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Montag, 28.09.2020

Die perfekte Pinselführung

Wenn ich morgens am Frühstückstisch sitze, fällt mein Blick geradewegs auf ein Bild. Es ist ein wunderschönes Landschaftsbild und – ich habe es selbst gemalt! Immer wieder muss ich darüber staunen, es ist kaum zu glauben. Ich muss wohl ein wenig ausholen …

Im vergangenen Frühjahr wurde mir in einer schwierigen Operation ein Augenhöhlentumor im linken Auge entfernt. Die Gefahr einer Erblindung war sehr groß und viele Monate lang sah ich nur noch verschwommen, auch das Augenlid schloss sich bei geringer Anstrengung oder leichter Übermüdung. Meine Sehschärfe liegt nun nur noch bei kaum zehn Prozent an diesem Auge und auch mein rechtes Auge hat leider keine 60 Prozent Sehkraft mehr. Lange Zeit dachte ich, niemals wieder malen zu können.

Anfang des Jahres setzte ich mich vor meine Staffelei – mein Wunsch zu malen war ungebrochen – und betete. Ich sprach mit Gott und legte meinen Wunsch, wieder malen zu wollen, vor ihn hin. Dann wartete ich. Wenn ich früher gemalt hatte, war da eine Vorstellung oder ein Motiv in meinem Kopf gewesen, das ich möglichst auf meine Leinwand bringen wollte. Doch jetzt – nichts!

Ich saß vor meiner leeren Leinwand und bat Gott, den Pinsel zu führen, mir zu helfen und mich zu leiten. So fing ich langsam an. Meine Technik und auch die Ausführung waren anders und ganz neu, ich hatte auch nicht die ganze Leinwand mehr im Blick, sondern nur kleine Ausschnitte. So konzentrierte ich mich auf diese kleinen Bereiche und vertraute Gott und seiner Pinselführung.

Ein Himmel, eine zerklüftete Bergformation und davor eine blühende Blumenwiese füllten nach und nach meine Leinwand. Der Vordergrund zeigte einen Strand mit vereinzelten großen Findlingen und das Meer. Am Ende war es so lebendig und hatte eine solche Tiefe, dass man fast meinen könnte, es wäre dreidimensional. Es ist das ausdrucksstärkste und beste Bild, das ich jemals gemalt habe!

Dieses „Meisterwerk“ führt mir nun jeden neuen Tag vor Augen, was möglich ist, wenn wir uns vertrauensvoll in Gottes Hände begeben und uns auf seine Führung und Leitung verlassen – entgegen aller Umstände und irdischen Möglichkeiten. Wenn ich loslasse und nicht nur, wie bei diesem Bild, Gottes Weisung erbitte und daran glaube, findet er Wege und eröffnet neue Perspektiven.

In Gemeinschaft mit Gott, unter seiner Führung und Leitung wird auch unser „Bild des Lebens“ zur Vollendung gebracht. Es wird schöner und herrlicher sein, als wir jemals zu hoffen gewagt hätten. Denn mit dem letzten Pinselstrich Gottes und seiner bedingungslosen Liebe ist es ein „Meisterstück“ für die Ewigkeit!  

Dorothee Kowalke

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11 Antworten

  1. Liebes Lydiateam
    dieser Artikel von Dorothee K. passte heute morgen genau in meine Situation.
    An dem vergangenen Samstag musste ich den Augennotdienst aufsuchen, da ich heftige Schmerzen an meinem gesunden Auge hatte. Er sprach von einer Verletzung an der Hornhaut.
    Ich bekam Tropfen...das Wochenende war voller Spannung.
    Heute wollte ich zu meinem Augenarzt gehen, aber die Schmerzen sind verschwunden.
    Warum und wodurch?
    Wahrscheinlich durch Gottes Güte und Gebete .
    Ihm sei Lob und Dank!

  2. Danke, für das Mut machen! Mir wurden auch durch Krankheit Grenzen gesetzt, aber ich dürfte mit Gottes Hilfe mit diesen Grenzen Frieden schließen und freue mich über das was ich noch kann. Das Vertrauen in Gott ist eine große Belohnung.

  3. Sehr mutmachende und aufbauende Worte für den Wochenstart! Auch ich dachte gerade, es wäre sehr schön, dieses Bild sehen zu können. GOTTES Wunder in Farbe 🙂 !

  4. Diese Geschichte macht mir grad sehr Mut! Ich habe anfangs November die Prüfung der Seelsorgeausbildung und das Gefühl, ich werde beim Prüfungsgespräch kläglich versagen. Angst vor totaler Blockade. Aber ich vertraue mich einfach IHM an, wie die Autorin beim Malen des Bildes. ER wird mich durch SEINEN Geist führen.

  5. Ein wunderschönes Erlebnis mit unserm Schöpfer. Malt ER nicht in Jedem von uns ein solches Bild , das unser Leben ist? Wer mit IHM seinen Weg geht, wird Wunder erleben. Vor ein paar Wochen war mein Mann und ich zu einem Kurzurlaub über s Wochenende weit weg von zu Hause. Mein Mann klagte bereits am Anreisetag über Starke Schmerzen, wollte aber nicht in ein fremdes Krankenhaus. Als die Schmerzen am Sonntag Nacht wiederkamen, sind wir sofort abgereist. Um die Mittagszeit im heimischen Krankenhaus ,wurde er sofort operiert. Diagnose: Blindarmdurchbruch mit beginnender Sepsis. Nach einer reichlichen Woche Behandlung, ist er wieder zu Hause auf dem Weg zur Genesung..
    Aber es konnte auch anders ausgehen...... Deshalb DANKE ich Meinem GOTT für Hilfe um Bewahrung in dieser Situation.

  6. Da gehäuft Nachfragen zum entstandenen "Meisterwerk" bekundet wurden, haben wir nachträglich dass Bild beigefügt. Herzlichen Dank für die schönen Kommentare!

  7. Herzlichen Dank für diesen berührenden Beitrag mit dem
    schönen Bild ! Wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für
    die Zukunft und Gottes Segen !

  8. Vielen Dank! Sehr ermutigend!
    Wenn ich mir das so vorstelle, liebe Dorothee, dass Sie tatsächlich nur immer kleine Ausschnitte auf einmal gesehen haben, dann ist das Ganze wahrhaftig ein Meisterstück, denn für den Künstler ist es wichtig, immer wieder das Ganze in den Blick zu bekommen! (wir haben auch ein paar Künstler in der Familie! ;-))
    Es erinnert mich im übertragenen Sinne auch an die Aussage im Korintherbrief: "Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin."

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