Sonntag, 19.04.2026

Blühe, wo Gott dich gepflanzt hat

Ich liebe Blumen, aber wenn mich jemand nach meiner Lieblingsblume fragen würde, wüsste ich im ersten Moment keine bestimmte zu benennen.

Ich mag das Wiesenschaumkraut, das im Frühjahr blüht – unscheinbar, zart, lavendelblau. Es gibt ein Foto von mir als kleines Mädchen mit langen dunklen Zöpfen, wie ich inmitten einer Wiese aus Wiesenschaumkraut sitze. Diese zarten Pflänzchen konnten mich schon als Kind begeistern und ich pflückte dicke Sträuße davon, die sich leider nicht lange in der Vase hielten.

Im Frühling findet man am Waldrand auch die ersten wilden Veilchen. Sie duften so herrlich süß. Oder das Buschwindröschen, das weiß und zart erblüht.

An einem Frühlingstag wanderte ich durch ein Waldstück. Dann lichtete sich der Wald und ich konnte so viele blühende Buschwindröschen entdecken, dass der Boden ganz weiß davon war – wie ein Teppich.

In meiner Kindheit gab es unter unserem Küchenfenster ein kleines Gärtchen. Wir nannten es das Rosengärtchen. Dort blühten nicht nur edle, duftende Rosen, sondern im Frühjahr kamen – versteckt unter ihren dicken, breiten Blättern – die Maiglöckchen hervor. Ihr Duft erinnert mich bis heute an das schwere, süße Parfüm, das meine Mutter ab und zu auflegte.

Von meinem Vater bekam meine Mutter alljährlich an ihrem Hochzeitstag im März einen Strauß Flieder. Das war ihr Brautstrauß gewesen. Mein Vater ging Jahr für Jahr immer zu demselben Floristen am Ort, um Flieder zu besorgen, der extra bestellt werden musste. Ein teures Vergnügen, da die eigentliche Blütezeit des Flieders ja erst im Mai ist.

Ich liebe Blumen und könnte fortfahren, all die herrlichen Arten aufzuzählen. Wie vielfältig die Blütenwelt doch ist!

Damit eine Pflanze jedoch gedeiht und aufblüht, ist ihr Standort wichtig. Nicht jede Blume kann sich an jedem Ort entfalten. So ist es auch bei uns Menschen.

Wir dürfen dort blühen und ein Segen sein, wo Gott uns hingestellt hat. Wir sind alle unterschiedlich. Wir leben unterschiedlich lange und unterscheiden uns in Bezug auf unsere Wurzeln und Herkunft. Stehen wir am falschen Platz, können wir nicht richtig gedeihen, denn unsere Wurzeln bekommen dann nicht die nötige Nahrung. Manchmal müssen wir deshalb umgepflanzt werden.

Doch dort, wo wir am richtigen Ort stehen, wo der Boden gut ist, können wir unsere Schönheit entfalten und andere mit unserem Duft erfreuen. Dann können wir für andere Menschen zu einer Ermutigung werden.

Gott, unser Schöpfer und Gärtner, hat uns eine individuelle Schönheit gegeben. Er pflegt uns und kennt unsere Blütezeit. Und wenn wir eines Tages welken und unsere Blütezeit zu Ende geht, haben wir zur Ehre Gottes geblüht.

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3 Kommentare

  1. Liebe Heidi,
    sehr wunderschön ist Deine Montagsgeschichte „Blühe, wo Gott Dich gepflanzt hat“! Danke!
    Ich liebe die tollen Naturlandschaften mit vielen verschiedenen Blumen mit vielen verschiedenen Farben. Darum fahre ich sehr viel mit eBike in der Natur raus und spüre sehr viel Gott ist da. Durch Brise Wind spüre ich Gottes Atmen und es tut mir gut, dass ich von ihm umarmt werde.
    Liebe Grüße
    Gisela Geus

  2. Zu Wochenbeginn freue ich mich immerwieder auf die "Montagsgedanken". Herzlichen Dank dafür!
    Heute haben mich die Montagsgedanken ganz besonders angesprochen. Ich habe mich darin wiedergefunden, denn ich liebe Blumen und Blüten in ihrer Vielfalt sehr! Buschwindröschen und Gänseblümchen haben mich z.B. seit Kindertagen erfreut. Und beim Anblick eines Sonnenblumenfeldes staune ich immerwieder, wie sie vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang von Osten nach Westen dem Licht folgen und "strahlen". Ein Mohnfeld in sattem Rot spiegelt für mich die Liebe Gottes wieder, die ER symbolisch auf dem Feld ausbreitet. Überraschenderweise kann man jedoch manchmal auch Blüten entdecken, wo man es kaum erwartet - zwischen Hornveilchen z.B. in Steinritzen. Ein individuell guter "Nährboden" ist nicht nur für Pflanzen wichtig, die Blüten hervorbringen. Auch wir Menschen brauchen individuelle "nährende Orte", damit wir -mit Gottes Hilfe- blühen und zum Segen für andere werden können. Gottes Plan ist gut, Amen.

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