist, bleibt Gott doch derselbe. Seine Macht und Heiligkeit sind eine feste Größe, und der Blick darauf ist wie ein Anker, wie ein Rettungsseil in dunklen Zeiten.
Gott zu loben macht mein ängstliches Herz wieder weit und schenkt mir die Zuversicht und Hoffnung, die ich gerade an schweren Tagen so dringend brauche. Es öffnet mir die Augen für die unbegrenzten Möglichkeiten meines himmlischen Vaters, für die schon erlebten Zuwendungen meines großen Gottes. Ich kann die Hände himmelwärts strecken und mein Herz kommt Stück für Stück hinterher. Das Loben zieht mich nach oben und ich darf wissen: Mein Gott ist größer, er ist mächtiger und er ist immer an meiner Seite!
An schmerzvollen und überfordernden Tagen kann ich mich bei Jesus bergen und an seinem Herzen Ruhe finden, Kraft tanken und wieder Frieden in meiner unruhigen Seele spüren – und ihn neu loben mit allem, was ich bin und habe, in ehrfürchtiger Dankbarkeit und demütigem Staunen.

Dorothee Kowalke

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7 Antworten

  1. Danke für diesen Beitrag. Mir kommt vieles bekannt vor. Wenn ich dunkle Tage erlebe, denke ich oft nicht daran, dass ich Gott lobe. Manches Mal frage ich mich, wofür soll ich Gott heute loben? Mir geht es nicht gut, warum hilft ER mir nicht?
    ER ist immer da und hält mich, ER versorgt mich auch an dunkeln Tagen mit allem, was ich brauche. ER liebt mich und ist barmherzig. Dafür darf ich ihn loben, jeden Tag.

  2. Ihren Ausführungen stimme ich mit vollem Herzen zu!
    Auch ich habe mir Gedanken darüber gemacht: Wie kann ich denn Gott Loben un danken, wenn mein Herz "todtraurig" ist!
    Und bin zum gleichen Ergebnis gekommen: eigentlich tue ich es für mich selbst, und eigentlich hat es mich auch immer wieder zufrieden und zuversichtlich gemacht.
    Wie groß und wunderbar ist doch unser Gott!
    Sigrid

  3. Ich schreibe erstmalig eine Meinung zu den Montagsgedanken. Danke für die Gedanken, die mir aus dem Herzen sprechen !!! Loben hat mit Danken zu tun und in der Praxis hilft mir seit Jahren dabei sehr, dass ich täglich mindestens 3 Dinge notiere, für die ich dankbar bin. !! Das trainiert das Bewusstsein dafür und ist mir ein liebgewordenes und wertvolles Ritual geworden, das ich nicht mehr missen möchte !!!

  4. Danke für den hilfreichen Beitrag. Ja, Gott in schweren und leichten Tagen Loblieder zu singen ist mir auch ein Anliegen.
    Wir wohnten jahrelang in einem Hochhaus mit 500 Bewohner. Seit wir in einem kleinen Mehrfamilienhaus wohnen, in dem man die Nachbarn sehr gut hört, habe ich viel mehr Hemmungen Loblieder zu singen. Laut meinen Kindern singe ich auch nicht unbedingt so rein. Hat da auch jemand eine hilfreiche Idee?

  5. Liebe Madeleine,
    dass Ihre jetzige Wohnsituation vielleicht keine so gute Ausgangslage ist um Loblieder zu singen, kann ich gut verstehen. Man weiß halt nicht, wie die Mitbewohner reagieren würden. Vielleicht bekommen Sie ja mit der Zeit in Gesprächen mal raus, ob Sie sich das trauen können? Grundsätzlich möchte ich Ihnen zum Singen mut machen - auch im Bezug auf das, was Ihre Kinder zu Ihnen gesagt haben. Ich habe mal irgendwo gelesen: "Wenn im Wald nur die Vögel singen würden, die es am schönsten können, dann wäre es sehr still." Das sollte uns doch ermutigen - egal wie wir singen - es einfach zu tun. Wir müssen dazu keine Profisänger sein. Ich kann heute (mit 60 J.) noch die Lieder, die meine Mutti bei der Hausarbeit gesungen hat, obwohl ich sie selber nie gelernt habe. Dafür bin ich dankbar.
    Auch wenn es uns oft schwerfällt: Die Bibel sagt es uns: "Saget Dank alle Zeit für alles" (auch durch Singen).
    An Frau Kowalke vielen Dank für ihre Worte zum Nachdenken.

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