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Montag, 13.02.2023

Der Glaube

meiner Mutter

Meine Eltern erwarteten eine Lieferung Schotter für die Terrassen-Erweiterung im Garten. Da die Anlieferung nur bis zur Bordsteinkante gewährleistet wurde, mussten sie eine Möglichkeit finden, wie der Schotter in den Garten hinter dem Haus kommen würde. Bei einem Grundstück in leichter Hanglage eine Herausforderung.

Zur gleichen Zeit wurde auf dem Nachbargrundstück ein neues Haus gebaut, so waren entsprechende Baufahrzeuge ganz in der Nähe. Mein Vater fragte die Bauarbeiter, ob sie ihm mit der Lieferung, die er wenige Tage später erwartete, helfen könnten. Diese waren gerne dazu bereit, und so stand dem Unternehmen nichts mehr im Wege – dachten wir zumindest.

Als der Tag der Anlieferung kam und der Schotter in zwei großen „Bautaschen“ auf dem Gehweg vor dem Haus stand, stellten meine Eltern fest, dass ausgerechnet an diesem Tag der benötigte Radlader nicht auf der Baustelle war. Was tun? Der Schotter musste dringend vom Gehweg runter.

Meine Mutter griff zu der Option, mit der sie am meisten vertraut war: Sie brachte ihre Sorge vor Gott. Im Gebet schilderte sie ihrem himmlischen Vater ihr Problem und sprach ihm voller Glauben ihr Vertrauen aus, dass er eine Lösung für sie bereithalte. Dann wartete sie – gespannt, wie Gott ihr Problem lösen würde.

In diesem Moment bemerkte sie, dass gerade ein Radlader die Straße heraufkam, der, wie sich herausstellte, auf dem Weg zu einer Baustelle in der Nachbarstraße war. Mein Schwager, der zum Helfen gekommen war, winkte dem Fahrer, anzuhalten, und schilderte dann kurz das Problem. Der Fahrer erklärte sich bereit, die „Bautaschen“ in den Hof zu schaffen. Das Problem war gelöst. Es blieb nur noch, Gott für seine schnelle Hilfe zu danken.

Dieser tiefe, kindliche Glaube meiner Mutter hat mich oft beeindruckt und ist mir ein großes Vorbild. Und doch erlebe ich, dass mir manchmal beim Beten die Worte fehlen und mir das Vertrauen schwerfällt. Als unser jüngster Sohn mehrere Nächte hintereinander ins Bett gemacht hatte, resignierte ich, ehe ich überhaupt versucht hatte zu beten, denn Jahre zuvor hatte ich bei der gleichen Problematik unserer Tochter viele Jahre scheinbar umsonst gebetet. Ich war blockiert, konnte nicht beten und hatte auch keine Hoffnung auf Hilfe. So klagte ich meiner Mutter mein Leid und redete mir die Sorgen von der Seele.

Einige Tage später stellte ich überrascht fest, dass unser Sohn seit mehreren Nächten trocken geblieben war. Mein Herz wagte es noch nicht, sich zu freuen, doch eine Ahnung wurde in mir wach, dass meine Mutter etwas damit zu tun hatte. Ich rief sie an und fragte, ob sie für unser Problem gebetet hätte. Ihre Antwort kam prompt: „Natürlich! Sobald wir aufgelegt hatten, bin ich auf die Knie gegangen, um für euch zu beten.“ Ich konnte nur staunen!

Ich bin sehr dankbar, in meiner Mutter ein solches Glaubensvorbild zu haben und durch sie einen großen Gott kennengelernt zu haben, der immer vertrauenswürdig ist.

"Danke" an die Autorin

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6 Antworten

  1. Mir geht es ganz ähnlich - ich habe auch gläubige Eltern, die bei Gebetsanliegen oft meine erste Anlaufstelle sind. Was für ein Geschenk, so eine Rückendeckung haben zu dürfen!

  2. Meine Eltern haben auch viel für mich gebetet. Da bin ich mir sicher. Heute habe ich keine Eltern mehr... Ich sehe das als einen Wachstumsprozess in meinem Leben. Heute bin ich dran, die Gebetsanliegen meiner Kinder und anderer vor den himmlischen Vater zu bringen. Wenn wir keine menschliche Stütze mehr im Leben haben, verbinden wir uns enger mit Jesus .

  3. Vielen Dank für die lieben Worte. Ich denke das Omas und Opas die Aufgabe von Gott haben für die Familie zu beten und dadurch die Lieben zu stärken. Eine wichtige Aufgabe.

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