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Montag, 30.11.2020

Ein etwas anderer Advent

Die Wohnung ist adventlich geschmückt, aber in mir herrscht keine festliche, gemütliche Stimmung. Ich bin aufgewühlt und gesundheitlich angeschlagen. Zu viel ist in den letzten Wochen passiert: In der Verwandtschaft ist ein Baby am plötzlichen Kindstod gestorben, ein anderes wurde mit einer Fehlbildung geboren. In der Gemeinde und auch in der Familie gibt es unerwartete Spannungen. Viele Termine hatte ich in den letzten Wochen, und auch diese Woche steht noch einiges an Arbeit an. Dazu wird in den nächsten Tagen die Beerdigung des Babys stattfinden.
Auch in der Nacht komme ich nicht richtig zur Ruhe, obwohl ich immer wieder versuche, alle Sorgen bei meinem himmlischen Vater abzuladen. Also stehe ich früh auf und genieße schon um halb sechs den ersten Kaffee vor der brennenden Adventskranzkerze in der warmen Küche. Ich schlage die Bibel wie immer zuerst bei den Psalmen auf, die ich im Jahr mehrmals fortlaufend lese. Heute ist Psalm 50 an der Reihe. Wie ein Blitz trifft es mich, als ich lese: „Gott, der Herr, der Mächtige redet …“ (Vers 1). „Unser Gott kommt und schweiget nicht …“ (Vers 3). „Ich, Gott, bin dein Gott …“ ( Vers 7). Und schließlich der bekannte Satz: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen“ (Vers 15).
Wie froh werde ich auf einmal darüber, dass ich einen mächtigen Gott an meiner Seite habe, der redet. Immer wieder. Direkt in meinen Alltag hinein. Ich habe es schon oft erlebt und darf es auch für meine augenblickliche Situation erwarten. Er kann seinen Trost den trauernden Eltern zusprechen und Weisheit geben für die anstehenden Vorbereitungen und die Bewältigung der Konflikte. Mein Herz wird froh und leicht. Nun darf es auch bei mir Advent werden!

Elisabeth Malessa

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3 Antworten

  1. Vor 50 Jahren haben wir am Morgen ein Kind tot im Stubenwagen gefunden. Das braucht Kraft und Trost. Ich wünsche der Familie von Herzen den Trost, der nur der Herr geben kann. Seid lieb gegrüsst aus der Schweiz

  2. Auch ich fühle mich immer wieder so sehr angewiesen auf Gottes Reden.. Ich kann die Situation total nachempfinden und staune, wie tief Gott mich immer wieder durch die Montagsgedanken berührt. Liebe Grüße ☺

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