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Montag, 25.06.2018

Begegnung mit einem wertvollen Menschen

Ich arbeite in einer großen diakonischen Einrichtung und war vertretungsweise am Empfang tätig. Ein Mann betrat das Empfangsbüro und hatte einige Fragen. Er begleitete seinen behinderten Bruder, der in unserer Fachklinik behandelt werden sollte. Bisher hatte sich die dominante Mutter um ihren Sohn gekümmert. Sie hatte ihn zu Hause betreut und jegliche Förderung und Betreuung abgelehnt.
Nun hatte der etwa 45-jährige Mann den Mut gefasst, mit seinem Bruder neue Wege zu gehen. Er erzählte mir aus seinem eigenen Leben: dass er selbst viele Beschwerden habe; dass er seiner Mutter nie etwas recht machen könne; dass er große Hoffnungen in die Behandlung seines Bruders setze. Die Mutter lag zu diesem Zeitpunkt sterbenskrank im Krankenhaus.
Ich hörte zu und sagte ihm, dass ich es sehr schätze, wie er jetzt alles Schritt für Schritt angehen wolle. Als ich ihm zusprach: „Sie sind ein wertvoller Mensch!“, schluckte er, ihm kamen die Tränen und er ging hinaus. Das hatte er wohl noch nie gehört.
Zu Hause fand ich einen Flyer der „Marburger Medien“, auf dem stand: „Sie sind ein wertvoller Mensch!“ Ich betete, dass Jesus mir eine Gelegenheit schenken möge, dem Mann nochmals zu begegnen. Dann steckte ich das Blatt in einen Umschlag und schrieb meinen Namen und meine Adresse darauf, falls er Fragen haben sollte.
Als sein Bruder in unseren Wohnbereich einzog, kam der Mann mit dem Gepäck die Treppe herunter. Es war fünf Minuten vor meinem Dienstschluss. Ich gab ihm den Briefumschlag und sagte: „Für Sie!“
Das ist einige Jahre her und ich habe ihn nicht wiedergesehen. Aber es hat mich immer wieder bewegt, wenn ich daran dachte: Da kommen einem erwachsenen Mann die Tränen, weil er Worte hört, die er fast nicht glauben kann. Ich hatte den Eindruck, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Was dann daraus wird, das hat Gott in der Hand!

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6 Antworten

  1. Das ist wichtig dass wir so eine Ermutigung bekommen.

    Das wünsche ich mir manchmal auch.

    So oft habe ich Menschen ermutigt, und jetzt brauchte ich das selber auch.

    Nach einer Op die noch nicht verheilt ist, muss ich meinen Job aufgeben. Weil die Arbeit zu schwer ist. Im Job sind sie unfreundlich, obwohl sie Christen sind, und Freunde melden sich nicht mehr.

    Ich weiss dass Gott mich schätzt, aber es ist schwer zu vertrauen dass besseres kommt und mitten in einer Scheidung zu stehen.

    Da ermutigen mich solche Worte und Berichte aus der Lydia immer wieder.

  2. Ermutigende Worte gibt es leider nur selten zu hören. Aber wenn sie ausgesprochen werden, beleben und heilen sie. Es gibt so viele Christen, die weit entfernt von christlichen Werten sind. Auch bei ihnen regiert der Gewinn und weniger die Menschlichkeit. Sabine, ich wünsche Ihnen eine gute Heilung und neue Menschen und Freunde in Ihrem Leben. Liebe Menschen, die Sie verdient haben. Sabine

  3. Danke für deinen Mut und deine Offenheit, Sabine! Ich wünsche dir, dass du spüren kannst, wie Gott dich hält, ER, der den geknickten Halm nicht zerbricht und das kleine Flämmchen nicht auslöscht. ER hat auch gute Gedanken über deinem Leben!

  4. Auch ich verschenke sehr gerne die Angebote der Marburger Medien. Wieviel Freude kann man damit machen und wie wertvoll ist ein gutes Wort zur richtigen Zeit.

  5. Danke für den Mut das zu sagen, was Sie auf dem Herzen hatten. Ich erlebe es auch oft, wie ein Lächeln oder ein gutes Wort der Ermutigung Hoffnung und Freude schenken kann. Bei meiner Arbeit mit Ausländern ist das fùr sie von großem Wert und oftmals bekomme ich ein Dankeschön und ein Lächeln zurück.

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